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Devisen Furcht vor Eskalation in Syrien lastet auf türkischer Lira

Die Furcht vor einer neuen Eskalation des Syrien-Konflikts belastet die türkische Lira. Ein Dollar kostete 0,6 Prozent mehr als zum Wochenauftakt.

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Die türkische Währung ist trotz staatlicher Hilfe unter Druck. Quelle: Reuters

Ein Dollar kostete am Dienstag 6,0446 Lira, das ist so viel wie seit Mai 2019 nicht mehr. Investoren befürchten, dass es zu einer Eskalation im Konflikt zwischen den türkischen und den syrischen Truppen im Nordwesten Syriens kommt. Erst am Montag waren in der Provinz Idlib fünf türkische Soldaten durch Beschuss der von Russland unterstützten syrischen Truppen ums Leben gekommen.

"Die jüngsten Entwicklungen bereiten Sorgen, dass die Spannungen weiter zunehmen", sagte Jason Tuvey, Schwellenländer-Spezialist beim Finanzdienstleister Capital Economics. Bemühungen der Regierung, die Landeswährung zu stützen, dürften sich als vergeblich herausstellen. "Wenn man sich die niedrigen Devisenreserven der Türkei ansieht und ihre hohe Auslandsverschuldung, kann sie schlichtweg nicht lange durchhalten." Im vergangenen Jahr haben staatliche türkische Banken mehrere Milliarden Dollar verkauft, um die Lira zu stützen.

Die türkische Bankenaufsicht hat inzwischen zudem das Volumen bestimmter Devisengeschäfte auf zehn Prozent des Stammkapital reduziert. Bisher lag die Grenze bei 25 Prozent. „Kurzfristig wirkt dieses Instrument immer ganz prima“, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. „Letztendlich ist das aber ein Pyrrhus-Sieg der türkischen Politik.“ Denn mit solchen Aktionen verprelle die Regierung Investoren.

Von dieser Einschränkung sind nicht nur „böse Spekulanten“, sondern alle Ausländer, die Kapital in die Türkei gebracht haben, betroffen. Zumindest diejenigen, die zwar die Türkei in der Vergangenheit als attraktiven Investitionsstandort betrachteten, aber nicht auf die türkische Lira wetten wollten. „Wenn nur noch diejenigen in der Türkei investieren, die auch bereit sind, Lira-Risiko zu tragen, dann wird's dünn“, meint Leuchtmann.

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