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Europäische Aktien Perlentaucherin an Europas Börsen

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"Der Wettbewerb ist intensiv"

Diese Fonds haben Anleger 2013 glücklich gemacht

Gibt es Branchen, die sie aufgrund ihrer Auswahlkriterien grundsätzlich meiden?

Das pauschal zu sagen, ist schwierig. Ich gebe Ihnen ein Beispiel für das, was ich nicht suche: Banken, bei denen die Treiber von außen dominant sind. Das können etwa Wechselkurse, Zinsen oder das Konkurrenzumfeld sein. Anderes Beispiel: Ein gewöhnlicher Papiermaschinenhersteller arbeitet auf einem Markt mit geringen Zugangsbarrieren, der Wettbewerb ist intensiv. Dann ist das Unternehmen einfach vom Marktwachstum abhängig und für mich nicht von Interesse. Aber in jeder Branche gibt es auch attraktive Ausnahmen.

Der Fonds beinhaltet rund 60 verschiedene Titel. Wie oft schlagen Sie ihr Portfolio um?

60 bis 70 Prozent des Fonds werden pro Jahr ausgetauscht. Die übliche Haltedauer liegt bei eineinhalb Jahren. Manche Aktien halte ich über Jahre, andere nicht. Ein Beispiel: Der Vergleichsindex, der MSCI EMU, besteht zu einem Viertel aus Finanzwerten. Die passen mit meinem Ansatz inneren Wachstums allerdings nur selten gut ins Portfolio. Ich kann aber nicht so einfach 25 Prozent des Marktes ignorieren, wenn ich meinen Fonds mit dem Index vergleiche. Die Kurse der Banken können mitunter sehr schnell steigen und ebenso schnell wieder unter Druck geraten, weil ihr Geschäft eben oft von äußeren Einflüssen bestimmt wird. Also muss ich taktischer anlegen. Da sind die Haltedauern natürlich kürzer. Dann gibt es Firmen, die wollen sie sehr lange halten. Wenn deren Kurs aber zu weit voraus läuft und damit eigentlich schon das Wachstum für die nächsten zwei, drei Jahre eingepreist ist, dann schneide ich lieber mal auf die Hälfte der Position zurück und warte, bis sich das wieder etwas gesetzt hat. Wenn ich sehe, jetzt ist wieder zu wenig Wachstum eingepreist, baue ich die Position wieder auf.

Die stärksten Börsen der Welt
Die Börse in Paris Quelle: dpa
Die Börse in Zürich Quelle: REUTERS
Ein Mann betrachtet die Anzeigetafeln der Börse in Madrid Quelle: dapd
Die Börse in Kopenhagen Quelle: Wikimedia
Ein Mann passiert die Börse in Tokio Quelle: AP
Zwei Börsenhändler an der New Yorker Börser Quelle: AP
Hinter zwei Bullen aus Gummi ist auf einer Anzeigetafel in der Börse in Frankfurt am Main (Hessen) der Schriftzug «Deutsche Börse» zu sehen Quelle: dpa

Können Sie uns Beispiele für Aktien nennen, auf die Sie setzen?

Es gibt Aktien, deren Kurs nicht den wahren Wert des Unternehmens widerspiegelt, weil sie noch mit Altlasten behaftet ist. Die KBC aus Belgien ist beispielsweise so eine Aktie. Eine völlig solide Retailbank in zwei sehr oligopolistischen Märkten, nämlich Belgien und der Tschechischen Republik. Dort bestimmen vier Banken mit zusammen 80 Prozent Marktanteil den Markt – darunter KBC. Deren Aktie war jedoch stark unterbewertet, weil ihr der Markt Kapitalmangel unterstellt hat, weil der Staat involviert war und sie irische Problemkredite in der Bilanz hatte. Das alte Grundgeschäft war aber mit einer Eigenkapitalrendite von rund 30 Prozent sehr solide. Nachdem die Problemkredite abgeschrieben und eine Kapitalerhöhung Erfolg hatte, waren die Probleme behoben. KBC war aber noch immer so bewertet, als hätte sie noch ihre Altlasten. Das Aufwertungspotenzial war aus meiner Sicht sehr hoch und die Aktie für mich daher eine gute Kaufgelegenheit. Diese Aktie habe ich schon lange im Portfolio und fühle mich noch immer sehr wohl damit.

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