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Drohende Dividendenkürzung Telekom-Aktie verliert ihren letzten Vorteil

Aktionäre haben längst die Freude am Aktienkurs der Deutschen Telekom verloren. Einzig die hohe jährliche Dividende war attraktiv. Ab 2013 könnte aber auch damit Schluss sein.

Die Talfahrt der T-Aktie
Deutsche Telekom Quelle: dpa
Ron Sommer zeigt den Ausgabepreis der Telekom-Aktie Quelle: dpa
Die Strategie von Telekom-Chef Ron Sommer fußte auf der Aufspaltung des riesigen ehemaligen Staatskonzerns in vier Geschäftsfelder  (T-Com, T-Mobile, T-Online und T-Systems). Ursprünglich sollte jede einzelne Gesellschaft an die Börse gehen. Letztlich gelang dies nur bei der Internet-Tochter T-Online, die ab dem 17. April 2000 an der Börse debütierte. Ausgegeben wurden die Aktien zum Stückpreis von 27 Euro, die Telekom nahm so 2,7 Milliarden Euro ein. Quelle: AP
Im Sommer 2000 ersteigerte die Mobilfunktochter T-Mobile UMTS-Lizenzen für einen Preis von umgerechnet 8,5 Milliarden Euro, die sich lange Jahre mangels entsprechender Kundennachfrage und Schwierigkeiten in der technischen Umsetzung als relativ nutzlos erwiesen. Quelle: Reuters
Der Kurs der Telekom-Aktie von 2000 bis Anfang 2012
Im Mai 2001 kaufte die Telekom die US- Mobilfunkunternehmen Voicestream und Powertel für umgerechnet mehr als 39 Milliarden Euro einschließlich der übernommenen Schulden – was heftige Kritik an Konzernchef Ron Sommer hervorrief. Erst 2005 galt die mittlerweile in T-Mobile USA umbenannte Mobilfunksparte als rentabel. Quelle: AP
Anfang 2001 führte eine Wertberichtigung von Immobilienwerten um 2,2 Milliarden Euro in der Bilanz für 2000 zu einer Klagewelle von Privataktionären, die sich betrogen fühlten. Aufgedeckt hatte die allzu optimistische Bewertung der Telekom-Immobilien in der Bilanz das Anlegermagazin „Die Telebörse“ aus der Verlagsgruppe Handelsblatt. Quelle: dpa

Von ihrem Absturz hat sich die „Volksaktie“ nie mehr recht erholt. Nach den Höchstkursen um die Jahrtausendwende von mehr als 100 Euro dümpelt das Papier eher zwischen zehn und 17 Euro, in den vergangenen drei Jahren sogar lediglich zwischen neun und elf Euro herum. Für Langfristanleger bietet das Papier kaum Perspektiven – erst recht nicht nach dem Desaster im US-Mobilfunkmarkt.
Für Anleger bot das Papier in den vergangenen Jahren vor allem einen Vorteil: eine hohe und recht verlässliche Dividende. Im Mai dieses Jahres schüttete die Deutsche Telekom 3,4 Milliarden Euro an ihre Aktionäre aus – was zum Zeitpunkt der Ausschüttung einer stolzen Rendite von 8,5 Prozent entsprach. Eigentlich hatte Telekom-Chef Rene Obermann auch für 2013 eine gleich hohe Dividende in Aussicht gestellt. Doch die ist offenbar akut gefährdet.


Telekom-Anleger müssen sich einem Zeitungsbericht zufolge auf magere Zeiten einstellen. Der Bonner Konzern prüfe eine Kürzung der Dividende um bis zu ein Drittel, berichtet das "Handelsblatt unter Berufung auf Informationen von der Kapitalseite im Aufsichtsrat. Durch die Kürzung solle mehr Geld für Investitionen - etwa für den Ausbau schneller Glasfaser- und Mobilfunknetze sowie für neue Geschäftsfelder - zur Verfügung gestellt werden. Die WirtschaftsWoche hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die dauerhaft hohen Ausschüttungen kaum zu halten sein dürften.

Dividende für 2012 ist sicher

Ein Telekom-Sprecher sagte bisher lediglich, dass es keine neue Aussage zur Dividende 2013 gebe. Für 2012 könnten sich die Aktionäre weiterhin auf die getroffene Dividendenaussage verlassen. Für dieses Jahr soll an die Aktionäre 70 Cent je Titel gezahlt werden.

Aktienkurse der Telekomriesen


Konkretes können die Aktionäre vielleicht noch dieses Jahr erwarten. Anfang Dezember plant der Dax-Konzern eine Investorenveranstaltung. "Da wird es Aussagen über das kommende Jahr geben", sagte der Sprecher. Ob das Telekom-Management auch über die Höhe der Ausschüttung im Jahr 2013 sprechen werde, wollte er nicht verraten. Von Reuters befragte Analysten schätzen, dass die Telekom für nächstes Jahr die Dividende auf 65 Cent je Aktie senkt. Das entspräche allerdings nur einer Dividendenkürzung von gut sieben Prozent. Würde die Dividende um rund ein Drittel gekürzt, müsste sie ausgehend von 70 Cent je Aktie auf rund 46 Cent sinken.

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