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Euro/Dollar Euro fällt auf Jahrestiefstand

Die Stärke des US-Dollar setzt die europäische Gemeinschaftswährung unter Druck. Es spricht vieles dafür, dass dieser neue Trend weiter geht.

Euro Dollar, Währung, Devisen, Wechselkurs, EUR/USD Quelle: Reuters

FrankfurtDer Euro hat am Mittwoch im frühen Handel an die deutlichen Vortagesverluste angeknüpft. In der Nacht erreichte der Kurs der Gemeinschaftswährung bei 1,1816 US-Dollar einen neuen tiefsten Stand in diesem Jahr. Allerdings hielten sich die weiteren Verluste seit dem Vorabend in Grenzen. Am Morgen kostete ein Euro 1,1834 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1883 (Montag: 1,1988) Dollar festgesetzt.

Am Vortag hatte eine Dollar-Stärke den Euro stark unter Druck gesetzt. Die US-Währung konnte zu allen wichtigen Devisen der Welt zulegen, nachdem es zu einem starken Anziehen der Marktzinsen bei amerikanischen Staatsanleihen gekommen war. Die Rendite der US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit ist von zehn Jahren ist wieder über die Marke von drei Prozent gestiegen. Am heutigen Mittwochvormittag liegt diese Rendite bei 3,07 Prozent.

Hier geht es zur Seite mit dem Euro-Dollar-Kurs, hier können Sie aktuelle Wechselkurse berechnen.

Wesentliche Gründe für den Anstieg der Zinssätze in den USA sind der starke Wirtschaftsaufschwung und steigende Inflationserwartungen im Zuge des jüngsten Ölpreisanstiegs. Beides lässt weitere Zinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed erwarten.

Mit dem schwächelnden Euro dreht sich der ein längerer Trend am Devisenmarkt. Noch im vergangenen Jahr war die Gemeinschaftswährung um bis zu 20 US-Cent auf 1,25 US-Dollar gestiegen. Allein zwischen Anfang Januar und Ende März dieses Jahres legte der Kurs um fast vier US-Cent zu.

Der Grund dafür ist die extreme Renditedifferenz zwischen zehnjährigen US-Staatsanleihen und deutschen Bundesanleihen mit der gleichen Laufzeit. Diese ist um fast 2,4 Prozent angestiegen und damit so hoch wie zuletzt 1989. Die US-Renditen laufen den deutschen also weiter davon. Wie extrem das ist, zeigt ein Vergleich mit der Zinsspitze Ende 2013: Bunds brachten damals knapp zwei Prozent, US-Bonds drei Prozent, also eine Differenz von etwa 1,0 Prozentpunkten.

Dieser aktuell hohe Renditeabstand spricht für einen stärkeren US-Dollar. Denn zwischen Zinsen und Währungen gibt es einen grundsätzlichen Kausalzusammenhang. Wenn in einem Land die Zinsen steigen, wird eine Geldanlage am dortigen Kapitalmarkt tendenziell attraktiver, sowohl für inländische als auch für ausländische Anleger. Dadurch entsteht eine höhere Nachfrage nach der Währung des Landes, die diese aufwerten lässt. Umgekehrt verläuft der Prozess, wenn die Zinsen eines Landes sinken.

Die meisten Börsenexperten erwarten, dass der Euro in naher Zukunft zumindest nicht wieder zu einem erneuten Höhenflug ansetzt. „Strategisch sehen wir den Dollar auf Zwölf-Monatssicht weiter bei 1,15 gegenüber dem Euro“, sagt Torsten Strohrmann von der DWS, Fondstochter der Deutschen Bank.

Börsenexperte Anton Riedl erwartet, dass es nun im weiten Bereich zwischen 1,16 und 1,25 Dollar eine längere Schwankungsphase geben wird. Doch völlig abschreiben sollten Anleger den Euro nicht. Die US-Wirtschaft sei seiner Meinung nach keineswegs so robust, dass der Dollar nach oben durchstartet.

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