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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 Trumps Tiktok-Verbot und US-Job-Daten belasten die Wall Street

Die US-Wirtschaft schuf im Juli mehr Jobs, als zuvor erwartet. Trotz fehlen dort viele Millionen Stellen. Technologieaktien geraten nach Trumps Tiktok-Verbot unter Druck.

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In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange. Quelle: dpa

Das Vorgehen von US-Präsident Donald Trump gegen den Kurzvideo-Dienst TikTok und ein langsamerer Jobaufbau im Juli schlägt den US-Anlegern zum Wochenschluss auf die Stimmung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete am Freitag 0,4 Prozent schwächer bei 27.296 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,3 Prozent nach auf 3340 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank ebenfalls um 0,3 Prozent auf 11.077 Punkte.

Die US-Wirtschaft schuf im Juli zwar 1,76 Millionen neue Jobs, mehr als Experten erwartet hatten. Im Juni waren es aber noch 4,8 Millionen - und bis der Corona-Einbruch wieder wettgemacht ist, fehlen immer noch viele Millionen Stellen. „Es sind gute Nachrichten, dass die Erholung nicht ins Stocken geraten ist“, sagte Yung-Yu Ma, Chefstratege bei BMO Wealth Management in Portland, Oregon. Allerdings sei damit nicht alles wieder gut: „Wir stehen definitiv noch vor Schwierigkeiten.“

Demokraten und die US-Regierung ringen um ein weiteres Hilfspaket, nachdem einige Corona-Hilfen ausgelaufen sind oder am Freitag zum letzten Mal gezahlt werden. Bislang liegen die Positionen jedoch noch weit auseinander. Dabei geht es vor allem um die zusätzliche landesweite Arbeitslosenhilfe von 600 Dollar pro Woche. Die Tatsache, dass nun wieder Jobs geschaffen würden und die Arbeitslosenquote zurückgegangen sei, könne dazu führen, dass das Hilfspaket geringer ausfalle als es die Demokraten anstrebten, sagte Naeem Aslam, Chefanalyst beim Handelshaus Avatrade.

Technologieaktien gerieten nach dem Vorgehen Trumps gegen TikTok unter Druck. Der US-Präsident verbietet wegen Sicherheitsbedenken per Dekret Transaktionen mit zwei der größten in den USA tätigen IT-Konzernen aus China: ByteDance, dem Eigner der vor allem bei Jugendlichen beliebten Video-App TikTok, und dem WeChat-Betreiber Tencent. Die Anordnungen treten in 45 Tagen in Kraft. Chinas Außenministerium konterte: Die Interessen chinesischer Firmen würden verteidigt, sagte ein Sprecher.

Blick auf die Einzelwerte

Tencent: In Asien fielen die Aktien von Tencent Music Entertainment um zehn Prozent, die in New York gelisteten Titel gaben knapp vier Prozent nach.

Microsoft: Die Papiere sanken um 0,9 Prozent. Der Softwarekonzern hat Interesse am Kauf des US-Geschäfts von TikTok angemeldet.

Goldman Sachs: Die Papiere von Goldman Sachs notierten 0,4 Prozent schwächer. Der 3,9 Milliarden Dollar schwere Vergleich in der Korruptionsaffäre beim malaysischen Staatsfonds 1MDB drückt das Ergebnis der Großbank. Statt des ursprünglich ausgewiesenen Gewinns von 2,25 Milliarden Dollar blieb im zweiten Quartal nur noch ein Überschuss von 197 Millionen übrig.

Die Berichtssaison in den USA ist weitgehend vorbei. Etwa 83 Prozent der Mitglieder im S&P, die ihre Zahlen schon vorgelegt haben, haben die zuvor dramatisch gesenkten Prognosen der Analysten übertroffen, und zwar im Schnitt um 23,5 Prozent - so stark wie nie zuvor.

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