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Dow Jones, S&P 500, Nasdaq Zinssorgen belasten Wall Street

Experten rechnen mit der stärksten Bilanzsaison seit Jahren – aber die Stimmung an den US-Börsen bleibt am Donnerstag eingetrübt.

New YorkDie laufende Bilanzsaison drängt die Anleger an der Wall Street zur Zurückhaltung. In seinem Frühhandel notierte der Dow Jones bei 24.705 Punkten 0,2 Prozent leichter. Auch der S&P 500 verlor 0,4 Prozent und lag bei 2696 Punkten. Die Technologiebörse Nasdaq notierte 0,5 Prozent leichter bei 7260 Zählern. In Europa gab der Dax am Donnerstag 0,3 Prozent nach und lag bei 12.560 Punkten.

„Wir müssen die ganzen Informationen erst einmal verdauen“, sagte Art Hogan, Marktstratege bei B. Riley FBR in Boston. Insgesamt sehe es aber weiter gut aus. Im Schnitt rechnen Experten mit einem Gewinnanstieg von 19,4 Prozent bei den Unternehmen des S&P 500 – das größte Plus seit sieben Jahren. Unterstützung kam von der Konjunkturseite. So fiel der Konjunkturindex des Fed-Bezirks in Philadelphia mit plus 23,2 Punkten höher als erwartet aus.

Auf der anderen Seite aber trübten Inflationssorgen die Stimmung an den Märkten. Genährt wurden die Inflationsängste vom Anstieg des Ölpreises auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch. Die Sorten Brent aus der Nordsee und WTI aus den USA verteuerten sich um jeweils mehr als ein Prozent auf 74,44 und 69,27 Dollar je Barrel (159 Liter).

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge strebt Saudi-Arabien einen Ölpreis von 80 bis 100 Dollar an. „Wenn er sich in Richtung 80 Dollar bewegt und der Euro noch etwas nachgibt, könnte Inflationsdruck aufkommen“, sagte Elwin de Groot, Chef-Anlagestratege der Rabobank.

„Das hat üblicherweise einen negativen Effekt auf die Konsumausgaben, vor allem vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen.“ Der Euro stagnierte am Donnerstag bei 1,2379 Dollar.

Höhere Inflationswerte sorgen für Druck auf den Aktienmarkt, weil mit einer höheren Teuerungsrate die Geldpolitik der US-Notenbank Fed strenger wird. Erhöht diese die Zinsen, ziehen Investoren ihr Kapital von den Aktienmärkten hin in andere Anlageklassen wie Anleihen.

Im Dow Jones lagen Procter & Gamble mit einem Abschlag von über drei Prozent ganz am Ende. Der Konsumgüterkonzern kauft von der Darmstädter Merck dessen Sparte für rezeptfreie Gesundheitsprodukte. Zugleich legte Procter & Gamble seine Quartalszahlen vor. American Express gewannen dagegen nach überraschend hohen Gewinnen sechs Prozent, womit sie die Favoritenliste im Dow anführten.

Apple verlor 1,7 Prozent. Der iPhone-Hersteller habe mit einer schwachen Nachfrage nach seinem jüngsten Modell zu kämpfen, erklärten die Analysten des Brokerhauses Mizuho Securities USA. Auch ein trüber Ausblick der Chipfirma TSMC belastete viele Tech-Werte.

Außerhalb des Dow stiegen Alcoa um über vier Prozent. Der Aluminiumkonzern übertraf mit seinem Quartalsergebnis die Prognosen der Analysten.

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