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Dow Jones, S&P 500, Nasdaq US-Mobilfunkhochzeit sorgt für Zuversicht an der Wall Street

Dem Milliardendeal von T-Mobile US und Sprint in den USA stehen Anleger skeptisch gegenüber - dennoch gibt er der Wall Street Auftrieb.

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Händler an der New York Stock Exchange. Quelle: Reuters

Frankfurt Die geplante Fusion der Mobilfunkriesen T-Mobile US und Sprint ist noch nicht in trockenen Tüchern. Dennoch gab sie den Indizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 zur Eröffnung der Wall Street am Montag Rückenwind. Die Indizes stiegen um bis zu 0,6 Prozent. „Große Fusionen zeigen, dass die Zuversicht für solche Geschäfte vorhanden ist“, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets.

Allerdings gebe es noch einige kartellrechtliche Bedenken, sagen Börsianer. „Da muss man sich die Frage stellen, wie wahrscheinlich es ist, dass die Fusion genehmigt wird.“ Das schadete den Aktien von T-Mobile US und Sprint: Die US-Tochter der deutschen Telekom gab rund drei Prozent nach, Sprint verloren sogar zehn Prozent. Sie hatten in den vergangenen vier Wochen in Erwartung des Deals aber 33 Prozent zugelegt.

Mit Sprint, einem Tochterunternehmen der japanischen Softbank, gewinnt T-Mobile US nun einen Anbieter wichtiger Funkfrequenzen hinzu, die die US-Tochter der Deutschen Telekom bislang noch nicht besaß. Zusammen kommen die beiden Unternehmen auf rund 127 Millionen US-Kunden und über 70 Milliarden Dollar Jahresumsatz.

Der japanische Konzern Sprint ist stark verschuldet. Die bisherige Mutter Softbank ist damit gescheitert, das Unternehmen mit hohen Investitionen wieder auf Kurs zu bringen. T-Mobile US kaufe alle Sprint-Anteile, hieß es in einer Mitteilung. Für je 9,75 Sprint-Anteile erhalten deren Aktionäre eine neue Aktie der T-Mobile US ohne bare Zuzahlung.

Die Telekom-Aktie, mit einem Plus von drei Prozent am Montag zeitweise größter Dax-Gewinner, rutschte am Nachmittag jedoch wieder ins Minus. Sprint-Aktien verloren im vorbörslichen US-Handel sogar vierzehn Prozent und wurden somit bei 5,57 Dollar unter dem im Deal festgelegten Preis von ungefähr 6,62 Dollar gehandelt. T-Mobile US notierten rund drei Prozent schwächer bei 62,68 Dollar.

Mit dem angepeilten Zusammenschluss endet ein Machtpoker: Bereits 2014 wollten die Unternehmen fusionieren, damals scheiterte das Vorhaben an kartellrechtlichen Bedenken. Im vergangenen Jahr dann fieberte die Börse erneut lange auf die große Hochzeit hin, letztlich konnte man sich damals aber nicht auf Preis und Besitzverhältnisse einigen.

In der US-Ölindustrie will der Raffinerie-Betreiber Marathon den Konkurrenten Andeavor für 152 Dollar je Aktie oder insgesamt 23 Milliarden Dollar schlucken. Dessen Titel stiegen zur Eröffnung um zehn Prozent. Marathon büßten dagegen sieben Prozent ein.

Gefragt waren auch die Papiere von McDonald's, die um über vier Prozent stiegen. Unter anderem dank eines starken Großbritannien- und Deutschland-Geschäfts legten die Quartalserlöse in den Läden, die seit mindestens 13 Monate geöffnet sind, um überraschend hohe 5,5 Prozent zu.

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