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Engelmanns Eigenhandel

Der Golf des Termingeschäfts

Die deutsche Terminbörse Eurex will ein Standardprodukt einführen, mit dessen Hilfe Investoren auf die künftige Entwicklung von französischen Staatsanleihen wetten können. Unser Kolumnist bringt mit automobilen Reminiszenzen Farbe in die spröde Materie über das neue Produktangebot der Eurex: den OAT Future.

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1976 Golf GTI Lenkrad Quelle: Pressebild

Wem in den 70ern bei rasanter Fahrt mit einem Golf GTI der ersten Baureihe schlecht wurde, der konnte getrost ins Lenkrad speien. Das als "Spucknapf" bekannt gewordene Volant des flotten Flitzers machte es möglich. Noch heute erfreut es sich in Sammlerkreisen großer Beliebtheit - auf Ebay stehen dieser Tage allein sechs der begehrten Lenkräder zu Preisen zwischen 59,59 und 299,99 Euro zum Verkauf.

Überhaupt: Als der Golf GTI auf den Markt kam, sorgte nicht nur sein serienmäßiger Spucknapf für Begeisterung. Die unter der Motorhaube verbauten 110 Pferdestärken machten das Spitzenmodell der Golf-Baureihe zum Jäger all der Limousinen, die bis dahin die linke Spur der Autobahnen beherrschten. Auch die anderen Modelle des VW Golf wurden zum Verkaufsschlager.

Das für die damalige Zeit relativ neuartige Konzept eines Kompaktwagens mit Heckklappe sollte im Laufe der Jahre den Grundstein für eine ganze Fahrzeugklasse legen. Weniger beliebt - zumindest in Deutschland - war die mit einem Stufenheck ausgestattete Variante der Golf-Familie, der Jetta. Der Jetta schaute einfach zu altbacken aus, um die Käufer zu begeistern, stand mehr für Wackeldackel auf der Hutablage denn für die Modernität und den frischen Zeitgeist, die das Deutschland der 70er Jahre geprägt und nachhaltig verändert hatten. Kein Wunder also, dass Florian Illies später seinen Bestseller über die "Generation Golf" schrieb und nicht über eine "Generation Jetta".

Erfolg in den USA

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    Die Entscheidung des Volkswagenkonzerns, eine Stufenheckvariante des Golf zu entwickeln, erwies sich trotz der enttäuschenden Verkaufszahlen des Jetta in Europa als richtig. Denn während das hässliche Entlein der Golf-Familie die Erwartungen der VW-Bosse hierzulande nicht erfüllte, wurde aus dem Jetta in den Vereinigten Staaten ein heiß begehrter, hübscher Prinz.

    Zwischen New York und San Francisco entwickelte sich der Wagen zu einem phänomenalen Verkaufsschlager und war phasenweise das populärste Fahrzeug europäischer Herkunft. Ob diese Erfolgsgeschichte wohl auch ein Ansporn für die Verantwortlichen der Eurex gewesen sein könnte, im April einen neuen Futures-Kontrakt auf französische Staatsanleihen (Obligation Assimilable du Tresor, kurz OAT) ins Rennen um die Gunst der Finanzmarktakteure zu schicken? Gewissermaßen als Derivate-Stufenheckvariante des Bund-Futures?

    Kofferraumdeckel statt Heckklappe

    Was auch immer die Eurex veranlasst haben mag: Am Mittwoch der vergangenen Woche gab die Terminbörse bekannt, am 16. April dieses Jahres einen Futures-Kontrakt auf OATs einführen zu wollen. Die Spezifikationen dieses Derivates gleichen im Wesentlichen denen des Bund-Futures, der sich im Laufe der vergangenen 20 Jahre vom belächelten Instrument einiger Spezialisten zu einem der wichtigsten Hedging-Tools vieler Händler sowie zu dem Rentenmarktbarometer schlechthin entwickelt hat.

    Wie beim Bund-Future liegt auch dem Kontrakt auf die OATs eine synthetische Anleihe mit einem Kupon von 6 Prozent und einer Restlaufzeit zwischen 8,5 und 10 Jahren zu Grunde. Auch der Kontraktwert ist gleich und liegt bei 100.000 Euro. Den wesentlichen Unterschied zum Bund-Future bildet das sogenannte Underlying, also die Wertpapiere, die zu Erfüllung von Lieferverpflichtungen benutzt werden können. Einzig französische Staatsanleihen kommen hier zum Zuge. Kofferraumdeckel statt Heckklappe halt!

