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EZB-Entscheidung Wie Hellas-Banken jetzt noch an Geld kommen

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Weitere Fragen und Antworten

Womit begründet die Zentralbank ihre Entscheidung?

Mario Draghi und seine Kollegen zweifeln an den Reformbemühungen der neuen griechischen Regierung. In der Erklärung der Notenbank heißt es, es könne derzeit nicht davon ausgegangen werden, dass die Überprüfung des griechischen Reformprogramms erfolgreich abgeschlossen werde.

Damit seien die "Regeln des Eurosystems" verletzt. EZB-Chefvolkswirt Peter Praet erklärte gegenüber der französischen Zeitung "Les Echo", wenn die Bedingungen für den Zugang zum Zentralbankgeld nicht mehr erfüllt seien, müsse die Notenbank die entsprechenden Konsequenzen ziehen.

War die Verbindung der Hellas-Banken zum EZB-Geld schon mal gekappt?

Ja, 2012 mussten Griechenlands Banken bereits zweimal ohne die Liquidität der Notenbanken auskommen, unter anderem im Rahmen der Umschuldung. Auch da wurde der Finanzierungsbedarf durch die ELA-Kredite aufgefangen. Die Kredite dienten unter anderem dazu, den Finanzierungsbedarf Griechenlands vor der Auszahlung der nächsten Tranche des Hilfspakets zu decken. Die Zweifel am Reformwillen Griechenlands dürften nun allerdings höher sein.

Auch Zypern war schon mal abhängig von den Notkrediten, im März 2013 drohte Mario Draghi damit, auch diese Hilfen zu verweigern. Einige Tage später war der Rettungsplan für Zypern fertig, der Poker von Draghi war also erfolgreich.

Die Szenarien für den Euro-Raum

Wie gefährlich ist die Situation für die griechischen Banken?

Für Banken wie die Piräus Bank, Alpha Bank oder Eurobank wird es immer schwieriger, an Geld zu kommen. Investoren haben den Glauben an die Institute verloren, es wird für sie immer schwieriger, Geld am Kapitalmarkt einzusammeln. Die Ratings der Banken sind schlecht, und auch am Aktienmarkt vertrauen die Anleger den griechischen Instituten nicht. Nach der EZB-Entscheidung am Donnerstag sind die Kurse zeitweise um bis zu 15 Prozent eingebrochen.

Hinzu kommt, dass die Sparer nicht mehr an ihre Geldinstitute glauben. Bereits am Wochenende berichtete die "Financial Times", zuletzt seien täglich bis zu einer Milliarde Euro von griechischen Bankkonten abgehoben worden.

Nach Schätzungen der Ratingagentur Moody's liegen die Einlagen der privaten Sparer in Griechenland so oder so nur noch bei 164 Milliarden Euro. Nach der Entscheidung der EZB fürchten Beobachter einen "Bank-Run", also lange Schlangen vor den griechischen Bankschaltern und Sparer, die ihre Konten plündern. Ziehen die Sparer zu viel Geld ab, könnte es für die Banken brenzlig werden.

Wie weit geht die EZB?

Eng wird es, wenn die EZB die Vergabe der ELA-Kredite stoppt. Noch sieht es danach nicht aus, am Donnerstag verkündete die Notenbank zunächst, die Obergrenze des Notprogramms um zehn Milliarden Euro zu erhöhen. Damit sei das Bankensystem geschützt, erklärte darauf ein Vertreter der griechischen Regierung. Wo die Obergrenze liegt, will die EZB offiziell nicht kommentieren. Die "Welt" berichtet allerdings, die Obergrenze liege nun bei 60 Milliarden Euro. Das wäre ziemlich genau die Summe, die sich griechische Banken im Dezember bei der EZB geliehen haben.

Gedankengrenzen gibt es aber keine. Die Commerzbank mutmaßte nach der Entscheidung, Mario Draghis berühmte Worte "whatever it takes" könnten auch einen Grexit, also ein Austreten Griechenlands aus der Euro-Zone, beinhalten.

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Wie reagieren die Finanzmärkte?

Unmittelbar nach der Entscheidung der EZB fiel der Euro um mehr als einen Cent in Richtung der 1,13 Dollar. Am Donnerstag legte die Gemeinschaftswährung allerdings wieder etwas zu. Auch der Dax startete deutlich im Minus, konnte sich aber im Verlauf des Vormittags etwas erholen. Eingebrochen ist dagegen die Börse in Athen, der dortige Bankenindex verlor in der Spitze mehr als 20 Prozent.

Schon am Mittwoch lag die Rendite auf griechische Anleihen über zehn Prozent, am Donnerstag stieg sie auf über elf Prozent auf ein besorgniserregendes Niveau. Profitiert haben dagegen deutsche Bundesanleihen und amerikanische Staatsanleihen, sie gelten erneut als sichere Häfen.

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