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Dax weiter auf Höhenflug EZB-Geldflut lässt Griechenland-Wahl verblassen

Den Dax lässt das griechische Wahlergebnis kalt, Anleger freuen sich weiter über das Anleihekaufprogramm der EZB. Auch die Ansteckungsgefahr durch Griechenland gilt als gering.

Die Bilder der Griechenland-Wahl
Starke Prognose für Syriza: Auf der Wahlparty des Linksbündnisses wird bei der Veröffentlichung der ersten Zahlen laut gejubelt. Quelle: ap
Den Tränen nahe: Einige Mitglieder feiern den Wahlsieg emotional. Quelle: Reuters
Dagegen herrscht bei der bisherigen Regierungspartei Nea Dimokratia Entsetzen – sie landet deutlich hinter Syriza. Quelle: ap
Pure Enttäuschung bei den Anhängern von Nea Dimokratia. Die bisherige Regierungspartei sackt deutlich ab. Quelle: Reuters
Schon die erste Wahlprognose sah Syriza mit 35,5 bis 39,5 Prozent vorne. Das ließ die Anhänger auf der Wahlparty jubeln. Quelle: Reuters
Auf der Wahlparty des linksradikalen Bündnisses Syriza feierten auch Deutsche mit – Anhänger der Linken. Die wollen „von Griechenland aus Europa verändern“. Quelle: Reuters
Alexis Tsipras (M.) war schon vor den ersten Prognosen der Mann des Tages. Wo der haushohe Favorit vom radikalen Linksbündnis Syriza auch auftauchte, das Interesse war gewaltig. Quelle: dpa

Der Dax lässt sich vom griechischen Wahlergebnis nicht beirren. Nachdem der Leitindex am Montagmorgen im Minus startete, drehte er schon am Vormittag deutlich ins Plus. Entgegen der Erwartungen bleiben Anleger trotz des Wahlsieges des Linksbündnis Syriza optimistisch.

Offenbar überwiegt an den Märkten die Freude über das von der Europäischen Zentralbank (EZB) angekündigte Anleihekaufprogramm deutlich gegenüber dem Wahlergebnis in Griechenland. "Die Stimmung ist angesichts der jüngsten Konjunkturspritze der EZB einfach zu gut, um den Dax nachhaltig ins Minus zu drücken", sagte ein Börsianer. Lediglich Bankwerte gehörten zu den Verlierern, die Angst vor einem Schuldenschnitt Griechenlands drückten die Papiere ins Minus.

Reaktionen in den Medien

Die Aussicht darauf, dass die EZB ab März monatlich für 60 Milliarden Euro Anleihen kaufen wird, verscheucht die Angst vor einer wiederaufflammenden Euro-Krise. "Wir erwarten nicht, dass die aktuellen Entwicklungen den Euro noch weiter schwächen", schreiben die Analysten der BNP Paribas in einem Kommentar.

Der Euro war nach dem Syriza-Sieg zeitweise unter 1,11 Dollar gefallen und lag damit auf einem Elf-Jahres-Tief. Im Tagesverlauf lag die Gemeinschaftswährung allerdings wieder leicht im Plus. Auch hier dürfte die Wirkung der geldpolitischen Lockerung durch die Zentralbank überwiegen.

Auch den ifo-Index hat der schwache Euro angetrieben. Der Indikator legte bereits zum dritten Mal in Folge zu und kletterte von 105,5 auf 106,7 Punkte. „Die Unternehmen waren merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage", sagte ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Zudem blickten sie wieder mehrheitlich optimistisch auf die kommende Entwicklung, so der Ökonom.

Grund für die Zuversicht ist neben dem schwachen Euro vor allem der niedrige Ölpreis. Beides wirkt im Moment wie ein Konjunkturpaket, die Industrie und die Exportunternehmen frohlocken. Allerdings spielten die Entscheidung der EZB für den umstrittenen Ankauf von Staatsanleihen oder die Wahl in Griechenland noch keine Rolle, da sie für die Umfrage zu spät kamen.

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Die Experten von Fidelity sehen in der weitgehend positiven Reaktion der Märkte auf die Griechenland-Wahl auch ein Indiz dafür, dass die Ansteckungsgefahr von Griechenland auf andere Euro-Krisenstaaten deutlich geringer ist, als es viele befürchtet haben.

"Der Finanzsektor steht heute deutlich robuster da, als zum Höhepunkt der Krise 2011", heißt es in einer Analyse. Europas Finanzinstitute hätten Kapitalreserven aufgebaut und Verflechtungen reduziert. "Daher gehe ich davon aus, dass die Kurse an den Finanzmärkten heute eher von den Fundamentaldaten der Unternehmen beeinflusst werden als von externen Makrofaktoren", schreibt Paras Anand, Leiter des europäischen Aktienteams bei Fidelity Worldwide Investments.

Während der Dax noch immer auf der EZB-Überholspur unterwegs ist, ist die Stimmung an der griechischen Börse mies. Anleger fürchten, dass Athen aus der Währungsunion ausscheiden könnte, sollte Syriza-Chef Alexis Tsipras die Reformauflagen der internationalen Geldgeber kippen und einen Schuldenerlass durchsetzen wollen. Die Athener Börse fiel zeitweise um 5,5 Prozent. Der Index für die heimische Bankenbranche brach sogar um bis zu 12,3 Prozent ein.

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