Dow Jones, S&P, Nasdaq: US-Börsen starten dank starker Bankbilanzen kaum verändert
Starke Bilanzen wichtiger Banken hieven die Wall Street am Dienstag trotz Zins- und Nahost-Sorgen leicht ins Plus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notiert zur Eröffnung ein halbes Prozent höher bei 37.909 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 und der Index der Technologiebörse Nasdaq liegen mehr oder weniger stabil bei 5058 und 15.877 Zählern.
Die US-Großbank Morgan Stanley hat zum Jahresstart dank anziehender Geschäfte im Investmentbanking mehr verdient. Auch die Quartalszahlen anderer großer Banken fielen positiv aus. „Die Berichte von heute Morgen waren gut“, sagte Rick Meckler, Partner bei Cherry Lane Investments.
„Darüber hinaus sucht der Markt nach seinem jüngsten Ausverkauf nach neuen Gründen, Aktien zu kaufen. Die Anleger sind nun über die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen hinweg und wählen eher Einzeltitel nach starken Zahlen aus, statt in ganze Indizes zu investieren.“
Produktion zieht weiter an
Die US-Wirtschaft zeigt trotz anhaltend hoher Zinsen und Inflation kaum Anzeichen von Schwäche. Nach dem Einzelhandelsumsatz wuchs im März auch die Produktion robust. Die gesamte Fertigung von Industrie, Versorgern und Bergbau wuchs um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie die US-Notenbank Federal Reserve am Dienstag in Washington mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten mit einem Plus in dieser Größenordnung gerechnet.
Im Februar war die Produktion nach revidierten Daten ebenfalls um 0,4 (bislang: 0,1) Prozent gewachsen. Betrachtet man nur die Fertigung im US-Industriesektor, kam es im März zu einem Anstieg von 0,5 Prozent. Experten hatten hier nur mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet, nachdem es im Februar bereits ein kräftiges Wachstum von revidiert 1,2 Prozent gegeben hatte. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hob zuvor seine Prognosen für das Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft an.
Demnach dürfte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 2,7 Prozent zulegen, nachdem im Januar nur mit 2,1 Prozent gerechnet wurde. 2025 soll es dann zu 1,9 Prozent reichen. Wegen der robusten US-Wirtschaft ist die Notenbank Fed nicht unter Druck, ihren Leitzins rasch zu senken. Dieser liegt bei 5,25 bis 5,50 Prozent. Bislang gingen die meisten Beobachter für Juni von einer ersten Zinssenkung aus, doch wegen der starken Konjunktur und der hartnäckig hohen Inflation halten viele Ökonomen mittlerweile eine spätere Zinswende für möglich.
Blick auf Einzelwerte
Morgan Stanley: Die Investmentbank hat Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Morgan Stanleys Umsatz übertrifft die Erwartungen von Analysten. Das Papier legt 3,5 Prozent zu.
Tesla: Der Aktienkurs des Elektroautoherstellers sinkt weiter. Das Minus liegt am Dienstag bei 3,1 Prozent. Schon am Montag ist Teslas Kurs gesunken, nachdem bekannt wurde, dass CEO Elon Musk plant, zehn Prozent der weltweiten Belegschaft zu entlassen.
United Health: Der Kurs des Versicherungskonzerns steigt um sechs Prozent. Zuvor hatte United Health Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Der Umsatz von 99,8 Milliarden US-Dollar hat die Erwartung von Analysten übertroffen.