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Devisen Verfall der Lira setzt sich fort – Immer mehr ausländische Anleger stoßen Anleihen ab

Am Devisenmarkt markiert die Lira den dritten Tag in Folge ein Rekordtief. Dafür gibt es nach Einschätzung von Analysten gleich mehrere Gründe.

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Kräftige Abwertung. Quelle: dpa

Wegen der anhaltenden Talfahrt der türkischen Lira trennen sich immer mehr ausländische Anleger von Anleihen des Landes. Dies trieb die Rendite der bis 2034 laufenden Dollar-Bonds am Montag auf 7,640 Prozent, den höchsten Stand seit rund einem Monat. Gleiches galt für die Titel mit einer Laufzeit von 2041, die bei 7,817 Prozent rentierten. Der Leitindex der Istanbuler Börse verlor ein Prozent.

Am Devisenmarkt markierte die Lira den dritten Tag in Folge ein Rekordtief. Im Gegenzug verteuerten sich Dollar und Euro um jeweils etwa ein Prozent auf 8,0658 und 9,5456 Lira. „Das war so vorhersehbar, nachdem die türkische Notenbank mit ihrer Zinsentscheidung vergangene Woche enttäuscht hatte“, sagte Timothy Ash, Chef-Analyst für Schwellenländer beim Vermögensverwalter Blue Bay. Sie hatte sich trotz des seit Jahren anhaltenden Kursverfalls überraschend gegen eine erneute Zinserhöhung entschieden.

„Da das gesamt Land unter einem großen Berg von Fremdwährungskrediten leidet, wird die Währungsschwäche zu einem akuten Problem“, warnte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegt die Auslandsverschuldung bei 62 Prozent. Eine Zahlungsbilanzkrise liegt im Bereich des Möglichen.“

Als weiteren Belastungsfaktor für die türkischen Börsen nannten Analysten die politischen Spannungen mit den USA und Frankreich, den Streit mit Griechenland über Erdgas-Vorkommen im Mittelmeer oder den Krieg zwischen dem benachbarten Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach. Die Türkei unterstützt in diesem Konflikt Aserbaidschan.

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