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Edelmetall Goldpreis profitiert von US-Niedrigzinspolitik

Seit Fed-Chef Ben Bernanke noch für mehrere Jahre niedrige Zinsen versprochen hat, steigen Anleger wieder stärker bei Gold ein. Industriemetalle profitieren sogar noch mehr.

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Goldbarren und -münzen in einem Tresor: Der Goldpreis ist wieder über 1700 Dollar gestiegen. Quelle: dpa

Düsseldorf Die US-Notenbank Federal Reserve hat angekündigt, ihren Leitzins bis Ende 2014 auf Minimalniveau zu belassen. Viele Anleger haben daraufhin wieder kräftig beim Gold zugegriffen: 2,7 Prozent ging der Goldpreis zeitweise nach oben. Aktuell notiert der Kurs bei 1.705,06 Dollar; zwischenzeitlich lag der Preis für das Edelmetall sogar über 1.714 Dollar. So teuer war Gold zuletzt Mitte Dezember. Seit Jahresanfang ist der Preis um 9,3 Prozent gestiegen. Eine Niedrigzinspolitik der Notenbank birgt die Gefahr einer erhöhten Inflation, Gold hingegen wird von vielen Anlegern als inflationssichere Geldanlage angesehen.

Das bestätigt auch die Kauflaune in der Fondsbranche: Börsengehandelte Fonds deckten sich seit der Zinsentscheidung mit 0,4 Prozent mehr Gold ein. Im Devisenhandel verschlechterte der Zinsentscheid allerdings die Stimmung: Der Dollar verlor dem Euro gegenüber zwei Cent an Wert.

"Die Investoren fahren ihre Goldkäufe wieder hoch", sagte Tobias Merath, Rohstoff-Analyst bei der Credit Suisse, der Agentur Bloomberg. Von seinem Höchststand von über 1.900 Dollar vergangenen September ist der Goldpreis allerdings noch weit entfernt.

Der amerikanische Leitzins dürfte sich noch drei weitere Jahre zwischen null und 0,25 Prozent bewegen. Auf seiner Pressekonferenz sagte Notenbank-Präsident Bernanke sogar, dass die Fed auch noch ein neues Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen auflegen könnte.

Neben der Gefahr einer Inflation lässt der niedrige Zins allerdings auch auf einen kräftigen Impuls für die schwächelnde US-Konjunktur hoffen. Wenn Anleger mit einer schnelleren Erholung der Wirtschaft rechnen, steigt auch die Nachfrage nach Öl und Industriemetallen. Der Silberpreis hat einen noch größeren Sprung nach oben gemacht als der Goldpreis und notiert derzeit bei 33,05 Dollar. Seit Anfang des Jahres hat er 20 Prozent zugelegt. Ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent kostete 110,32 Dollar und damit 0,5 Prozent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass US-Leichtöl WTI stieg um 0,1 Prozent auf 99,46 Dollar. Für eine Tonne Kupfer mussten Anleger 8.526 Dollar zahlen, ein Plus zum Vortag von 1,7 Prozent.

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