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Daytrader Kongress der Börsenzocker

Die meisten Daytrader verrichten ihre Börsengeschäfte ohne Öffentlichkeit im Schutz ihrer Privaträume. Was passiert, wenn sich 120 Börsenvernarrte zum Anlegerkongress mit Profis treffen.

Mehr als 120 Männer und wenige Frauen sind aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und sogar aus Aserbaidschan gekommen, um unter anderem dem Daytrader Jörg Schmidt auf die Finger zu schauen. Quelle: Angelika Ivanov für WirtschaftsWoche

„Zocker“, sagt Hermann Kutzer, „ist kein schlechtes Wort.“ Der Journalist und langjährige Börsenkenner hat recherchiert. Das Wort hat ihm zufolge seinen Ursprung im Jiddischen und Hebräischen und bedeute vielmehr „lächelnder Spieler“. Betrachtet man die fünf Trader, die mit ihm auf dem Podium sitzen, trifft das sogar ein wenig zu. Dennoch ist „Zocker“ spätestens seit Finanzkrise und Occupy-Bewegung nicht unbedingt eine schmeichelhafte Bezeichnung. Und sie verzerrt die Tatsache, dass Daytrader, die ihre Positionen an den Börsen innerhalb des gleichen Tages wieder schließen, ebenso eine Anlagestrategie brauchen, wie langfristig orientierte Anleger.

Um nicht weniger als die optimale Anlagestrategie für Daytrader ging es auch auf der Geburtstagsparty des Online-Brokers FxFlat im Düsseldorfer Hilton Hotel vor ein paar Tagen. Zum fünften Geburtstag der Handelsplattform konnten sich 120 Börsenbegeisterte Tricks von fünf Profis der Szene abschauen.

Die Weisheiten der Investoren
Crahs-Prophet und Börsenguru Marc Faber: Er kritisiert vor allem Notenbanken und Regierungen. Durch die lockere Geldpolitik von FED und EZB seien gefährliche Gleichgewichte entstanden. Im Krisenfall hält der Börsenguru grundsätzlich ein "Goldverbot" für "absolut realistisch". Trotzdem empfiehlt Faber Investitionen in Gold. Die jüngste Goldpreis-Korrektur sei eine gute Gelegenheit um weiter zuzukaufen. Quelle: Gian Marco Castelberg
Ein Tipp zum saisonalen Verhalten: "Verkaufe im Mai, aber vergiss nicht im September wieder zu kaufen" (Englisch: "Sell in May and go away. But remember to come back in September"). Der Spruch ist allerdings nicht immer richtig. Historisch gesehen lag der Dax in den Sommermonaten 1994 bis 2009 häufiger im Minus als im Winter, aber eine eindeutige Tendenz ist daraus nicht abzuleiten. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise lohnt es sich sogar umgekehrt zu investieren - also im September zu verkaufen und im Mai wieder einzusteigen. Quelle: Fotolia
Blick in den Zuschauerraum des Staatstheaters im brandenburgischen Cottbus Quelle: dpa
ein Vater mit seinem Sohn bei einer Schlittenpartie Quelle: dpa
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler und Rainer Brüderle. Quelle: dpa
Eine indische Braut umgben von anderen Frauen Quelle: dapd
Buddha-Statue in Sri Lanka Quelle: dpa

Noch lächeln Birger Schäfermeier, Carl Wilhelm Düvel, Giovanni Cicivelli, Philipp Schröder und Jörg Schmidt. Entspannt klicken sie auf den Börsenseiten auf ihren Bildschirmen herum, scrollen durch Kurse und Nachrichten und blicken wieder freundlich zu den Zuschauern. Mehr als 120 Männer und wenige Frauen sind aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und sogar aus Aserbaidschan gekommen, um ihnen auf die Finger zu schauen. Sie wollen erleben, wie live an den globalen Märkten gehandelt wird. Und zwar „von den besten Tradern Deutschlands“, wie Rafael Alexander Neustadt, Vorsitzender von FxFlat, beteuert.

Die Uhren über den Türen des Hotelsaals springen auf 15 Uhr. Es geht los. Schlagartig schwindet das Zocker-Lächeln der Trader, sie legen die Stirn in Falten und blicken konzentriert auf ihre Kursanzeigen. Die Köpfe rauchen, die Anspannung ist spürbar. Mit wenigen Klicks und ein paar Eingaben steigen sie in den Handel ein. Danach greifen die Trader zum Mikro und erklären, was sie gehandelt haben und warum. Die Zuschauer hören aufmerksam zu und schreiben mit. Viele von ihnen bezeichnen Traden als ihr Hobby.

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