Dow Jones und S&P 500 im Sinkflug China-Angst drückt auch die Wall Street ins Minus

Auch die US-Börsen sind aus Angst vor einem geringeren Wachstum der Weltwirtschaft mit hohen Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Insbesondere Rohstoffwerte leiden unter Chinas Nachfrageschwäche.

Händler an der Wall Street beobachten den Handelsstart. Quelle: REUTERS

Die fallenden Börsenkurse ziehen um die Welt. Nach den Börsen in Asien und in Europa sind auch die US-Märkte zur Eröffnung kräftig eingebrochen. Der S&P 500 hat in den ersten Minuten rund sechs Prozent verloren, der Dow Jones Index büßte gleich 1000 Punkte ein.

Es sind also nicht nur die deutschen Anleger, die vor einer Krise der globalen Wirtschaft Angst haben. Der deutsche Leitindex hatte bereits deutlich unter der 10.000 Punkte-Marke eröffnet, nach den schlechten Eröffnungskursen an der Wall Street fiel der Dax vorübergehend sogar unter 9400 Punkte.

So viel China-Umsatz steckt in den Dax-Aktien

Grund für den Kurssturz ist die Angst vor einer fatalen Schwäche der Weltwirtschaft, ausgelöst durch Probleme in China. Ängste vor einer harten Landung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft und deren Auswirkungen auf die globale Konjunktur gehen um. China galt bislang als einer der zukunftsträchtigsten Absatzmärkte weltweit. Ob deutsche Autobauer oder französische Luxusgüterhersteller - sie alle haben zuletzt vor allem auf die Chinesen als Konsumenten gesetzt. Insbesondere Exportunternehmen fürchten deshalb um ihre Erträge im Reich der Mitte.

Yuan mehrfach abgewertet

Weder die US-Wirtschaft noch die Volkswirtschaften der Euro-Zone seien stark genug, um die negativen Tendenzen aus Asien auszugleichen, es bestehe die Gefahr eines disinflationären Schocks, sagt Thomas Thygesen, Marktstratege bei der SEB. "Die Anleger haben gemerkt, dass die chinesische Währung weiter abgewertet werden könnte."

Bereits in den vergangenen Wochen hat die chinesische Notenbank den Yuan mehrfach abgewertet. Insbesondere in den USA waren die Zweifel am Markteingriff groß, Kritiker befürchteten, die Währung würde absichtlich geschwächt, um die chinesischen Exporte wieder zu stärken und den heimischen Gütern einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

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Am stärksten betroffen vom Kursrutsch an der Wall Street waren Rohstoff- und Ölwerte. Eni SpA und Total SA verloren jeweils über acht Prozent. China ist einer der wichtigsten Rohstoffimporteure der Welt, entsprechend drückt die Sorge um die Konjunktur die Preise.

Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verloren in der Spitze mehr als drei Prozent und notierten mit 44 und 39 Dollar je Fass auf dem tiefsten Stand seit sechseinhalb Jahren. Kupfer war mit 4903 Dollar je Tonne ebenfalls so billig wie seit mehr als sechs Jahren nicht mehr.

Schon in der vergangenen Woche mussten zahlreiche Papiere an der Wall Street einen Kursrutsch verkraften. Das liegt auch an den relativ hohen Bewertungen, die US-Aktien bereits erreicht hatten. "Am Markt hat es seit vier Jahren keine Korrektur mehr gegeben. Das hat zu einer Menge Selbstgefälligkeit geführt", erklärte Bruce Bittles, Chef-Investment-Stratege bei Robert W. Baird & Co. gegenüber Bloomberg Television. Entsprechend ist der sogenannte Angst-Index Vix zuletzt so stark gestiegen wie lange nicht mehr, er liegt jetzt auf dem höchsten Niveau seit der Staatsschuldenkrise 2011. Der Index misst die Schwankungserwartung der Anleger.

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