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Energieaktien Mega-Deal elektrisiert E.On, RWE und Innogy

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Für alle drei Aktien ein Gewinn

Wenn das Netz- und Infrastrukturgeschäft von Innogy zu E.On kommt, könnte sich der Jahresumsatz auf über 70 Milliarden Euro erhöhen. Der operative Gewinn kann dann von fünf auf mehr als acht Milliarden Euro steigen. Langfristig könnte der Börsenwert von E.On damit leicht um gut die Hälfte auf 30 Milliarden Euro oder mehr steigen.

Für die Aussicht auf einen solchen Zuwachs muss E.On natürlich etwas zahlen. Zunächst geht das Geschäft mit erneuerbaren Energien, das bisher von E.On selbst aufgebaut wurde, an RWE. Die Sparte erneuerbare Energien hat bei E.On bisher rund zwei Milliarden Euro Jahresumsatz gebracht. Dazu könnte ein etwa ebenso großer Umsatzanteil durch alte Beteiligungen an Atomkraftwerken verloren gehen. Auch wenn E.On hier Gewinnträger verliert, sind die Vorteile größer: E.On hat das letztlich zu kleine Geschäft mit erneuerbaren Energien, in das noch viel Geld investiert werden müsste, genauso los wie ungeliebte Anteile an den Kernkraftwerken Emsland und Gundremmingen.

RWE bekommt eine aussichtsreiche Beteiligung in Milliardenhöhe

Für RWE sieht die Energie-Rochade auf den ersten Blick weniger gut aus. Größter Nachteil ist der Verlust des stabilen und durchaus ertragreichen Netzgeschäfts von Innogy. Allerdings, RWE hat dabei nicht nur im Netz-Geschäft weiterhin den Fuß in der Tür. Vielmehr – und das ist ein substanzieller Vorteil des Deals – wird RWE mit 16,7 Prozent Großaktionär der neuen E.On. Sollte E.On in den nächsten Jahren etwa einen Börsenwert von 30 Milliarden Euro erreichen, wäre die RWE-Beteiligung allein fünf Milliarden wert. Das wäre fast die Hälfte des Börsenwerts, den RWE heute hat.

Wenn man die Entwicklung der deutschen Energieaktien von Veba und Bayernwerk über Viag bis hin zu E.On betrachtet, liegt darin zudem ein säkularer Schub: Erstmals sind die beiden größten heimischen Energie- und Netzkonzerne keine Konkurrenten mehr, sondern Partner, die sich ihre Märkte bewusst aufteilen. Langfristig liegen darin für das Geschäft große Vorteile.

Gut möglich, dass genau aus diesem Grund die Kartellbehörden mit Argusaugen auf Überschneidungen achten. Gut möglich ist auch, dass deshalb die eine oder andere Umsatzmilliarde letztlich nicht so verteilt wird, wie es den Initiatoren des Deals vorschwebt. Doch gerade deshalb werden E.On und RWE ihre Neupositionierung schärfen: E.On als Netzkonzern und RWE als Stromproduzent mit dem Label erneuerbare Energien.

Natürlich: Dass RWE nach wie vor den größten Teil des Stroms aus Kohle, Gas und Atomkraft gewinnt und auch die langfristigen Lasten des Ausstiegs und Rückbaus schultern muss, ist ein Dämpfer für RWE-Aktien. Allerdings dürfte es sich vermehrt auszahlen, dass RWE-Aktien schon bisher gemessen am Umsatzvolumen (46 Milliarden Euro) und dem Eigenkapital (11,3 Milliarden Euro) mit einem Börsenwert von nicht einmal zwölf Milliarden Euro ziemlich günstig waren.

Wenn RWE jetzt das Zukunftsfeld erneuerbare Energien durch die weiten, internationalen Geschäfte von E.On verstärkt, die zuletzt enttäuschende Tochter Innogy los ist und dafür eine milliardenschwere Beteiligung an einer deutlich verstärken E.On hat, ist das für die Aktie ein klarer Vorteil.

Fazit: Der Energie-Deal ist für Aktionäre aller drei Aktien ein Gewinn. Innogy-Anleger bekommen noch einmal die hohen Kurse des vergangenen Herbsts. E.On-Aktionäre haben die Aussicht, bei einem der weltgrößten Infrastrukturkonzerne beteiligt zu sein. Und RWE muss zwar als integrierter Produzent für erneuerbare Energien sein Potenzial noch heben, dafür aber ist die Aktie mit der Bewertung wie der eines größeren MDax-Werts alles andere als teuer.

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