Debatte um Fahrverbote Mittelständler reinigt Dieselabgas mit "Coladose"

Drohende Sperren für Diesel in deutschen Städten beuteln die Aktien der großen Autohersteller. Der Kurs eines kleinen börsennotierten Unternehmens dagegen ist in die Höhe geschossen – wegen einer Idee zur Abgasreinigung.

Abgas kommt aus dem Auspuff eines Autos Quelle: dpa

Vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart wurde in der vergangenen Woche über eine Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen das Land Baden-Württemberg entschieden. Es ging dabei unter anderem um die Frage, ob die Stadt Stuttgart Fahrverbote für besonders schmutzige Dieselautos verhängen darf. Ja, darf sie, sagten die Richter.

Das Recht auf saubere Luft habe hier Vorrang vor dem Eigentumsrecht der Autofahrer. Die haben ihre Wagen in dem Glauben gekauft, überall und immer damit fahren zu dürfen. Mögliche Fahrverbote aus Gründen des Umwelt- und Gesundheitsschutzes könnten die Freiheit der Autobesitzer jetzt deutlich einschränken.

Ähnliche Klagen hat die Umwelthilfe auch in 15 anderen großen Städten angestrengt, darunter München und Frankfurt. Was hat das alles mit der Börse zu tun?

Abgasreinigung per "Coladose"


Während die Aktien der großen Autohersteller durch den Dieselskandal, drohende Fahrverbote und Nachrüstkosten gebeutelt werden, rechnet sich ein kleines börsennotiertes Unternehmen wegen der ganzen Abgasmisere Chancen aus.

So wichtig ist die Autoindustrie für Deutschland

Es handelt sich um die Baumot Group, die Anlagen zur Abgasreinigung von Autos baut. Derzeit liefert die Baumot-Tochter Twintec vorwiegend für große Fahrzeuge wie Lkw, Busse oder Bagger. Die Reinigungsgeräte in der Größe einer Coladose können aber auch nachträglich in kleinere Autos eingebaut werden, also in Pkw. Laut einem externen Sprecher des Unternehmens soll die Nachmontage allein mit gängigen Ersatzteilen der betroffenen Automarken und Modelle möglich sein und könnte in Kfz-Werkstätten um die Ecke erledigt werden. Kosten pro Fahrzeug: 1500 Euro.

Das klingt besonders interessant, denn die Stuttgarter Richter haben den Plan von Politik und Autoindustrie abgeschmettert, wonach die Abgaswerte durch eine überarbeitete Motorsoftware verbessert werden sollten. Softwareupdates aber reichen laut Landgericht Stuttgart nicht, um die Grenzwerte einzuhalten.

Aus Sicht der Umwelthilfe könne dagegen das von Baumot angebotene BNOx genannte Nachrüstsystem Dieselautos so sauber machen, dass sie in die Sperrzonen der Innenstädte fahren dürften.

Baumot-Chef Marcus Hausser sieht angesichts der aktuellen Debatte um Fahrverbote und Nachrüstungen bei Pkw zusätzliche Potenziale für sein Unternehmen.

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