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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 US-Börsen reagieren kaum auf Zinssenkung – Aktien von GE und Mattel legen zweistellig zu

Notenbankchef Jerome Powell hatte die Anleger auf den weiteren Zinsschritt vorbereitet. Nun richtet sich ihr Augenmerk auf seinen Ausblick. Erste Signale gibt es bereits.

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Die US-Aktienmärkte haben ohne nennenswerte Kursausschläge auf die Zinsentscheidung der Notenbank Fed reagiert. Der Leitindex Dow Jones (27.093 Punkte), der breiter aufgestellte S&P 500 (3.036 Zähler) wie auch der Technologieindex Nasdaq (8.272 Punkte) notierten kurz nach Bekanntgabe der dritten Leitzinssenkung in Folge quasi unverändert zum Vortagesschluss.

Einzeltitel wie die von General Electric und Mattel profitierten indes von den jeweiligen Quartalsergebnissen. Beide Aktien legten bis zum Mittagshandel zweistellig zu.

Die Währungshüter kappten den Leitzins am Mittwoch weiter um einen Viertelpunkt auf die neue Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent. Zuletzt hatte sie im September und im Juli die Zinsen gesenkt, um die vom Zollkonflikt mit China ausgehenden Gefahren für die Wirtschaft abzumildern.

US-Notenbankchef Jerome Powell hatte die Märkte auf die jüngste Senkung vorbereitet. Zugleich signalisierte die Fed im Begleittext zum Zinsbeschluss nun, eine Pause einlegen zu wollen.

Die erwartete Zinssenkung sei weitgehend in den Kursen bereits enthalten, sagte Anlagestratege Mike Loewengart von der Handelsplattform E-Trade Financial. Das Hauptaugenmerk richte sich auf das weitere Vorgehen der Fed.

Eine Zinssenkung um einen Viertel Prozentpunkt gelte als sicher, hatte auch Scott Brown, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Raymond James, bereits vor Bekanntgabe der Entscheidung gesagt. Daher warteten Investoren gespannt auf Aussagen des Fed-Chefs Jerome Powell zur weiteren Geldpolitik auf der obligatorischen Pressekonferenz. „Die meisten Leute rechnen mit Hinweisen, dass es wohl erst einmal die letzte Zinssenkung war.“

In Europa waren die Anleger vor der Zinsentscheidung in Deckung geblieben. Dax und EuroStoxx 50 notierten am Nachmittag 0,5 Prozent im Minus.

Die US-Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im dritten Quartal einer ersten Schätzung zufolge um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Von April bis Juni waren es zwei Prozent.

„Das Wachstum hat sich kaum verlangsamt, was aufgrund des robusten ersten Quartals und der positiven Überraschung im zweiten Quartal erfreulich ist“, bewerten die Experten der Landesbank Helaba die BIP-Zahlen. Insgesamt sei die Konjunktur in einer soliden Verfassung.

Da sich die Inflation mit 2,2 Prozent im Zielbereich der US-Notenbank Fed bewege, scheint es ihrer Ansicht nach keinen erhöhten Handlungsdruck für weitere Zinsschritte zu geben. Am heutigen Mittwoch erwarten aber auch die Helaba-Analysten aber eine Zinssenkung um 25 Basispunkte.

Das überraschend hohes US-Wirtschaftswachstum verschafft dem Dollar Auftrieb. Der Dollar-Index, der die Weltleitwährung zu anderen wichtigen Devisen misst, springt auf ein Tageshoch von 97,73 Punkten. Der Euro wertet im Gegenzug auf knapp über 1,11 Dollar ab nach zuvor 1,1120 Dollar. 

Einzelwerte im Fokus

General Electric: Die Aktien des Industriekonzerns legten um mehr als zehn Prozent zu, nachdem der Industriekonzern die Quartalsprognosen übertroffen und die Cash-Flow-Prognose für das Jahr angehoben hatte. Der angeschlagene Mischkonzern verbuchte im dritten Quartal einen Verlust von 1,33 Milliarden Dollar – nach einem Minus von knapp 23 Milliarden vor Jahresfrist. Bereinigt erwirtschaftete der in Boston ansässige Konzern jedoch mehr Gewinn als erwartet, nämlich 5 Cent je Aktie, während Analysten elf Cent je Anteilsschein geschätzt hatten.

Der Umsatz lag mit 23,39 Milliarden Dollar in etwa auf Vorjahresniveau. Die Sanierung des Kraftwerks-Geschäfts und die Folgen zweier Boeing-Flugzeugabstürze hatten GE bereits im zweiten Quartal wieder in die Verlustzone abrutschen lassen.

Mattel: Die Papiere des Spielzeugherstellers schnellten zeitweise um 18 Prozent nach oben, notierten zur Handelsmitte noch rund elf Prozent im Plus. Der Spielzeughersteller meldete einen überraschenden Anstieg des Quartalsumsatzes aufgrund der höheren Nachfrage nach neueren Modellen seiner Flaggschiffmarke Barbie und Puppen auf Basis der koreanischen Pop-Sensation BTS. Nach fünf Jahren mit rückläufigen Erlösen sei dies ermutigend, konstatierte Analystin Stephanie Wissink von der Investmentbank Jefferies.

Johnson & Johnson: Aufatmen für Aktionäre des Pharmakonzerns. Die Titel stiegen um 3,2 Prozent, weil nach Unternehmensangaben in 15 Tests kein Asbest in Babypuder-Flaschen gefunden wurden. Die Lebensmittelüberwachungsbehörde "Food and Drug Administration" (FDA) hatte für Spuren von Asbest gefunden und bleibt bei ihren ERgebnissen.

Techaktien: Vor Veröffentlichung ihrer Quartalsberichte nach Börsenschluss gaben Apple 0,4 Prozent und Facebook ein Prozent nach.

Mehr: Die Fed wird die Erwartungen der Anleger mit einem Zinsschritt am Mittwoch erfüllen. Offen ist aber, was sie für die Zeit danach in Aussicht stellt.

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