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Dax-Rally Die richtigen Aktien für neue Börsengipfel

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SAP, Linde und Beiersdorf

Ausgewählte solide Dax-Aktien mit Potenzial

Rein: Mangel an Alternativen

„Wenn die weltweit lockere Geldpolitik anhält, wovon wir ausgehen, denn andernfalls drohte eine globale Depression, werden die Aktienmärkte ihre derzeit noch moderate Bewertung allerdings bald hinter sich lassen“, glaubt Vorndran. Was er meint: Die global von den Notenbanken geschaffene Geldflut sorgt zwar nicht für allgemeine (Güterpreis-)inflation, wohl aber lässt sie die Preise aller Anlagegüter steigen. „Wenn Alternativen fehlen, akzeptieren Anleger höhere Aktien-KGVs durchaus über einen längeren Zeitraum“, sagt der Vermögensverwalter Jens Ehrhardt. Anleger, die breit über den Dax streuen wollen, kaufen börsennotierte Indexfonds (siehe Chartgalerie), für einen konzentrierten Einstieg bieten sich derzeit fünf Dax-Papiere an.

Rein: Linde - Weltweit spitze

Trotz neuer Höchstkurse und eines geschätzten KGV von 19,7 ist die Aktie des Gasespezialisten nicht zu teuer. Linde wächst weltweit stark und stetig. Die unter Konzernchef Wolfgang Reitzle eingeleitete Flurbereinigung zahlt sich immer mehr aus. Linde verkaufte das Nichtkerngeschäft wie die Gabelstapler und übernahm dafür andere Hersteller technischer Gase: BOC und zuletzt Lincare in den USA. Mit dem Medizinzulieferer Lincare verringert Linde seine Konjunkturabhängigkeit. Zudem ist Linde nun fast nur noch in sehr lukrativen Geschäftsfeldern unterwegs, in denen durch die Bank hohe Gewinnmargen (Anteil des Gewinns am Umsatz) verdient werden; in den vergangenen Jahren hat Linde so seine Profitabilität kontinuierlich verbessert. Für 2013 schätzen Analysten einen freien Cash-Flow (gesamte Bareinnahmen nach Abzug aller Kosten und Investitionen) von 1,04 Milliarden Euro. Mit dem Verflüssigen von Erdgas (vornehmlich aus Fracking-Quellen) hat der Konzern zudem noch ein Geschäft mit Wachstumspotenzial aufgebaut. Die Nettofinanzschulden liegen mit 8,1 Milliarden Euro bei rund der Hälfte des Umsatzes von 2012 – erträglich. Wegen der globalen Ausrichtung, der Ertragskraft und dem profitablen, kaum zyklischen Geschäft ist eine hohe Gewinnbewertung gerechtfertigt.

Rein: SAP - Auf soliden Säulen

Zugegeben: Schnäppchen sehen anders aus; mit fast 79 Milliarden Euro Börsenwert ist SAP derzeit das wertvollste Unternehmen im Dax; Anleger bezahlen den 27-fachen Gewinn von 2012 für das Papier. Der Kurs der Aktie nähert sich dem Allzeithoch von März 2000. Spätestens da könnte es einen Rückschlag geben, zumal im ersten Quartal 2013 nach acht starken Wachstumsquartalen in Folge erste Bremsspuren beim Wachstum erkennbar waren. Bei Kursen unter 60 Euro wäre SAP für Langfristanleger aber ein Kauf: Der Konzern hat sich fit gemacht für das neue Technologiezeitalter, das geprägt ist von kleinen, mobilen Endgeräten wie Smartphones und – dazu passend – von intelligent und dezentral verwalteten Programmen in der Datenwolke (Cloud). Der Umsatz mit abonnierter Cloud-Software wächst schnell, im ersten Quartal 2013 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 385 Prozent. Auch die neue SAP-Datenbanktechnik HANA verkauft sich gut, sodass die Zukunftserwartungen bei SAP auf zwei soliden Säulen ruhen. Weil inzwischen so gut wie jedes größere Unternehmen auf SAP läuft, wächst das Wartungsgeschäft, das Umsätze und Cash-Flows verstetigt. 2015 will das Management 20 Milliarden Euro Umsatz und eine Marge vor Steuern und Zinsen von 35 Prozent erreichen. SAP ist schuldenfrei, was den Preis relativiert.

Rein: Beiersdorf - Volle Kasse

Richtig billig sind auch die Konsumwerte Henkel und Beiersdorf nicht. Allerdings liefern die beiden Unternehmen beständig bessere Ergebnisse, was ihre Kursanstiege untermauert. So steigerte der Kosmetikhersteller Beiersdorf (Nivea, Labello) 2012 seinen Gewinn um vier Fünftel. Auch in diesem Jahr bleiben die Hamburger auf Kurs. „Beiersdorf ist insgesamt gut in das Geschäftsjahr 2013 gestartet“, so Vorstandschef Stefan Heidenreich. Organisch legte der Umsatz im ersten Quartal um 5,4 Prozent zu. Der Quartalsüberschuss wuchs sogar um 24 Prozent auf 155 Millionen Euro. Gemessen am Umsatz von 1,58 Milliarden Euro im ersten Quartal, schaffte Beiersdorf eine Nettorendite von 9,8 Prozent – 1,7 Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit ist Beiersdorf auf dem Weg, seine gute Kursperformance der vergangenen zwei Jahre und die aktuell hohe Bewertung zu rechtfertigen. Fast 18 Milliarden Euro ist der Konzern an der Börse bereits wert – so viel wie die Commerzbank, Lanxess und die Lufthansa zusammen. Wachstumsstark war Beiersdorf zuletzt in Lateinamerika und Afrika/Asien/Australien, wo die Erlöse um 22 und 16 Prozent zulegen. Den Heimatmarkt muss Heidenreich allerdings dringend flott bekommen. Denn hierzulande hat Beiersdorf zum Jahresauftakt eine Umsatzeinbuße von knapp zwei Prozent hinnehmen müssen. Allerdings, und das ist ein absolutes Plus für die Hamburger, besitzt Beiersdorf eine Nettoliquidität von knapp 2,5 Milliarden Euro. Und die Eigenkapitalquote von 56 Prozent ist Dax-Spitze.

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