Deutsche Börse Unruhen kurbeln das Geschäft an

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten beflügeln die Deutsche Börse. Im dritten Quartal stiegen die Nettoerlöse um fast 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Börse Quelle: dpa

Die anhaltende Unruhe an den Finanzmärkten beflügelt die Deutsche Börse. Im dritten Quartal steigerte das Unternehmen seine Nettoerlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 20 Prozent auf 594,4 Millionen Euro, wie der Börsenbetreiber in Eschborn bei Frankfurt mitteilte. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) kletterte um 21 Prozent auf 283,1 Millionen Euro. Dabei profitierte das Unternehmen weiter vom regen Handelsgeschehen. Angesichts von VW-Krise, China-Sorgen und der Unsicherheit über die US-Zinspolitik mussten viele Investoren bei ihren Anlagen umschichten. Das hilft den Börsenbetreibern.

Allerdings stiegen zugleich die Kosten um ein Viertel auf 344 Millionen Euro. Dabei schlugen sich neben Wechselkurseffekten und höheren Rückstellungen für erwartete höhere Bonuszahlungen auch mehrere Sonderbelastungen nieder. So muss die Deutsche Börse für ihr eingeleitetes Sparprogramm zunächst Geld in die Hand nehmen. Zudem trieben zwei im Sommer abgeschlossene Übernahmen die Aufwendungen nach oben. So blieben unter dem Strich noch 166,1 Millionen Euro als Gewinn übrig, elf Prozent mehr als vor einem Jahr.

Allein im Terminbörsensegment Eurex legten die Erlöse nun um 36 Prozent zu, an den Aktienmärkten (Xetra) der Börse um 27 Prozent. Angesichts der hohen Wachstumsraten im Handelsgeschäft gab sich der Vorstand optimistisch, nun das obere Ende seiner Prognosespanne zu erreichen. Für dieses Jahr hat die Börse Nettoerlöse von 2,2 bis 2,4 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Davon sind nach neun Monaten bereits knapp 1,8 Milliarden Euro eingefahren. Der operative Gewinn soll 2015 bei 975 Millionen bis 1,175 Milliarden Euro landen. Im vergangenen Jahr waren die Nettoeinnahmen um sieben Prozent auf gut zwei Milliarden Euro gestiegen. Operativ verdiente das Unternehmen 2014 gut 960 Millionen Euro.

Bereits vor drei Monaten hatte der seit Juni amtierende neue Vorstandschef, Carsten Kengeter dem Konzern ehrgeizigere Wachstumsziele bis 2018 gegeben. Kengeter hat den Konzern in den vergangenen Monaten kräftig in Bewegung gesetzt. Neben dem neuen Sparprogramm zog er bereits zwei Übernahmen für insgesamt 1,3 Milliarden Euro durch. Er kaufte den Indexanbieter Stoxx komplett und heimste sich zudem die innovative Devisenhandelsplattform 360T ein.

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