    Bund-Future geschwächt?

    Diese Dax-Werte haben Potenzial
    Goldene Aussichten im Jahr der Olympischen SpieleFür Adidas verspricht es ein gutes Jahr zu werden. Sportgroßereignisse wie die Olympischen Spiele dürften ein ordentliches Umsatzplus bescheren. Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete Adidas einen Rekordgewinn von 671 Millionen Euro, 18 Prozent mehr als im Jahr 2010. „Die Aktie hat in den letzten sechs Monaten deutliche Fortschritte gemacht“, urteilt Michael Romer, Analyst von Sarasin. „Das heißt aber auch, dass nicht mehr viel Spielraum nach oben ist.“ Große Sportereignisse ließen den Aktienkurs zwar steigen. „Wenn es losgeht, ebbt das Interesse der Investoren aber ab“, warnt er. Zudem bedeute mehr Umsatz nicht zwingend mehr Gewinn: „Großanlässe erzeugen nicht nur höhere Umsätze, sondern meist auch höhere Marketingkosten.“ Langfristig dürfte sich die Aktie aber gut entwickeln. Bis 2015 möchte der Konzern seine Gewinnmarge von 7,5 auf elf Prozent steigern. „Adidas möchte den im Vergleich zum Großhandel margenstärkeren Einzelhandel deutlich ausbauen“, sagt Romer. Fazit: Konzentration auf den Einzelhandel und internationale Wettkämpfe machen den Sportartikelhersteller für Investoren attraktiv. Quelle: dpa
    Die Aktien überzeugentrotz GewinneinbruchAktien von Versicherungen sind besonders für sicherheitsbewusste Anleger attraktiv. Unternehmen wie der Münchener Allianz-Konzern sind solide kapitalisiert. Anders als Banken haben sie umfangreiche Rücklagen. Die Allianz-Aktie steht sehr gut da, trotz der Halbierung des Gewinns auf nur noch 2,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr und der verhaltenen Prognose für das laufende Jahr. „Die Performance von Aktien der Versicherungsbranche orientiert sich derzeit weniger am operativen Geschäft des jeweiligen Unternehmens als an der allgemeinen konjunkturellen Lage“, sagt Stefan Bongardt, Analyst bei Independent Research. Ähnlich wie Banktitel profitieren auch die Aktien der Versicherer von der jüngsten Geldschwemme der EZB. Knapp ein Drittel der von Bloomberg befragten Analysten rät zum Kauf der Allianz-Papiere. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von acht ist die Aktie eine der günstigsten im Dax. Noch unklar ist, ob die vom Konzern angekündigte hohe Dividende von 4,50 Euro je Aktie in nächster Zeit für einige kurzfristige Zukäufe sorgt. Fazit: Die Papiere von Versicherern gelten als Fels in der Brandung.Aktuell profitieren sie von der Entschärfung der Schuldenkrise. Quelle: dpa
    DHL tröstet über schwaches Briefgeschäft hinwegDie Deutsche Post ist guter Dinge. Der Konzern rechnet in diesem Jahr mit weiteren Umsatz- und Ergebnisbesserungen. Voraussetzung: Es geht mit der Weltwirtschaft aufwärts. Die Logistiksparte des Unternehmens hängt stark von der Konjunktur ab. Läuft es gut mit DHL, tröstet dies über das unbefriedigende Brief-Geschäft hinweg. Und mit DHL sieht es dank wachsendem Internethandel gut aus. „Früher galt die Aktie als konservativ“, sagt Ingo Schmidt, Analyst der Hamburger Sparkasse (Haspa). „Das lag am Brief-Geschäft, heute überwiegt DHL – eine hochzyklische Sparte.“ Damit seien die Titel eher risikoreich. Die Haspa stufte die Aktie von „verkaufen“ auf „halten“ hoch. Vergangenes Jahr lag das Konzernergebnis fast ein Drittel über dem Vorjahresniveau. Das Unternehmen profitierte vor allem vom Wachstumsmarkt Asien. Dort ist es im DHL-Geschäft mit einem Anteil von 36  Prozent Marktführer. „Wir denken nicht, dass das Geschäft dort abflacht“, sagt Schmidt. Zuletzt ist es sogar um zehn Prozent gewachsen. Ganz begeistert ist Schmidt von der Deutschen Post dennoch nicht: „Uns gefällt die Bilanz nicht“, sagt er und verweist auf die hohe Goodwill-Position, die zu einigen Abschreibungen führen könnte. Dennoch rät die Mehrheit der Analysten zum Kauf der Aktie. Fazit: Wachsender Internethandel, eine gute Konjunktur und eine starke Position in Asien stimmen Analysten optimistisch. Quelle: dapd
