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Erstemission von Facebook-Aktien Netzwerk legt ein schwaches Börsendebut hin

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Ohne Gewinn wird die Mission scheitern

Quelle: REUTERS

Trotzdem gilt der Börsengang des Sozialen Netzwerkes als größte Internet-Emission aller Zeiten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat richtig abkassiert. Die Neuemission hat dem Unternehmen 16 Milliarden Dollar in die Kasse gespült. Mit einer Gesamtbewertung von 104 Milliarden Dollar ist das Soziale Netzwerk nun mehr Wert als Siemens oder der Autokonzern VW. Die gigantischen Ausmaße werden auch an einer Pannenserie am Handelsplatz ersichtlich: Der Auftakt verzögerte sich um eine halbe Stunde. Die Nasdaq war mit der hohen Zahl der Kauf- und Verkaufsaufträge überfordert. Händler beschwerten sich, dass sie auch nach Stunden immer noch nicht wussten, ob ihre Order nun erfolgreich war oder nicht. Dabei verspricht gerade die rein computergestützt arbeitende Nasdaq sekundenschnelle Abläufe.

Facebook-Chef Zuckerberg, der gar nicht nach New York gekommen war zum Handelsstart, sondern in seinem üblichen Kapuzenpulli von Kalifornien aus per Mausklick den Handel startete, wischte in einer Stellungnahme den enttäuschenden Start an der Börse beiseite und sprach wie schon so oft von der eigentlichen Mission der Firma: „Unsere Mission ist nicht, eine börsennotierte Firma zu sein. Unsere Mission ist, unsere Welt offener zu machen und stärker miteinander zu vernetzen.“ Den Gewinn steigern lässt sich mit Missionen allerdings kaum – das werden ihm die Investoren in den nächsten Wochen schon noch klar machen.

Ausgerechnet zum Börsendebüt der Firma flatterte dem Unternehmen auch noch eine Klage ins Haus. Nutzer werfen Facebook vor, ihre Spuren im Internet aufgezeichnet zu haben, auch nachdem sie die Webseite geschlossen hätten. In der Sammelklage verlangen sie nun im Namen aller Geschädigten in den USA Schadensersatz in Höhe von 15 Milliarden Dollar. Pro Tag und Nutzer verlangen die Kläger 100 Dollar als
Wiedergutmachung und Strafe, bis zu 10 000 Dollar pro Person. Hinzu
kommen die Kosten für Experten und Anwälte – wahrlich kein guter Anfang für den Aufstieg in die Liga der Weltkonzerne.

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