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Euro-Schuldenstaat Zinsen für italienische Anleihen sinken weiter

Italien hat den zweiten Tag in Folge Anleihen auf den Markt gegeben und mit weiter sinkenden Zinsen den Erfolg von gestern bestätigt. Der Dax reagiert trotzdem nervös.

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Italien hat Anleihen im Wert von 4,75 Milliarden Euro an den Markt gebracht. Quelle: dapd

Frankfurt/Düsseldorf Italien hat am Freitag Anleihen im Wert von 4,75 Milliarden Euro an den Markt gebracht. Bei der Aufstockung dreijähriger Papiere über drei Milliarden Euro lag die Rendite bei 4,83 Prozent und damit niedriger als die 5,62 Prozent bei der Emission im Dezember. Es war der niedrigste Wert seit September. Im November hatte die Rendite mit 7,89 Prozent noch den höchsten Wert seit Einführung des Euro erreicht. Das dreijährige Papier stieß aber auf vergleichsweise geringes Interesse bei Investoren, denn es war nur 1,2-fach überzeichnet.

Nach der sehr erfolgreichen Auktion kurzfristiger Papiere am Vortag sollte die heutige Auktion zeigen, ob die Anleger auch auf längere Sicht wieder mehr Vertrauen in den Schuldendienst Italiens haben. Am Sekundärmarkt lagen die Renditen der zehnjährigen italienischen Anleihen mit 6,5 Prozent allerdings weiterhin hoch. Die Rendite deutscher Papiere sank auf 1,79 Prozent. Der Dax verlor in den ersten Minuten nach Abschluss der Auktion plötzlich 40 Punkte, erholte sich aber genauso schnell wieder.

Die Vorzeichen für die heutige Auktion waren günstig: Gestern hatte Italien kurzlaufende Papiere über zwölf Milliarden Euro auf den Markt gegeben und im Vergleich zur letzten vergleichbaren Auktion dabei den Zinssatz, den es seinen Anlegern bieten muss, halbiert. 8,5 Milliarden Euro nahm Italien über einjährige Schatzanweisungen auf, für die eine Rendite von 2,735 Prozent bezahlt wurde. Das ist weniger als die Hälfte dessen, was Italien Gläubigern bei der letzten vergleichbaren Auktion hatte bieten müssen. Im Dezember lag die Rendite noch bei 5,952 Prozent. Weitere 3,5 Milliarden Euro nahm das Land mit dem Verkauf von Titeln mit 136 Tagen Laufzeit ein. Hier sank die Rendite von 3,25 auf 1,644 Prozent, den niedrigsten Stand seit einem halben Jahr.

Grund für den Kaufrausch war allerdings weniger eine veränderte Situation in Italien. Vielmehr hat die Europäische Zentralbank (EZB) nachgeholfen. Sie leiht den Banken der Euro-Zone drei Jahre lang Geld in unbegrenzter Höhe zum günstigen Leitzins. Zweck dieser Maßnahme: Die Banken sollen ihre neue Liquidität nutzen, um Staatspapiere von kriselnden Euro-Ländern zu kaufen. Die EZB bestätigte diesen Zusammenhang zwar nicht, jedoch zogen die Banken kurz vor der gestrigen Auktion große Summen aus ihren Zentralbankeinlagen ab. Die EZB gewinnt damit etwas Abstand zu ihrer umstrittenen Rolle als Staatsfinanzierer. Bisher hat sie 213 Milliarden Euro in europäische Bonds gesteckt.

Auch am Sekundärmarkt regierte im Vorfeld der Auktion die Zuversicht: Zehnjährige Rentenpapiere aus Rom legten mehr als einen Zähler auf 89,93 Punkte zu und rentierten noch mit 6,4 Prozent. Noch am Mittwochabend hatte die Rendite über sieben Prozent gelegen. Der Euro hat sich währenddessen gut behauptet: Die Gemeinschaftswährung notierte bei 1,2865 Dollar nach 1,2824 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss.

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