    Kein Schnäppchen, aber ein sicherer HafenDas Geschäft mit der Gesundheit ist ein Dauerbrenner:  Fresenius erzielte im vergangenen Jahr sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz neue Rekorde. Das bereinigte Ergebnis steigerten die Bad Homburger um satte 18 Prozent auf 770 Millionen Euro. Auch im laufenden Geschäftsjahr möchte der Hersteller von Medikamentenimitaten sein Nettoergebnis um bis zu elf Prozent steigern. Die Aktie des Konzerns hält sich konstant auf hohem Niveau. Die Mehrzahl der Analysten geht davon aus, dass das auch in Zukunft so bleibt und rät Anlegern zum Kauf des Papiers. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit rund 87 Euro etwa zehn Euro über dem aktuellen Wert. „Im Vergleich zu anderen europäischen Unternehmen der Medizintechnik ist Fresenius gut positioniert“, schreibt Veronika Dubajova von Goldman Sachs in einer Branchenstudie. Das hänge unter anderem mit dem guten Geschäftsverlauf des Konzerns in den Schwellenländern zusammen. Da scheint es die Anleger auch nicht zu stören, dass die Aktie vergleichsweise teuer ist: Sie wird mit dem 14-Fachen ihres Gewinns bewertet. Positiv dürfte sich auswirken, dass die Aussichten bei der Fresenius-Tochter Fresenius Medical Care ebenfalls gut sind. Besonders das Geschäft mit Dialysegeräten könnte den Gewinn ankurbeln. Fazit: Der Pharmakonzern wächst auf hohem Niveau. Obwohl die Aktie vergleichsweise teuer ist, raten Analysten zum Kauf. Quelle: ap
    Energiewende führt zu einem Halbleiter-BoomDer Halbleiterkonzern Infineon stellt seine Weichen für die Zukunft: höhere Marktanteile in China und erneuerbare Energien. Wie Vorstandschef Peter Bauer auf der Hauptversammlung mitteilte, benötigen diese Technologien wesentlich mehr Halbleiter als ein konventionelles Kraftwerk. Über das abgelaufene Geschäftsjahr kann Infineon nicht klagen: Der Umsatz stieg um ein Viertel auf vier Milliarden Euro. Der Aktienkurs legte 2011 laut Infineon zehn Prozent zu, während der Dax zwölf Prozent einbüßte. Die Mehrheit der Analysten rät zum Kauf der Aktie. Einzig die Entschädigungsforderungen des Insolvenzverwalters von Qimonda werfen laut Analysten einen Schatten auf die optimistischen Zukunftspläne: 1,7 Milliarden Euro samt Zinsen fordert dieser. Adrian Hopkinson, Analyst der WestLB, rechnet in seiner neusten Studie zu Infineon damit, dass sich der Rechtsstreit noch hinziehen wird. Die Auswirkungen auf das Kursziel halten sich aber in Grenzen: Die WestLB hat in der Studie Kosten von 200 Millionen Euro für den Rechtsstreit veranschlagt. Für jede weitere 100-Millionen-Euro-Summe dürfte sich das Kursziel um 0,1 Euro verschlechtern. Durchschnittlich gehen Analysten von einem Kursziel von 7,88 Euro aus. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für dieses Jahr liegt bei einem Wert von 17,7. Fazit: Der Konzern blickt auf ein gutes Jahr zurück. Lediglich der Rechtsstreit mit Qimonda trübt den Optimismus der Analysten. Quelle: ZB
    Nicht nur gut, sondern auch günstigDie Feiertage bei Volkswagen finden keine Ende. Nachdem der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 einen Rekordgewinn erreicht hat, rückt sein Ziel greifbar nah: Er will Weltmarktführer werden. Davon profitiert auch die Aktie; seit Jahresbeginn legte das VW-Papier um satte 15 Prozent zu. Ein Ende scheint nicht in Sicht: Obwohl der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn ankündigte, den hohen operativen Gewinn von 11,3 Milliarden Euro 2011 im laufenden Jahr lediglich halten zu wollen, rät die Mehrheit der Analysten weiterhin zum Kauf der Aktien. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 162 Euro, also weit über dem aktuellen Wert. „Ich sehe bei VW noch ein enormes Wachstumspotenzial“, sagt Christian Ludwig, Analyst beim Bankhaus Lampe. Dazu komme, dass die VW-Aktie im Vergleich zu anderen deutschen Autobauern relativ günstig ist. Sie wird mit dem Achtfachen des Gewinns bewertet, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt also weit unter dem anderer Papiere. Zuletzt wurde bekannt, dass sich die Konzerntochter Audi das Vorkaufsrecht auf den italienischen Motorradhersteller Ducati sichern will. Damit könnten die Wolfsburger ihre Angebotspalette noch weiter ausbauen. Allein 2012 will VW mehr als 40 neue Modelle und Varianten präsentieren. Fazit: Europas größter Autobauer verkündet einen Rekord nach dem anderen – das verleiht der Aktie Schwung. Ein Ende ist nicht in Sicht. Quelle: dpa

