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Dividende statt Zins Machen Sie Frühjahrsputz im Depot!

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Dividendenaristokraten können Schwankungen ausgleichen

Die Risikoaufschläge seien wieder geringer geworden, so der Fondsmanager. "Sie bewegen sich auf einem Niveau, welches der Dividendenrendite ausgewählter Aktien entspricht", sagt Schoenhaut. Auch DZ-Bank-Experte Kahler sieht diese Entwicklung. "Der Trend in Richtung "Verrentung der Aktie" dürfte anhalten", erklärt Kahler. Langfristanlegern empfiehlt der Aktienstratege den Kauf sogenannter Dividendenaristokraten. So werden im Finanzjargon Aktien von Unternehmen bezeichnet, die auf lange Zeit, beispielsweise in den vergangenen zehn Jahren, immer eine Dividende an ihre Aktionäre ausgeschüttet haben.

Dividendenstarke Aktien mit Kurspotenzial 2015

Deren Aktien seien die "neuen Anleihen", so Kahler. Die regelmäßigen Dividenden könnten mögliche Schwankungen im Depot ausgleichen. Dank niedrigem Ölpreis und schwachem Euro als kleine Konjunkturprogramme rechnet die DZ Bank in diesem Jahr mit einer Rekordausschüttung deutscher Unternehmen. Im HDax, also allen Unternehmen aus Dax, MDax und TecDax, erwarten die Analysten Ausschüttungen in Höhe von 37 Milliarden Euro. Auch in den kommenden Jahren erwarten die Analysten einen Anstieg bei den Aktionärsbeteiligungen von im Schnitt sechs Prozent.

Noch entscheidender als die tatsächlichen Zahlungen sind die Dividendenrenditen, also die Verzinsung des investierten Kapitals je Aktie. Im Dax beispielsweise rechnen die Analysten mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 2,7 Prozent. Gegenüber den Renditen am Rentenmarkt sei das ein Aufschlag von über zwei Prozent.

Siemens erfüllt die Erwartungen

Ein aktuelles Beispiel liefert Siemens. Die Münchener zahlen ihren Anlegern in diesem Jahr 3,30 Euro Dividende je Aktie - immerhin 30 Cent mehr als im Vorjahr. Gemessen am aktuellen Kursniveau ergibt sich eine Dividendenrendite von deutlich über drei Prozent. Eine bis 2019 laufende Anleihe des Konzerns bringt Anlegern dagegen nur einen Zins von 1,65 Prozent.

Damit hat Siemens die Erwartungen der Dividenden-Picker mal wieder erfüllt. Denn der Konzern gehört schon lange zu den Dividendendinos im Dax. In den vergangenen zehn Jahren haben die Münchener immer ausgeschüttet und ihre Dividende mindestens stabil auf Vorjahresniveau gehalten. Sechs Mal wurde der Aktionärsbonus erhöht.

Neben Siemens favorisieren die DZ-Bank-Analysten den Rückversicherer Munich Re, BASF, Modeunternehmer Hugo Boss, Axel Springer und die Deutsche Börse als deutsche Dividendenaristokraten.

Die höchste Dividendenrendite dürfte in diesem erlauchten Kreis mal wieder der Münchener Rückversicherer liefern. Prognostiziert werden knapp 4,5 Prozent. Die Munich Re gilt seit Langem als Garant für Ausschüttungen: Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden sie acht Mal erhöht. Auch in diesem Jahr rechnen Beobachter mit 7,50 Euro je Aktie.

Kein Wunder, das auch der Kurs der Aktie profitiert und allein seit Jahresbeginn um mehr als sieben Prozent zugelegt hat. Die Ankündigung von Munich-Re Vorstand Nikolaus von Bomhard, die Dividenden sollten "nie runter, nur rauf", dürfte Interessenten angelockt haben. Denn die Aussichten sind gut. Zuletzt gab es weniger Katastrophenschäden als erwartet.

Börse



Dennoch bleibt die Aktie für Anleger vergleichsweise günstig. Aktuell zahlen Anleger für das Papier nur knapp das neunfache des Gewinns (Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz: KGV). Damit liegt das KGV unter dem aktuellen Dax-Durchschnittswert von rund 13. Insgesamt gelten die Bewertungen in Deutschland noch als moderat, vor allem im Vergleich zu den USA. Anleger könnten sich zwar auch an der Wall Street nach Dividendenaristokraten umschauen - Experten raten zu Papieren wie Procter & Gamble, McDonald's oder Chevron - müssen dort aber die höheren Bewertungen in Kauf nehmen.

Wer trotz steigender Bewertungen zum Dividendenpicker werden möchte, sollte in jedem Fall darauf achten, dass die Ausschüttungen der Konzerne auch durch entsprechende Gewinne gerechtfertigt sind. Ausschüttungen aus der Substanz, nur um die Aktionäre nicht zu verschrecken, gelten unter Finanzexperten als Alarmzeichen.

In diesem Jahr können sich Anleger allerdings berechtigt Hoffnungen machen: Laut Daten der Commerzbank haben die großen deutschen Aktiengesellschaften 2014 im Schnitt 16 Prozent mehr Gewinn erwirtschaftet als im Vorkrisenjahr 2007. Die Zeichen für einen Dividendenregen stehen also gut.

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