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Elfeinhalbjahres-Tief Euro fällt im Sinkflug unter 1,08 Dollar

Am Dienstag fiel die Gemeinschaftswährung erstmals seit elfeinhalb Jahren unter die Marke von 1,08 US-Dollar. Grund dafür sind die extrem lockere Geldpolitik der EZB und die Dollarstärke.

Vor elf Jahren stand der Euro das letzte Mal so schlecht: Unter 1,08 Dollar fiel er wohl als Folge der ultralockeren Geldpolitik der EZB und des erstarkenden Dollars. Quelle: dpa

Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank haben den Euro am Dienstag auf Talfahrt geschickt. Die Gemeinschaftswährung fiel in der Spitze bis auf 1,0783 Dollar, den tiefsten Stand seit Anfang September 2003. Allein seit Ende Februar hat der Euro sechs Cent oder fünf Prozent an Wert verloren. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,0860 Dollar festgelegt.

Wichtigster Grund für die Euro-Schwäche ist die extrem lockere Geldpolitik der EZB, mit der Inflations- und Wachstumsschwäche bekämpft werden sollen. Am Montag hatten die Währungshüter ihre neue Geldschwemme in Form massiver Wertpapierkäufe gestartet. Das frische Zentralbankgeld verwässert den Außenwert des Euro.

Fragen zum EZB-Anleihekaufprogramm

Ob dies den Euro noch weiter schwäche, dürfte vor allem davon abhängen, wie stark die Käufe der EZB letztlich die Renditen am europäischen Bondmarkt drücken, schrieb Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz in einem Kommentar. "Je stärker diese unter Druck kommen, desto eher dürften sich Investoren, die ihre Papiere an die EZB abgegeben haben, dazu entschließen, außerhalb der Euro-Zone zu investieren. Und dazu müssten sie zunächst den Euro verkaufen."

Zusätzlicher Druck kommt aus den USA, wo sich eine straffere Geldpolitik immer deutlicher abzeichnet. In seiner letzten Rede als Chef der Dallas-Fed warb Richard Fisher für ein baldiges Ende der ultralockeren Geldpolitik in den USA. Das stärkt den Dollar, der nicht nur zum Euro beständig zulegt.

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