    So mancher Marktteilnehmer rieb sich nach der Ankündigung der Eurex erstaunt die Augen. Warum, so fragte man sich in der Kulisse, will sich die Eurex selbst Konkurrenz machen? Schon seit Jahren nutzen auch die Händler französischer Staatsanleihen den Bund-Future zu Zwecken der Absicherung. Wozu also ein neues Instrument schaffen, das im Zweifel Liquidität vom führenden Bund-Future abzieht und damit unter Umständen dessen Attraktivität schmälert?

    In der Pressemitteilung der Eurex findet sich die Erklärung. Dort heißt es, das große Interesse der Marktteilnehmer an passgenauen Hedgemöglichkeiten habe zur Einführung des OAT-Kontraktes geführt. Und in der Tat: Das, was der Fachmann als "Cross-Hegde" bezeichnet, also die Absicherung einer Vermögensposition mit einem Derivat, dem ein anderes Underlying zugrunde liegt, führt oftmals zu suboptimalen Ergebnissen.

    Hedging für Anfänger

    Ein vereinfachtes Beispiel: Ein Autohersteller befürchtet, dass der Preis für Stahl in den kommenden drei Monaten deutlich anziehen wird. Da er kurz vor der Einführung des Stufenheckmodells einer bereits erfolgreichen Baureihe steht und deshalb schon bald mit entsprechenden Bestellungen der Kundschaft rechnet, möchte er sich schon heute den Preis für die nötigen Stahllieferungen in der Zukunft sichern.

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      Problem: Keiner der Stahlproduzenten ist bereit, bereits heute den Preis für Lieferungen in drei Monaten zu garantieren und an der örtlichen Terminbörse werden keine Derivate auf Stahl gehandelt. Das einzige dort verfügbare Instrument ist ein Futures-Kontrakt auf Eisen. 'Zwar ist Eisen noch kein Stahl, aber immerhin dessen wichtigster Bestandteil.', denkt sich der Chefeinkäufer des Autoherstellers und kauft eine entsprechende Anzahl Futures für die Lieferung von Eisen.

      Drei Monate später kann er sich als Guru feiern lassen: Der Preis für Stahl ist um 10 Prozent gestiegen! Trotzdem knallen in der Chefetage des Autobauers keine Sektkorken. Denn die Futures auf Eisen sind nur um 5 Prozent angezogen. Folge: Die Gewinne aus dem Absicherungsgeschäft decken nicht die Mehrkosten, die dem Hersteller durch die noch stärker gestiegenen Stahlpreise entstanden sind.

      Bunds und Franzosen-Bonds nicht parallel

      Solche Risiken kennen auch die Händler festverzinslicher Wertpapiere: Eine Bank kauft von einem Kunden eine französische Staatsanleihe mit zehnjähriger Restlaufzeit im Nominalvolumen von 10 Millionen Euro und sichert diese Position durch den Verkauf von 100 Bund-Future Kontrakten ab. Im Laufe des Handelstages kommt es zu einer Ausweitung der Renditeabstände zwischen deutschen und französischen Anleihen.

      Folge: Während die französischen Anleihen auf der Stelle treten, legt der Bund-Future 20 Cent zu. Löst der Händler seine Position nun wieder auf, verdient er am Verkauf der Anleihe nichts - er kann am Markt gerade seinen Einstandspreis erzielen. Der Rückkauf seiner Futures-Position kostet ihn aber 20.000 Euro. Ein gutes Geschäft sieht anders aus. Insofern könnten die neuen OAT Futures der Eurex tatsächlich ein wertvolles Instrument werden, insbesondere für die Händler, die häufig oder hauptsächlich französische Anleihen handeln.

