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Dax-Rally Die richtigen Aktien für neue Börsengipfel

Geldschwemme und Mangel an Alternativen treiben die Kurse auf Rekordlevel, trotz eher mauer Konjunktur. Welche Aktien jetzt profitieren, wie Anleger ihr Depot intelligent steuern.

Kleine Börsenchronik - Dax auf Rekordjagd
Dax-Höchststand Quelle: dpa
Foto vom roten Platz in Moskow Quelle: AP
Foto der US-Notenbank Quelle: dapd
Foto von Verona Pooth Quelle: dpa/dpaweb
Foto des Anschlages auf das World-Trade-Center am 11. September 2001 Quelle: REUTERS
Foto des Irakkrieges Quelle: dpa
Schriftzug IKB Quelle: dpa

Wenn ein Schweizer Bankier aus dem Fenster springt, kann man ihm getrost folgen – da ist sicher noch Geld zu verdienen“, spottete der große Aufklärer Voltaire. Nun denn, folgen wir den Schweizern: Deren Notenbanker kaufen Aktien wie entfesselt. 15 Prozent ihrer Devisenreserven hatten sie Anfang April in Aktien, Papiere für knapp 67 Milliarden Franken (54 Milliarden Euro). Gemessen an der Entwicklung von Devisenreserven und Weltbörsen, dürften die Schweizer Nationalbanker von Januar bis April für rund 14 Milliarden Euro Aktien zugekauft und seither gut 200 Millionen Euro Kursgewinne verbucht haben. Auch die Zentralbanken von Japan, China und Korea wollen mehr Aktien kaufen. Was spricht für, was gegen steigende Kurse? Sollen Anleger rein oder raus aus dem Aktienmarkt?

Rein: Keine Euphorie

Deutsche Privatanleger sehen der Hausse zu – wieder mal. 55 Prozent der Dax-Aktien, so Ernst & Young, liegen in ausländischen Depots. 2005 waren es 41 Prozent. Nur noch sieben Prozent lassen sich deutschen Privatanlegern zuordnen: Trotz historisch niedriger Erträge mit Zinspapieren halten sie nur noch 250 Milliarden Euro in Aktien, fünf Prozent der Vermögen. „Die Verluste aus den Jahren 2001 und 2002 wirken immer noch nach“, sagt der Münchner Anlage-Verhaltensforscher Andreas Beck.

Anders als 2000 werden Aktien noch nicht gehyped: „Weder grinst der Dax täglich von der Titelseite der ,Bild‘, noch drücken die Berater der Banken sie ihren Kunden aggressiv in die Depots“, weiß Philipp Vorndran, Anlagestratege bei Flossbach von Storch. Auch die Umfragen des Markttechnikers Joachim Goldberg signalisieren keine Euphorie. 40 Prozent der Profi-Anleger erwarten steigende, fast genau so viele – 37 Prozent – fallende Kurse. Solche Werte sind gesund: Wer optimistisch ist, hat schon Aktien gekauft, fällt also als künftiger Nachfrager am Markt eher aus. Auch Chartanalysten geben grünes Licht. Aus ihrer Sicht gibt der Dax-Anstieg über 8350 Punkte ein Kaufsignal: Damit wurden die Hochs aus den Jahren 2000 und 2007, die nur zäh zu überwinden sind, erstmals deutlich überboten. „Wir könnten am Beginn eines langfristigen Aufwärtstrends im Dax stehen“, sagt Jörg Scherer, Chef der technischen Analyse bei HSBC Trinkaus.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Rein: Kaum Börsengänge

Auch der Markt für Börsengänge (IPOs) signalisiert noch keine Überhitzung. Vielen Verkäufern sind die Preise, die sie an der Börse erzielen könnten, noch zu niedrig. Erst wenn die Kurse so weit oben sind, dass Unternehmen in Massen an die Börse drängen, droht Gefahr. „Der Markt kommt nicht in Gang“, ist das Fazit des Münchner TU-Professors Christoph Kaserer in einer Analyse für die Deutsche Börse, in der von einer immer noch „tief sitzenden Verunsicherung der Anleger durch die anhaltende Krise im Euro-Raum“ die Rede ist. Kein Wunder: Die beiden einzigen großen Börsenneulinge des Jahres 2013, LEG und Evonik, dümpeln trotz Dax-Rally unter ihrem Ausgabekurs dahin. Und die Pleite des Leuchtenherstellers Hess nur vier Monate nach seinem Börsengang und Ermittlungen gegen Börsenneuling JK Wohnbau verringern das Vertrauen der Anleger.

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