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Druckerkolonne der Notenbanken Nur Gold wird übrig bleiben

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Währungskrieg zwischen den Nationen ausgebrochen

Preiseinbruch: Verkauft Euer Gold!
Ein kleiner Plastikbär, Symbol für den Abschwung an den Börsen, steht am Donnerstag (15.01.2009) in der Börse in Frankfurt am Main vor der DAX-Kurve. Quelle: dpa
A woman holds 100 euro (pink banknotes at bottom) and 100 Swiss francs (blue banknote at top) she withdrew from an ATM in a bank in Geneva Quelle: AP
A man looks at Sony and Panasonic TV sets at an electronics shop in Tokyo Quelle: REUTERS
 U.S. Federal Reserve Chairman Ben Bernanke Quelle: REUTERS
Eingangsbereich eines Geschäftes für Münzhandel, Gold- und Schmuckankauf Quelle: dpa
Erdöl wird mit Hilfe eines Tiefpumpenantriebes ("Pferdekopf") gefördert Quelle: dpa
A South Korean bank clerk stands behind a pile of U.S. dollar bills Quelle: REUTERS

Und wie leichtfertig dieses existenziell wichtige Vertrauen von der Politik aufs Spiel gesetzt wird, zeigt allein die groteske politische Diskussion um die Aushebelung der gesetzlichen Verschuldungsobergrenze in den USA. So wurde vom Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman angefacht und einer Bankrotterklärung gleich ernsthaft eine Debatte über das Prägen einer Ein-Billion-Dollar-Platinmünze zur „Bezahlung“ von Staatsschulden geführt, bis die Aussetzung (!) der bereits Ende Dezember gerissenen Schuldenobergrenze bis zum 19. Mai 2013 den Münztrick (vorerst) hinfällig werden ließ. Ob aber in der nun gewonnenen Zeit tatsächlich auch schuldenbegrenzende Lösungen gefunden werden, darf angesichts der politischen Zerstrittenheit und der immer „QE“-willigen Notenbank bezweifelt werden.

Auch wenn Bundesbank-Präsident Jens Weidmann trotz der seit Krisenausbruch um rund elf Billionen Dollar (!)  aufgeblähten Notenbankbilanzen noch immer glaubt, dass das „internationale Währungssystem ohne Abwertungswettläufe durch die Krise gekommen“ sei, ist der bereits 2010 von Brasiliens Finanzminister Guido Mantega gebrandmarkte Währungskrieg zwischen den Industrienationen nunmehr vollumfänglich ausgebrochen. Die Ankündigung der japanischen Regierung, Billionen an neuen Schulden mithilfe der von ihr instrumentalisierten Notenbank monetarisieren zu lassen, ließ den Yen zur Freude der japanischen Exporteure von seinen Höchstständen um etwa 30 Prozent gegenüber dem Euro einbrechen, nachdem er im Zuge der „All-in“-Ankündigung der EZB und dem QE 4 der Fed zwischenzeitlich gar den Status eines „sicheren Hafens“ erreicht hatte.

Dollar mit Ohnmachtsanfällen

Dass der Währungskrieg inzwischen aber auch direkt via Marktinterventionen geführt wird, zeigt beispielhaft die Wechselkursentwicklung des Dollar, der nachrichtenlos immer öfter plötzliche „Ohnmachtsanfälle“ gegenüber seinen (Export-)Konkurrenten Yen oder Euro erleidet. Inzwischen beklagen selbst Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker und sein italienischer Amtskollege Mario Monti angesichts direkt resultierender negativer Folgen für die weitere Konjunktur Europas die aktuelle Aufwertung des Euros gegenüber fast allen anderen drucktechnisch aufgeweichten Weltwährungen, so dass es nur noch eine Frage der Höhe des von der Politik akzeptierbaren Euro-Kurses ist, bis auch die letzte der bedeutenden Notenbanken - die EZB - schweizerische Interventionsmethoden zur Kurspflege für sich entdecken könnte. Welche zerstörerischen Auswirkungen aber Währungskriege auf Wirtschaft und Welthandel entfalten können, verrät der Blick auf die Entwicklungen der 1930er Jahre, der am Ende nur Verlierer kannte.

Börse



Ein Gewinner dieses Wettbewerbs um die „hässlichste Währung“ der Welt steht unserer Meinung nach längerfristig mit der besten Währung - Gold - aber bereits fest, denn schließlich müssen die Notenbanken der westlichen Welt zur Aufrechterhaltung der Schuldenillusion die Ausweitung der Geldmengen immer weiter vorantreiben. Da allein die Fed in diesem Jahr weitere 1.020.000.000.000 Dollar (!) drucken will, sollte insbesondere die Reaktion der asiatischen und lateinamerikanischen Notenbanken auf das praktizierte „Dirty floating“ der westlichen Druckerkolonne auch 2013 die gleiche wie schon 2012 sein, als sie ihre Währungsreserven rekordbrechend mit weiteren 536 Tonnen  Gold diversifizierten. Der Status des Goldes als sicherer Hafen wird über die Zeit immer stärker aufwerten, auch weil immer mehr nationale Notenbanken wie die Deutsche Bundesbank die „Nähe“ zum physischen Gold wertschätzen könnten.

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