      Flop oder Erfolg?

      Was Pizzen, Wolkenkratzer und Bikinis über die Wirtschaft verraten
      Salamipizza-IndexThese: Je teurer die Pizza, desto besser geht es der Region. Beweis: Die Preise für eine kleine Salamipizza im reichen Süden sind etwa doppelt so hoch wie im ärmeren Westen, während der Osten im Mittelfeld liegt. Bestellt man eine "Kleine Salamipizza" (24 cm) bei "Bella Italia" in Essen, so kostet diese 3,50 Euro. Eine "Kleine Salamipizza" beim vergleichbaren Stuttgarter "Bella Pizzaservice" dagegen kostet mit 7,20 Euro mehr als das Doppelte. Quelle: Lieferheld. Die Übersicht der folgenden Indikatoren basiert auf einem Artikel des Business Insider. Quelle: Reuters
      Wolkenkratzer-IndexThese: Je höher die Wolkenkratzer sind, die eine Nation baut, desto schlechter wird sich die Wirtschaft entwickeln. Megagebäude werden in einem Umfeld euphorischer Stimmung gebaut werden. Bis die Häuser fertig sind, sind die Börsen zusammengebrochen. Beweis: Mit 828 Metern ist derzeit das Burj Khalifa in Dubai das höchste Gebäude der Welt. Als das Hochhaus nach sechs Jahren Bauzeit stand, hatten die Aktien heimischer Firmen bereits zwei Drittel ihres Wertes verloren. Der Beginn der Asienkrise 1998 erfolgte zeitgleich mit der Fertigstellung der Petronas Towers in Malaysia begann und in den Jahren nach der Grundsteinlegung für den Bau des 509 Meter hohen Taipeh 101, drittelte sich der Aktienindex Taiwans. Quelle: dpa
      Bikini-IndexDas Cover für 2012 des Sports Illustrated Swimsuit-Magazins ziert die reizende Amerikanerin Kate Upton. Laut Bikini-Index ein gutes Zeichen für die US-Börse. Die These: In den Jahren, in denen eine Amerikanerin - wie das Model Kate Upton - die Titelseite der Badeanzug-Sonderausgabe der Sports Illustrated ziert, entwickelt sich die Gesamtrendite im US-Börsenindex S&P 500 überproportional, der Index schließt mit höherer Wahrscheinlichkeit zum Jahresende im Plus. Der Beweis: Zurückgerechnet für die Jahre seit 1978 erreichte der S&P 500, wenn eine US-Amerikanerin auf dem Titelbild prangte, eine Gesamtrendite von durchschnittlich 14,3 Prozent. In 88,2 Prozent der Jahre schloss der Index positiv. War auf dem Cover der Swimsuit-Ausgabe dagegen kein US-Model zu sehen, betrug die durchschnittliche Gesamtrendite seit 1978 nur noch 10,8 Prozent, also rund ein Viertel weniger. Zum Jahresende schloss der Börsenindex S&P500 auch nur noch in 76,5 Prozent der Fälle im Plus. Quelle: dapd
      Big-Mac-IndexDie These: Der Index zeigt den Zusammenhang zwischen den Wechselkursen in unterschiedlichen Staaten und den Kosten für einen Big Mac. Wenn der Burger in China 44 Prozent günstiger ist als in den USA, bedeutet dies, dass der Yuan gegenüber dem Dollar 44 Prozent unterbewertet ist. Der Beweis: Das Magazin The Economist veröffentlicht diesen Index jedes Jahr. Das Beispiel China zeigt jedoch, dass der einfache Index noch erweitert werden muss, denn es ist zu erwarten, dass Waren in solchen Ländern günstiger sind, in denen auch die Kosten geringer sind. Deshalb vergleichen die Autoren den Dollar-Preis eines Big Mac auf das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner und stellen dabei einen starken Zusammenhang fest. Quelle: dpa
      Rocklängen-IndexDie These: Je kürzer der Rock, desto besser geht es der Wirtschaft. Diese Beobachtung hat der Ökonom George Taylor schon in den 1920er Jahren gemacht, der die Entwicklung des Aktienindex mit der Rocklänge in Verbindung brachte. Laut Einzelhandel ist das aber nur ein Mythos. Der Beweis: Einige Ökonomen bleiben der Theorie treu und verweisen auf die langweiligen Rocklängen, die im Zuge der Finanzkrise 2008 in die Läden kamen. Andere befürchten, dass die Maxi-Röcke, die im letzten Sommer modern waren, auf einen neuen Abschwung hindeuten. Quelle: AP
      Bier-Konsum-IndexDie These:  Das Bier zu Hause ist günstiger als das Bier in der Kneipe. Kein Wunder also, dass viele Bierliebhaber, die sparen müssen, auf den Gang in die Kneipe verzichten und sich lieber ein Feierabendbier auf der heimischen Couch gönnen. Der Beweis: In Europa befinden sich 73 Prozent der Arbeitsplätze in der Bierindustrie außerhalb von Brauereien - insbesondere in Bars und Restaurants. Laut den Europäischen Brauereien sank zwischen 2008 und 2010 die Beschäftigung in der Branche um zwölf Prozent. Der Bierkonsum insgesamt sank jedoch nur um acht Prozent und die Beschäftigung in Europa ging nur um zwei Prozent zurück. Quelle: dpa
      Lippenstift-IndexDie These: Ein bisschen was will Frau sich auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten gönnen. Wenn das Geld nicht für teure Handtaschen reicht, greifen sie verstärkt zu Lippenstiften. Die Theorie stammt von Leonard Lauder, Geschäftsführer von Estee Lauder. Der Beweis: Tatsächlich hat sich der Verkauf von Lippenstift laut dem Forschungsinstitut Investopia nach der Rezession, die auf den 11. September 2001 folgte, verdoppelt. Quelle: REUTERS

