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Ende des Billiggelds Ex-Fed-Chef Greenspan rechnet mit Finanzstress

Alan Greenspan hat in seinen fast 20 Jahren als US-Notenbankchef viel erlebt. Nun äußert er sich zu seinen Nachfolgern - an einen problemlosen Ausstieg aus der Billiggeldpolitik glaubt er nicht.

Der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan hält ein reibungsloses Ende der ultralockeren Geldpolitik für unwahrscheinlich. Quelle: REUTERS

Der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan hält ein reibungsloses Ende der ultralockeren Geldpolitik für unwahrscheinlich. „Ich glaube nicht, dass dies möglich ist“, sagte Greenspan am Mittwoch bei einer Veranstaltung der Denkfabrik Council of Foreign Relations in New York. „Wir haben noch nie Erfahrungen mit einer vergleichbaren Situation gemacht, also werde ich nicht exakt vorhersagen können, wie es ausgeht.“

Die Fed hatte am Mittwoch milliardenschwere Anleihekäufe eingestellt, mit denen sie seit etwa zwei Jahren Geld in die Finanzmärkte pumpte, um die Konjunktur zu stützen. Greenspan, der die Notenbank von 1987 bis 2006 leitete, äußerte sich kritisch zu dem Programm. Es habe zwar den Finanzmärkten geholfen und die Kreditzinsen gesenkt, aber der Realwirtschaft - Unternehmen und Verbrauchern - nicht viel gebracht.

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Das Ende der Anleihekäufe hatte sich abgezeichnet, wirklich spannend wird es aus Sicht von Experten, wenn die Fed erstmals seit der Finanzkrise den Leitzins anhebt. An den Märkten wird Mitte 2015 die Zinswende erwartet. Wann der richtige Zeitpunkt sei, könne er nicht beantworten, sagte Greenspan. Seit Ende 2008 liegt der Leitzins in den USA auf einem Rekordtief zwischen null und 0,25 Prozent.

Der ehemalige Fed-Chef ist selbst umstritten. Viele Ökonomen halten ihm vor, die geldpolitischen Zügel nach dem Dotcom-Crash zu lange locker gelassen zu haben. So sei der Boden für die Spekulationsblase am US-Häusermarkt bereitet worden, die 2007 platzte und zu einer Rezession der Weltwirtschaft führte. Auf diese Vorwürfe angesprochen, sagte Greenspan, er würde wieder so handeln.

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