Dax Viel Unsicherheit beherrscht den Markt

Viele Anleger sind in den Sommerferien, entsprechend unsicher ist die Stimmung an der Börse. Während die US-Notenbank Fed für Skepsis sorgt, rettet ausgerechnet China das Plus.

Unsicherheit im Dax: Handelssaal der Börse Frankfurt. Quelle: REUTERS

Viele Treiber haben Unsicherheit an den Finanzmärkten gestreut. Auch der deutsche Leitindex Dax fiel am Montag erst deutlich unter die Marke von 11.500 Punkten, konnte die Verluste dann aber wieder aufholen.

Was drückt auf die Stimmung? Nun, da die Turbulenzen in Griechenland geringer geworden sind, rückt die Zinswende in den USA immer stärker in den Fokus. Der Dax müsse sich daran weiterhin gewöhnen, schrieb Analyst Andreas Paciorek vom Broker CMC Markets.

September wird wahrscheinlicher

Eine Zinserhöhung seitens der US-Notenbank Fed im September wird immer wahrscheinlicher. Der robuste US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag hatte Experten darin bestärkt. Es wäre die erste Erhöhung seit Ausbruch der Finanzkrise. Höhere Zinsen belasten Aktien, weil andere Anlageformen wie Anleihen dann wieder attraktiver werden. Gegen Ende der vergangenen Woche hatte der Dax nach einem guten Lauf bereits ein Stück weit nachgegeben.
Beobachter rechnen damit, dass Investoren anstehende US-Daten künftig akribisch auf neue Hinweise zum Zeitpunkt der lang erwarteten US-Zinswende untersuchen werden. Angesichts der Unsicherheit über das weitere Vorgehen der US-Notenbank rechnen Börsianer vorerst nicht mit größeren Kursprüngen im Dax.

Die lukrativsten Märkte der letzten 20 Jahre
Platz 18: JapanDie Sutor Bank hat die 18 wichtigsten Aktienmärkte der Welt im Zeitraum von 20 Jahren untersucht, um herauszufinden, welcher Markt die stärkste Performance hatte. In der Auswertung der Hamburger Privatbank kommt Japan auf den letzten Platz. „Das war durchaus erwartbar“, kommentierte Lutz Neumann, Leiter der Vermögensberatung der Sutor Bank, das schlechte Abschneiden Japans. Auf den anderen Plätzen fanden sich allerdings ein paar Überraschungen. Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 0,19 Prozent pro Jahr Quelle: dpa
Platz 17: ÖsterreichZiemlich oft bergab ging es auch für Anleger am österreichischen Aktienmarkt. Auf 20-Jahressicht schaffte der österreichische MSCI Austria Index immerhin doch noch ein Plus. Schlusslicht war Österreich unter anderem im Jahr 2014. Die Sanktionen gegen Russland belasteten österreichische Banken und Unternehmen, die stark in Russland engagiert sind. Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 1,65 Prozent pro Jahr Quelle: dpa
Platz 16: ItalienDer MSCI Italy Index gehört im internationalen Vergleich der Sutor Bank ebenfalls zu den Schlusslichtern. Besonders schlecht lief es für den italienischen Aktienmarkt in den Jahren 2010 und 2011 als die europäische Schuldenkrise aufkam. Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 3,99 Prozent pro Jahr Quelle: imago
Platz 15: SingapurSingapur ist ein beliebter Finanzplatz und verfügt über eine beeindruckende Skyline. Besonders hoch hinaus kamen hier Anleger jedoch nicht. Der MSCI Singapore Index gehört zu den schwächsten innerhalb der vergangenen 20 Jahre. Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 5,35 Prozent pro Jahr Quelle: imago
Platz 14: BelgienIn der Gesamtwertung kommt Belgiens Aktienmarkt nur auf den vierzehnten Platz. Allerdings holte der MSCI Belgium Index in den vergangenen Jahren deutlich auf. 2014 schlug er alle anderen Indizes mit einem Plus von 37 Prozent. Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 6,8 Prozent pro Jahr Quelle: imago
Platz 13: FrankreichDer Aktienmarkt der zweitgrößten europäischen Volkswirtschaft schaffte es innerhalb der letzten zwanzig Jahr nicht unter die Top 10 (im Schnitt). Besonders schlecht lief es in den Jahren 2001 (- 18 Prozent) und 2002 (- 33 Prozent). Lutz Neumann von der Sutor Bank betont, dass die Entwicklung eher zufällig erfolgt. Eine belastbare, seriöse Vorhersage sei unmöglich, erklärt die Privatbank. Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 7,15 Prozent pro Jahr Quelle: imago
Platz 12: NorwegenDer norwegische Aktienmarkt erlebte einen legendären Boom im Jahr 2009: Der MSCI Norway Index stieg um sagenhafte 81 Prozent. 2014 gehörte er allerdings zu den schwächsten Märkten, mit einem Minus von elf Prozent. Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 7,31 Prozent pro Jahr Quelle: Imago

Auch in dieser Woche werden einige US-Wirtschaftsdaten veröffentlicht, unter anderem die Einzelhandelsumsätze am Donnerstag. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Am Freitag folgen dann die Daten zur Industrieproduktion wie auch das von der Universität Michigan ermittelte Stimmungsbarometer der US-Verbraucher.

China belastet weiter

Auch die Angst vor einem Schwächeanfall der chinesischen Wirtschaft sollte die Kauflaune der Anleger bremsen, sagte ein Händler. Am Montag allerdings stützte die gute Entwicklung auf Asiens Märkten. Aber auch dahinter steckt ein falscher Schein. Der Kursanstieg verwundert insbesondere angesichts der schlechten Daten, die aus China kamen. Im Juli waren die Ausfuhren des Export-Weltmeisters stärker als von Ökonomen erwartet eingebrochen, die Exporte sanken um 8,3 Prozent. Auch die Erzeugerpreise liegen auf dem niedrigsten Niveau seit 2009.

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Warum legen die Märkte trotzdem zu? Die schlechten Daten weckten bei Anlegern die Erwartungen, dass die Führung in Peking weitere Konjunkturspritzen auf den Weg bringt. "Viele Anleger setzten auf neue konjunkturstützende Maßnahmen durch die chinesische Notenbank", sagte ein Händler.

Insgesamt sprechen Händler von einem sehr technisch geprägten Handel. "Viele Marktteilnehmer sind in den Sommerferien, entsprechend gering sind die Umsätze", sagte ein Börsianer.

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