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Exportstopp des Iran Der Ölmarkt bleibt gelassen

Der Iran will Europa den Ölhahn sofort zudrehen. Aber der Ölpreis reagiert kaum, die Märkte sehen das Embargo gelassener als der Internationale Währungsfonds.

Ein iranischer Wachmann vor dem petrochemischen Komplex Mahshahr in der Provinz Khuzestan im Südwesten des Iran. Quelle: dpa

Der Iran will den Druck der Europäischen Union nicht einfach so hinnehmen. Weil die Staatengemeinschaft einen schrittweisen Importstopp für iranisches Öl bis Juli 2012 beschlossen hat, will nun Teheran seinerseits ein Ende der Erdölexporte an die europäischen Länder beschließen – allerdings ab sofort. Am Wochenende soll das iranische Parlament das Vorhaben beraten und verabschieden. Dann müsste die EU bereits ein halbes Jahr früher als geplant komplett auf iranisches Rohöl verzichten.

Was den Ölpreis bestimmt

Exportstopp wegen Atomstreit

Die EU-Staaten hatten sich auf das Ölembargo verständigt, um den Iran zum Einlenken im Atomstreit zu zwingen. Der Westen verdächtigt den Iran, das Kernenergieprogramm zu nutzen, um heimlich eine Atombombe zu bauen - was die iranische Regierung weiter vehement bestreitet.

Die größten Ölreserven der Welt
Eine Frau trocknet Wäsche auf einer Erdöl-Pipeline Quelle: ASSOCIATED PRESS
Libyen Quelle: REUTERS
Logo von Rosneft Quelle: ITAR-TASS
Ölraffinerie in den Vereinigten Arabischen Emiraten Quelle: AP
Ktar Quelle: REUTERS
Kuwait Quelle: REUTERS
Irak Quelle: REUTERS

Bislang keine Preisaufschläge spürbar

Weder auf das EU-Embargo noch auf die drohende Retourkutsche aus Teheran haben die Rohstoffmärkte bislang mit deutlichen Preisaufschlägen reagiert. Die Ölsorte Brent bleibt wie in den vergangenen Wochen in einem Preiskorridor von 110 bis 112 Dollar je Barrel (159 Liter), die Ölsorte WTI zwischen 98 und 101 Dollar – und damit ungefähr auf dem gleichen Preisniveau wie schon seit Mitte November. Offenbar ist man an den Märkten bislang noch davon überzeugt, dass der Iran seine Drohung, die für Öltransporte so wichtige Wasserstraße von Hormus zu schließen, nicht wahr macht. Denn das würde auch die Öllieferungen aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Irak blockieren. Die US-Marine hat bereits zwei Flugzeugträger in der Region in Stellung gebracht.

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