1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Börse
  4. Euro: Warum die Gemeinschaftswährung weiter steigt

EuroWarum die Gemeinschaftswährung weiter steigt

Die angekündigten Finanzhilfen der EZB beschleunigen die Aufwertung des Euro. Experten halten den Kurs der Gemeinschaftswährung für angemessen. 05.06.2020 - 14:54 Uhr

Der Kurs der Gemeinschaftswährung steigt dank der EZB.

Foto: Reuters

Mit ihren billionenschweren Finanzhilfen macht die Europäische Zentralbank (EZB) sowohl der heimischen Konjunktur als auch dem Euro Beine. Zusätzlicher Rückenwind komme vom geplanten Konjunkturpaket der Europäischen Kommission, sagt Zach Pandl, Co-Devisenchef der Bank Goldman Sachs. „Dies reduziert die Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick der Euro-Zone.“

Für Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann ist das der Grund, warum der Euro trotz der überraschend hohen Aufstockung der EZB-Wertpapierkäufe auf 1,35 Billionen Euro weiter zugelegt und ein Drei-Monats-Hoch von 1,1383 Dollar erreicht hat. „Wenn eine expansive geldpolitische Maßnahme geeignet ist, einen realwirtschaftlichen Schock hinreichend abzufedern, bereitet sie prinzipiell den Boden dafür, dass in der Zukunft die Geldpolitik wieder 'normaler' ausgerichtet werden kann“, sagte Leuchtmann. Üblicherweise belastet eine Lockerung der Geldpolitik den Wechselkurs, weil die Zinsdifferenz zu anderen Währungen wächst oder mehr von der betroffenen Valuta in den Markt gedrückt wird.

Auch wenn es nach der jüngsten Rally zu Kursrücksetzern kommen könne, sei der aktuelle Kurs der Gemeinschaftswährung nicht zu hoch, fügte Leuchtmann hinzu. Außerdem habe die US-Notenbank Fed die Zinsen ebenfalls auf faktisch null Prozent gesenkt und die Geldschleusen bis zum Anschlag aufgedreht, so dass aus dieser Sicht auch nichts für eine anhaltende Dollar-Stärke spreche.

Peter de Coensel, Chef-Anleger für Anleihen beim Vermögensverwalter Degroof Petercam, lobt die Krisenpolitik von EZB und EU ebenfalls. „Wir können das Wiederaufleben einer europäischen Schuldenkrise getrost 'ad acta' legen.“

Krise beschleunigt Reformen

Goldman-Experte Pandl wertet die Coronavirus-Krise als Katalysator für überfällige Reformen. „Europas größte Schwäche ist die unvollkommene Architektur der Fiskalpolitik.“ Die Staatengemeinschaft arbeite aber daran, dies zu verbessern. „Hierzu gehören die Anleihekäufe der EZB und das geplante Wiederaufbauprogramm der Europäischen Kommission. Das ist ein großer Schritt in Richtung einer verbesserten Koordination der Fiskalpolitik in der Euro-Zone.“

Dies ist Experten zufolge der Haupt-Ansatzpunkt, um ein Auseinanderdriften der Währungsgemeinschaft oder ihren Zerfall zu verhindern. Während der europäischen Schuldenkrise war mehrfach über den Austritt von Ländern wie Griechenland oder Italien und die Zukunft des Euro spekuliert worden.

Zur Bewältigung der wirtschaftlichen Coronavirus-Folgen will die Europäische Kommission einen 750 Milliarden Euro schweren Wiederaufbaufonds auflegen. Zwei Drittel des Geldes sollen als Zuschüsse an von der Pandemie besonders gebeutelte Staaten fließen. Zur Finanzierung soll die Kommission Schulden aufnehmen, für die die Mitgliedsstaaten gemeinsam geradestehen. Die Chancen für die Verabschiedung dieses Plans sei durch die erneute Lockerung der EZB-Geldpolitik und die Aussicht auf langfristig niedrige Zinsen gestiegen, prognostiziert Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com.

rtr
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick