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E.On, Telekom und Co. Taumelnde Stars – lohnt die Dividendenstrategie noch?

Einige der absoluten Dividendengaranten der Vergangenheit gerieten jüngst ins Straucheln – darunter die Deutsche Telekom und Energieversorger E.On. Müssen Anleger die Jagd nach den höchsten Dividenden wieder aufgeben? Was bei der Dividendenstrategie beachtet werden muss.

Wer keine Dividende zahlt
Tim Cook und Steve Jobs Quelle: dpa
Warren Buffett Quelle: dapd
Google-Schriftzug Quelle: dapd
Eine Yahoo-Neonreklame Quelle: dpa
Der Ebay-Schriftzug vor der Deutschlandzentrale des Internet-Auktionshauses Quelle: dapd
Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank AG, Martin Blessing Quelle: dpa
Eine Person hält vor einer Filiale der Deutschen Bank AG eine Postbank EC-Karte Quelle: dapd

Bequemer können es Anleger kaum haben: Gerade erst ist die Hauptversammlung vorbei, trudelt die Dividende auf dem Konto ein. Telekom-Aktionäre hatten es zuletzt noch besser. Der Konzern legte sich frühzeitig auf Zahlungen fest, bereits seit 2010 konnten sie die üppigen 70 Cent pro Aktie fest in ihre langfristige Haushaltsplanung einrechnen.

Damit dürfte es jetzt vorbei sein. Ab dem Geschäftsjahr 2013 erwägt der Bonner Konzern, seine Ausschüttungen deutlich einzukürzen. Das Problem: Die Telekom-Aktie galt als klassischer Dividendentitel. Mit den 70 Cent strichen Aktionäre zuletzt eine Dividendenrendite von über acht Prozent ein – das ist der aktuelle Spitzenwert im Dax, der ersten deutschen Börsenliga.

Die Dividendenrendite gibt an, wie hoch die Verzinsung der Aktien für Anleger ausfällt. Dazu wird die Ausschüttung pro Aktie durch den aktuellen Kurs geteilt. Sinkt der Kurs oder steigt die Ausschüttung, kassieren Anleger eine höhere Rendite.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Die Deutsche Telekom ist nicht der einzige Dividendengarant aus dem Dax, der in Zukunft kleinere Brötchen backen dürfte. Auch Energieversorger E.On stellte kürzlich die Dividende für das kommende Jahr in Frage. Grund seien die unsicheren wirtschaftlichen Aussichten und niedrigere Großhandelspreise für Strom. Ähnlich wie die Telekom glänzte auch der Düsseldorfer Energiekonzern bisher mit einer außergewöhnlich hohen Dividendenrendite. Über sechs Prozent bedeuten im aktuellen Geschäftsjahr Platz zwei im Dax, direkt hinter den Bonnern.

Gezielte Dividendenjagd

Viele Anleger halten Papiere wie die der Telekom oder von E.On nur aufgrund der großzügigen Ausschüttungen. "Ein großer Teil der Investoren ist aufgrund der Dividende in die Telekom-Aktie investiert", sagt Wolfgang Specht, Analyst vom Bankhaus Lampe. Fallen die Ausschüttungen in Zukunft geringer aus, dürfte die Attraktivität der Aktien deutlich sinken. Das drückt die Kurse in den Keller, den Konzernen droht somit Wertverlust.  

Bereits kurz nach dem Spekulationen über eine gekürzte Telekom-Dividende an die Öffentlichkeit gelangten, straften Anleger das Unternehmen ab, der Kurs brach um mehr als drei Prozent ein. "Unternehmen wollen normalerweise verhindern, durch das Kürzen der Dividende negative Informationen auszusenden", sagt Tobias Basse, Aktienstratege der Norddeutschen Landesbank (NordLB). Anleger würden dadurch sofort skeptisch und rechneten mit einer negativen Geschäftsentwicklung für die Zukunft.

Anleger sind angesichts der Dividendenkürzungen irritiert. Raten nicht Börsenexperten allerorts zu Investments in Aktien? Überall heißt es, gerade in der anhaltenden Phase extrem niedriger Zinsen seien Aktien die einzig wahren Renditebringer. Experten wie Klaus Kaldemorgen, Aktienchef der Fondsgesellschaft DWS der Deutschen Bank, setzen auf "Substanzwerte mit hoher Dividende". Große Konzerne, die nicht nur eine Dividende sondern auch langfristige Sicherheit bieten, sind eigentlich in jedem Portfolio gern gesehene Gäste. Das galt bisher auch für die Telekom und E.On. Hält die viel gepriesene Dividendenstrategie am Ende gar nicht, was sie verspricht? Droht Anlegern jetzt ein Flächenbrand an der Dividendenfront?

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