      Ob das neue Produkt wirklich ein Erfolg wird, bleibt trotzdem abzuwarten. Schon im Jahre 2009 hatte die Eurex einen neuen Futures-Kontrakt auf Staatsanleihen aus der Taufe gehoben: den Future auf italienische Staatsanleihen (Buoni del Tesoro Poliennali, kurz BTP). Zwar hebt die Terminbörse in ihrer Presseerklärung zur Einführung des OAT-Futures hervor, dass das durchschnittliche Handelsvolumen in Futures auf langlaufende italienische Staatsanleihen im Jahr 2011 um 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen ist.

      Das durchschnittliche Tagesvolumen gehandelter Kontrakte lag im vergangenen Jahr allerdings trotz dieses beachtlichen prozentualen Zuwachses nur bei 9.287 Kontrakten. Zum Vergleich: Im Bund-Future gehen an jedem Handelstag hunderttausende, manchmal sogar mehr als eine Million Kontrakte um. Hier lässt also der durchschlagende Erfolg noch auf sich warten. Dass der BTP-Future nicht von mehr Marktteilnehmern genutzt wurde, ist im Grund erstaunlich, wenn man bedenkt, in welche Turbulenzen die italienischen Staatsanleihen im vergangenen Jahr phasenweise geraten waren.

      An manchen Handelstagen verloren BTPs massiv an Wert, während die Flucht in Sicherheit für eine große Nachfrage nach Bundesanleihen sorgte und den Bund-Future im Gefolge kräftig ansteigen ließ. Wer versuchte, Bestände in italienischen Bonds mit Bund-Futures abzusichern, verlor damals doppelt - auf die Anleihen und auf die Absicherung.

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        Eine "chicken and egg"-Diskussion dürfte dafür verantwortlich sein, dass der BTP-Future noch nicht in dem Umfang genutzt wird, der ihm angesichts der Größe des Marktes für italienische Staatsanleihen zukäme: Händler beteiligen sich aktiv nur in liquiden Märkten; letztere werden aber erst durch die aktive Beteiligung der ersteren liquide. Und manchmal dauert es auch einfach seine Zeit, bis sich ein neues Produkt durchsetzt.

        Börse



        Die Risiken für die Eurex aus der Einführung eines OAT-Futures sind meines Erachtens begrenzt. In weiten Teilen kann die Börse das "Copy-und-Paste-Verfahren" anwenden und den Handel in Bund-Futures als Blaupause für das neue Marktsegment verwenden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass der neue Kontrakt nach einer Anlaufphase vor allem unter französischen Nutzern ein Erfolg wird - der Jetta unter den Derivaten sozusagen. Der Bund-Future dürfte aber auf absehbare Zeit als Golf des Termingeschäftes durch die Handelssäle der Welt brunzen. Vermutlich sogar mit 110 PS.

        Hinweis: Herr Engelmann ist Mitarbeiter der Citigroup in Deutschland. Der von ihm verfasste Text gibt allein seine persönliche Meinung wieder und ist keine Analyse, Beratung oder Empfehlung der Citigroup.

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