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Dax und EuroStoxx Schwache Tech-Aktien setzen Börsen unter Druck

Der deutsche Leitindex Dax verlor am Mittwochvormittag 1,6 Prozent auf 11.784 Punkte Quelle: dpa

Die Furcht der US-Anleger vor einer schärferen Regulierung nach dem Facebook-Datenskandal ist nach Europa übergeschwappt. Anleger zogen die Reißleine. Der Dax und sein europäisches Pendant gaben nach.

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Nicht nur an den US-Börsen hat der Facebook-Datenskandal Folgen: Kursverluste im Technologiesektor setzten am Mittwoch Dax und EuroStoxx unter Druck. Der deutsche Leitindex verlor am Vormittag 1,6 Prozent auf 11.784 Punkte, sein europäisches Pendant fiel um 1,4 Prozent auf 3270 Zähler.

"Da die Tech-Aktien einen großen Beitrag zur Aktien-Rally der vergangenen Jahre leisteten, hat eine Korrektur in diesem Sektor einen spürbaren Effekt auf die Märkte insgesamt", sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Handelshaus AxiTrader. Die Talfahrt der Facebook-Aktie hatte am Dienstag in New York mit einem Verlust von weiteren fünf Prozent angehalten. Nach wachsendem Druck ist Konzernchef Mark Zuckerberg offenbar zu einer Aussage vor dem US-Kongress bereit.

Anleger zogen die Reißleine: der europäische Technologie-Index verlor insgesamt 2,8 Prozent. Infineon hielten mit einem Minus von 4,2 Prozent die rote Laterne im Dax. In Paris und Amsterdam gaben STMicroelectronics und ASM International jeweils mehr als fünf Prozent nach.

Besonders hart traf es die Titel vom Chip-Entwickler Dialog. Sie wurden zusätzlich von Spekulationen auf eine eigene Chip-Produktion von Großkunde Apple belastet und brachen um 11,4 Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als dreieinhalb Jahren ein. Apple mache bei seiner Ablösung von Zulieferern schnellere Fortschritte als gedacht, schrieben die Analysten von Bankhaus Lampe in einem Marktkommentar. Es bestehe das Risiko, dass bereits in diesem Jahr die Umsätze von Dialog davon beeinträchtigt würden. Für sinkende Kurse sorgte zudem die Nervosität wegen des Zollstreits zwischen Amerika und China. Einerseits hoffen Anleger auf eine Annäherung. Andererseits gehen sie davon aus, dass die Unsicherheit bezüglich des protektionistischen Kurses der USA erst einmal anhält. Medienberichten zufolge will China die geplante Liste mit Vergeltungszöllen auf US-Importe in Kürze veröffentlichen. "Die Märkte sind ohnehin etwas angeschlagen, da sorgt jeder lauernde Zweifel dafür, dass Händler das Risiko scheuen", erläuterte Börsianer Markus Huber vom Handelshaus City of London Markets. Für Zurückhaltung bei Aktienengagements sorgten auch das nahende Quartalsende sowie die bevorstehenden Osterfeiertage.

Investoren bevorzugten deswegen die als sichere Anlagen geltenden Staatsanleihen. Das drückte die Rendite der zehnjährigen Papiere Deutschlands erstmals seit Januar unter 0,5 Prozent. Das verschlechterte vor allem im Bankensektor die Laune. Commerzbank fielen um 2,6 Prozent, die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse gaben bis zu 2,5 Prozent ab. Unter besonderer Beobachtung standen weiterhin Deutsche Bank, bei der es offenbar auf eine Ablösung von Vorstandschef John Cryan hinausläuft. Die Papiere lagen 1,6 Prozent im Minus.

Positiv hervor stachen im Nebenwerteindex MDax die Aktien von Aroundtown, die bis zu ein Prozent zulegten. Das Immobilienunternehmen hat 2017 einen Rekordgewinn von 1,5 Milliarden Euro erzielt.

Der Absturz der Tech-Aktien
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