WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen
Elsässers Auslese

Profitmaschinen an der Börse

Seite 2/2

Der Filter für die Super-Aktie

Nur wenigen Anlegern ist bewusst, wie frappierend die Unterschiede zwischen den Firmen sind. Während bei guten, produzierenden Industrieunternehmen die Gewinnmarge (nach Steuern) traditionell bei fünf Prozent vom Umsatz liegt, so habe ich seit Jahren meine  „Messlatte“ im Aktienresearch  auf 15 Prozent bis 25 Prozent Umsatzrendite gelegt.

Der Effekt hat große Auswirkung; denn die super profitable Aktiengesellschaft  erwirtschaftet in einem Jahr drei- bis fünfmal so viel, wie eine typische Durchschnittsfirma. Oder anders ausgedrückt: Der „Null-Acht-Fünfzehn-Laden“ braucht drei bis fünf Jahre, um genau so viel zu verdienen, wie meine Champion-AG in einem Jahr.

Und diese Aktiengesellschaften gibt es tatsächlich. Schauen Sie sich mal die Gewinn- und Verlustrechnungen von DOLBY Laboratories, der RATIONAL AG, JOHNSON & JOHNSON und 3M an, um nur einige zu nennen. Da werden Sie staunen, wie profitabel das Management für Sie arbeitet!

Doch wie findet man systematisch und dauerhaft weitere „Überflieger“. Bei der Suche ist es hilfreich, den Fokus auf das Business Modell zu legen. Das ist ein guter Filter. Große Gewinne kommen in der Regel nicht von ungefähr. Gewisse Geschäftsmodelle eignen sich für die Unternehmen einfach besser, um langfristig mehr zu verdienen.  Hier einige Beispiele zur Gedankenanregung:

Lizenz-Modelle

Statt eine Ware oder Dienstleistung einmal zu verkaufen, kann es viel lukrativer sein, auf laufenden Lizenzzahlungen zu bestehen. Hier ist Dolby Laboratories ein Meister.

Abonnenten-Vertragsmodelle

Das Geschäft mit einem festen Abonnentenstamm hat große finanzielle Vorteile; vor allem die Kalkulierbarkeit ständig wiederkehrender Erlöse. Mit dieser Methode sind fast alle Zeitungsunternehmen steinreich geworden. Die Herausforderung liegt nun mehr in der digitalen Umsetzung mit ähnlich vorteilhaften Strukturen.

Langfristige Serviceverträge

Hier sind die Aufzugshersteller Schindler und Kone hervorzuheben. Der einmalige Effekt des Verkaufs und Einbaus eines Fahrstuhls ist lediglich eine Eintrittskarte zum Geldverdienen; und zwar über die Wartungsverträge. Da in den meisten Aufzügen ein kostbares Gut, nämlich der Mensch, befördert wird, legen die Kunden Wert auf eine kompetente und zweifelsfreie Wartung der Liftanlage. Und hier wird das eigentliche Geld verdient. Ganz gleich, ob nun Hochkonjunktur herrscht oder Börsenkrise.

Keine eigene Fertigung

Statt kapitalintensiv Produkte in eigener Fertigung selber herzustellen, ist es viel lukrativer sich ganz auf Marketing und Qualitätskontrolle zu konzentrieren. Vergleichen Sie einmal die Ergebnissituation von Adidas mit der von Nike. Dann werden Sie sehen, um wieviel Nike profitabler arbeitet.

Know-How Verkauf

Eine Zauberformel ist Know-How zu verkaufen, statt Produkte anzubieten. Manche Champions haben sich ganz auf Know-How Vertrieb konzentriert. Und dass ist nicht kapitalintensiv und gleichzeitig meist hoch profitabel. Auch hier ist Dolby ein schönes Beispiel.

Es lohnt sich zu schauen, welche Aktiengesellschaften an der Börse in solchen Business Modellen und lukrativen Branchen tätig sind. Natürlich sind dort nicht alle Unternehmen erstklassig aufgestellt. Aber mit Geduld und Fingerspitzengefühl wird der fleißige Geldanleger auf seine Champions stoßen. Und nicht vergessen: Geben Sie sich nicht mit Mittelmaß zufrieden. Die Messlatte bitte hochlegen!

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%