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Devisen Turbulenter Handel mit der türkischen Lira

Die türkische Währung setzt ihre Talfahrt weiter fort und rutscht auf einen neuen Tiefstand. Nach Expertenmeinung deuten alle relevanten Daten auf einen weiteren Abwertungstrend der Lira hin.

Turkish lira banknotes are seen in this photo illustration shot January 7, 2014. REUTERS/Murad Sezer/Illustration/File Photo Quelle: Reuters

Zweifel an raschen Zinserhöhungen in den USA haben dem Euro am Dienstag Unterstützung gegeben. Die Gemeinschaftswährung kletterte am frühen Morgen um einen halben US-Cent bis auf 1,0626 Dollar. „Die Aufwärtsbewegung des Euro in den letzten Stunden dürfte auch mit der Unsicherheit in Bezug auf die morgige Pressekonferenz des zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump zusammenhängen und damit von der Dollar-Seite getrieben sein“, sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Schließlich sei die Unsicherheit über die genauen Wirtschaftspläne des Milliardärs weiter hoch. Daher gebe es Zweifel an den Inflations- und damit Zinsaussichten für die USA.

Trump will die weltgrößte Volkswirtschaft mit Steuersenkungen und einem Infrastrukturprogramm wieder flottmachen. Der Republikaner wird am 20. Januar die Nachfolge von Barack Obama antreten.

Starke Impulse am Devisenmarkt durch Konjunkturdaten sind im weiteren Tagesverlauf nicht zu erwarten. Lediglich in Frankreich werden Daten zur Industrieproduktion veröffentlicht. Ralf Umlauf, Experte bei der Landesbank Helaba, rechnet zwar mit robusten Daten, aber nicht mit nennenswerten Marktreaktionen.

Turbulent geht es unterdessen weiterhin bei der türkischen Lira zu. Die Währung setzte ihre Talfahrt fort und verlor im frühen Handel 1,7 Prozent an Wert. Ein US-Dollar kostete bis zu 3,7778 Lira und damit so viel wie nie zuvor. Auch gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung hat die Lira einen neuen Tiefstand erreicht. Ein Euro kostet mittlerweile 3,98 Euro. Noch Ende 2015 lag der dieser Kurs drei Euro. Seit geraumer Zeit ist die Lira vor allem wegen der Terroranschläge und der politischen Unsicherheit unter Druck, da Anleger ihr Geld aus der Türkei abziehen.

„Alle relevanten Fundamentaldaten deuten auf einen stetigen Abwertungstrend der Währung hin“, schreibt die Commerzbank in ihrem Devisenausblick. Die Situation dürfte andauern, bis die Zentralbank zu einer Erhöhung der Zinsen gezwungen sie. „Wir rechnen in diesem Monat mit einer weiteren Zinserhöhung um 50 Basispunkte, wobei mehr erforderlich wäre, wenn die Zentralbank dem Trend wirklich etwas entgegensetzen wollte“, schreiben die Devisenexperten.

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