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Der große Dax-Check Kaufen, halten, verkaufen - was Dax-Anleger jetzt tun sollten

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Wirtschaft in der Flaute

Diese Dax-Aktien sollten Anleger halten

Diese kommen zu dem Schluss, dass die Weltwirtschaft 2013 nicht aus der Flaute herauskommen wird. Die Eintrübung in Europa und den USA hat den Optimismus der Volkswirte weitgehend erstickt. In der Euro-Zone erwarten die Experten 2013 ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent. Die Euro-Krise brodelt zudem weiter: Portugals Banken haben weitere acht Milliarden Euro Kapitalbedarf, schätzt die Ratingagentur Moody’s, Paris und Rom schaffen ihre Defizitziele nicht. Hoffnungsträger China schickte Anfang der Woche mit schwächer als erwartet ausgefallenen Wachstumszahlen die Börsen und Rohstoffmärkte weltweit auf Talfahrt.

In den USA hatte zuvor der im amerikanischen Dow Jones notierte Aluminiumriese Alcoa, der traditionell die US-Berichtssaison mit seinen Zahlen eröffnet, die Börse stark verunsichert. Das als Konjunkturbarometer geltende Unternehmen konnte zwar ein überraschendes Gewinnplus vorlegen. Gleichzeitig jedoch versetzte Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld den Börsianern einen mächtigen Schreck, mit einem Umsatzrückgang im Quartal von drei Prozent und einem vagen Geschäftsausblick für das laufende Jahr. Der Kurs fiel daraufhin um rund drei Prozent.

Chemie: Prognosen gekappt

Auch die meisten deutschen Großunternehmen machen aktuell kaum in Optimismus. Sie kämpfen entweder mit hausgemachten Problemen oder mit konjunkturellem Gegenwind. Selbst der Leverkusener Dax-Aufsteiger Lanxess, der in den vergangenen Jahren fulminant seine Ergebnisse verbesserte, ist offenbar in schwierigeres Fahrwasser geraten. Wegen der anhaltenden Autokrise in Europa und einer damit einhergehenden geringen Nachfrage nach chemischen Produkten – Lanxess ist der weltgrößte Hersteller von synthetischem Kautschuk, der in Reifen und Dichtungen verwendet wird – kappte Vorstandschef Axel Heitmann seine Prognose für den operativen Ertrag im ersten Quartal um mehr als die Hälfte. Die Börse quittierte den düsteren Ausblick mit Kursabschlägen von einem Viertel binnen eines Monats. „2013 wird uns das Leben nicht leichter machen. Eine grundlegende Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds ist bislang noch nicht festzustellen“, so Heitmann. Das schwache erste Quartal drückt wahrscheinlich auch das Jahresergebnis. Heitmann erwartet nicht, dass Lanxess wie im Vorjahr 1,2 Milliarden Euro bereinigten operativen Gewinn erreicht. Immerhin profitieren Aktionäre noch vom starken Jahr 2012 mit einer um 18 Prozent auf einen Euro je Aktie erhöhten Dividende.

Ganz andere Sorgen hat der zweite Chemiekonzern im Dax: BASF musste vor Monatsfrist seine Prognosen für die kommenden Jahre erheblich reduzieren. Grund dafür ist nicht die maue Konjunktur, sondern die Neuregelung wichtiger Bilanzstandards. Die neuen Regeln zur Bilanzierung von Altersansprüchen für die Mitarbeiter und zur Erfassung von Tochterunternehmen und Joint Ventures werden sich laut BASF deutlich negativ auf künftige Umsätze und Ergebnisse auswirken. 2015 erwarten die Ludwigshafener jetzt nur noch einen Jahresumsatz von 80 Milliarden Euro, fünf Milliarden weniger als bisher angenommen. Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) kalkuliert BASF mit einem um eine Milliarde auf 14 Milliarden Euro gekappten Ergebnis. Zudem erwartet BASF nur noch einen Überschuss auf die Kapitalkosten von 2,0 Milliarden nach bisher erhofften 2,5 Milliarden Euro. Auch die Umsatz- und Ergebnisziele für das Jahr 2020 passte der Chemiegigant nach unten an. Wegen der neuen Bilanzregeln verschlechtern sich etliche Kennzahlen für die Bewertung des Dax-Konzerns. Kaum tangiert wird immerhin das KGV, da sich der dafür verwendete Jahresüberschuss nur wenig ändert. Dennoch stand der BASF-Aktienkurs zuletzt stärker unter Druck als der Gesamtmarkt. Das Papier der Ludwigshafener bleibt aber bei Kursrückschlägen kaufenswert.

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