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Engelmanns Eigenhandel

Das Schreckgespenst des Schuldenschnitts

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Stützen oder Fallen lassen?

Christbaum-Schmuck in Form eines Euro-Rettungsschirmes Quelle: dpa

 

Wo wird die Reise nun in Zukunft gehen? Drei Szenarien sind denkbar:

1. Fortsetzung und Intensivierung der bisherigen Bemühungen, notleidende Staaten der Euro-Zone zu stützen. Wichtigste Instrumente bleiben hierbei die Hilfsmechanismen "European Financial Stability Facility" (EFSF)  und "European Stability Mechanism" (ESM). Eventuell werden zukünftig auch Banken durch den ESM gestützt. Der Fiskalpakt kommt, wird aber durch einen Wachstumspakt ergänzt - finanziert durch massive Steuererhöhungen. Um die Finanzmärkte zu stabilisieren, greift die Europäische Zentralbank auch in Zukunft zu "außergewöhnlichen Maßnahmen" wie Tendern vom Modell "Dicke Bertha" und zu Staatsanleihenkäufen.

2. Einführung einer Fiskalunion samt Euro-Bonds oder

3. das Auseinanderbrechen der Währungsunion.

Noch ist die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines der beiden letzt genannten Szenarien deutlich geringer als für das erst genannte. Insbesondere die positive Renditeentwicklung französischer Staatsanleihen dürfte französische Forderungen nach gemeinsamen Anleihen aller Euro-Zonen Staaten schwächer werden lassen. Denn europäischer Gedanke hin oder her: Am Ende geht es - wie meist im Leben - doch nur um eines: ums Geld. Solange sich der französische Staat eigenständig deutlich günstiger finanzieren kann als über die Ausgabe von Euro-Bonds, wird er deren Einführung wohl kaum fordern.

Börse



Wahrscheinlicher ist, dass die europäische Politik weiterhin versuchen wird, Brände lokal zu löschen - in der stillen Hoffnung, dass eine Konsolidierung der Haushalte das Vertrauen der Anleger irgendwann einmal wieder herstellen wird. Beim Schuldenabbau hilft in der Zwischenzeit die Inflation. Und so mancher Politiker träumt auch noch vom Wirtschaftsaufschwung. Sollte die Währungsunion am Ende allerdings doch noch auseinanderbrechen, dann brauchen wir uns ja eh keine Sorgen machen. Das meint zumindest Herr Sarrazin.

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