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Facebook, Amazon, Alibaba Starinvestor George Soros trennt sich von Tech-Aktien

Auf dem Weltwirtschaftsforum kritisierte Soros soziale Medien scharf. Nun lässt der Milliardär Worten Taten Folgen und trennt sich von Aktien der Tech-Giganten.

Der Investor mischt sich gerne in die Politik ein. Nun hat er auch in Technologiekonzernen einen Gegner gefunden. Quelle: dpa

DüsseldorfGroßinvestoren in den USA müssen derzeit der Aufsichtsbehörde SEC verraten, was gegenwärtig in ihren Portfolios schlummert – in einem Formular mit der Nummer 13 F. So auch George Soros. Aus dessen Formular lässt sich herauslesen, dass der 87-Jährige auf keinem guten Fuß mit Tech-Giganten steht.

So finden sich – anders als in der offiziellen Mitteilung im vergangenen Quartal – keine Aktien von Facebook, Alibaba oder Amazon in seinem Portfolio mehr. Und auch Apple hat der Investor aus seinem Portfolio rausgeworfen. Allein auf den chinesischen Tech-Riesen Alibaba entfielen noch Ende November vergangenen Jahres 192.400 Anteilsscheine im Wert von 27,1 Millionen Dollar. Amazon schlug mit knapp 7,2 Millionen Dollar zu Buche und Facebook mit knapp 71,9 Millionen Dollar.

Offenbar hat Soros mit seinen Investmententscheidungen nun seinen Worten Taten folgen lassen. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos kritisierte der Milliardär mit ungarischen Wurzeln die Konzerne: „Soziale-Medienunternehmen täuschen ihre Nutzer, indem sie ihre Aufmerksamkeit manipulieren und diese auf ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen lenken“, sagte der Investor bei dem Treffen der Reichen und Mächtigen dieser Welt. Auch würden die Konzerne Einfluss auf das Verhalten der Menschen nehmen. Das habe „gravierende negative Folgen auf Demokratien, vor allem aber auf die Integrität von Wahlen“, so der Investor.

George Soros ist dafür bekannt, sich immer wieder ins politische Geschehen einzumischen – zuletzt vor allem in die Verhandlungen rund um den Brexit. Zuletzt hatte der Milliardär der Organisation „Best for Britain“ insgesamt 500.000 Pfund an Spenden zukommen lassen. Soros hatte Anfang der 1990er-Jahre ein Vermögen mit Wetten gegen das britische Pfund gemacht.

Übrigens: Auch bei der Entscheidung, sich von Technologiewerten zu trennen, ist Soros nicht ganz konsequent. Während Facebook und Apple aus seinem Portfolio flogen, stockte der Investor bei der Google-Mutter Alphabet auf. Waren Ende November noch 3000 Aktien im Wert von 2,9 Millionen Dollar in Besitz von Soros' Fonds, waren es Mitte Februar 4600 Anteilsscheine im Wert von 4,8 Millionen Dollar.

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