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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 US-Wirtschaft verliert 701.000 Arbeitsplätze – Börsen starten mit Minus in den Handel

Wichtige Indizes reagieren zum Handelsstart an der Wall Street kaum auf die neuen Hiobsbotschaften: Im März sind in den USA 701.000 Stellen abgebaut wurden – mindestens.

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Trotz schlechter US-Arbeitsmarktdaten haben die US-Börsen am Freitag nur leicht im Minus eröffnet. Der US-Leitindex Dow Jones verlor 0,4 Prozent und eröffnete mit 21.335 Punkten. Der breiter aufgestellte S&P 500 startete 0,2 Prozent im Minus bei 2520 Punkten, und der technologielastige Nasdaq gab 0,2 Prozent nach auf 7476 Zähler. Zuvor hatte der deutsche Leitindex Dax ohne große Ausschläge auf die Veröffentlichung der Zahlen reagiert.

Noch am Donnerstag hatte die Hoffnung auf ein rasches Ende des Ölstreits zwischen Saudi-Arabien und Russland ein Kursfeuerwerk bei Rohöl ausgelöst und Anleger an die Wall Street zurückgelockt – die Erwartung der Arbeitsmarktdaten trat in den Hintergrund. Der US-Leitindex Dow Jones schloss daraufhin 2,2 Prozent im Plus bei 21.413 Punkten. Der Nasdaq rückte 1,7 Prozent auf 7487 Punkte vor und der S&P 500 legte 2,3 Prozent auf 2527 Punkte zu.

Kurz vor Eröffnung der US-Börsen an diesem Freitag hat die US-Regierung die neuen Arbeitsmarktdaten für März veröffentlicht: Nach dem Ausbruch der Coronavirus-Krise sind in den USA um ein Vielfaches mehr Jobs gestrichen worden als erwartet. Im vorigen Monat wurden 701.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft abgebaut. Von Reuters befragte Ökonomen hatten für März lediglich mit 100.000 gerechnet.

Dazu kommt: Allein in den vergangenen beiden Wochen meldeten sich in den USA zehn Millionen Menschen arbeitslos – so viele wie nie zuvor. Die Auswirkungen dieser hohen Zahl an Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe sind in den Arbeitslosenzahlen allerdings noch kaum abgebildet. „Der Stichtag für die sogenannten ‚Payrolls' lag vor der Explosion der Erstanträge. Voll durchschlagen werden diese Zahlen erst im nächsten Monat“, hatte Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner schon vor der Veröffentlichung gewarnt. Die Arbeitslosenquote stieg aber dennoch bereits von zuvor 3,8 Prozent auf 4,4 Prozent an.

Für die Börsen könnten die schockierenden Zahlen aber auch Glück im Unglück sein, sagte Timo Emden, Marktanalyst beim gleichnamigen Analysehaus. „Je gravierender die Weltwirtschaft unter den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zu leiden hat, desto größer die Hoffnung auf weitere Notenbanker-Schützenhilfe.“

Die Analysten der US-Bank Morgan Stanley halten einen Einbruch der US-Wirtschaftsleistung um 38 Prozent im zweiten Quartal für möglich – das ist so viel wie seit dem Nachkriegsjahr 1946 nicht mehr. Auch in Europa bricht die Wirtschaft ein, die Einkaufsmanagerindizes kollabierten. „Unsere Daten deuten auf einen Einbruch der Euro-Wirtschaftsleistung von annähernd zehn Prozent hin“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. „Schlimmeres scheint in naher Zukunft unausweichlich.“

Blick auf andere Assetklassen

Investoren fassen nach Berechnungen der Bank of America dennoch wieder etwas Mut und greifen zu Anleihefonds, die in Unternehmenspapiere mit schlechter Bonität investieren. In der Woche bis Mittwoch summierten sich die Zuflüsse auf 6,9 Milliarden Dollar, das ist so viel wie nie zuvor.

Aktienfonds zogen mit 8,1 Milliarden Dollar so viel Geld an wie seit sieben Wochen nicht mehr. Zugleich war aber auch Bargeld gefragt: Mit 194,2 Milliarden Dollar wurde hier eine neue Bestmarke markiert.

Am Ölmarkt spekulieren Investoren derweil auf eine bevorstehende Einigung der großen Förderländer (Opec-Plus) auf weitere Produktionskürzungen. Der Preis für ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent legte mehr als fünfzehn Prozent zu auf 34,65 Dollar. Im Gespräch ist Insidern zufolge eine Drosselung um zehn Millionen Barrel (Fass zu je 159 Liter) pro Tag.

Blick auf Einzelwerte

ElectroCore: Die Pläne zum Einsatz eines Nerven-Stimulators zur Behandlung von Coronavirus-Patienten beschert ElectroCore einen Kurssprung. Die Aktien der Medizintechnik-Firma stiegen am Freitag zum Handelsstart um 81 Prozent auf 1,35 Dollar.

Das Unternehmen beantragte den Angaben zufolge eine Notfall-Genehmigung zur Untersuchung der Wirksamkeit des Geräts GammaCore Sapphire, das zur Behandlung von Migräne mit Hilfe sanfter Elektrostöße zugelassen ist. In einigen Pilot-Studien sei GammaCore zur Linderung von Atemwegsproblemen eingesetzt worden.

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