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Fed-Zinsspekulationen Was Pimco und Goldman Sachs über die US-Zinsen denken

Das Notenbank-Symposium in Jackson Hole bewegt die Märkte – und heizt die Gerüchteküche an. Goldman Sachs hält eine Zinserhöhung im September für wahrscheinlich. Pimco hingegen widerspricht. Was denken Sie?

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Experten von Goldman Sachs um Pimco spekulieren über die weitere Zinspolitik der Fed. Wann folgt der nächste Zinsschritt? Quelle: Reuters

Für Goldman Sachs war die Rede der Federal-Reserve-Vorsitzenden Janet Yellen am Freitag auf dem Symposium in Jackson Hole „hawkish“ genug, um die Wetten auf eine Zinserhöhung im September zu erhöhen. Hingegen war für Pacific Investment Management Co. (Pimco) darin nichts wirklich Neues zu finden.

Bondhändler stimmen Goldman Sachs zu: Die marktimplizite Wahrscheinlichkeit für ein Handeln im kommenden Monat stieg, nachdem Yellen sagte, die Gründe für eine straffere Geldpolitik hätten zugenommen. Die Ökonomen von Goldman um Jan Hatzius in New York erhöhten ihre „subjektiven Wetten“ auf eine Zinserhöhung im September von 30 Prozent auf 40 Prozent, wie aus einer Mitteilung nach der Rede hervorging.

Der Terminmarkt signalisiert aktuell eine Chance von 42 Prozent, dass die Fed im September die Zinsen erhöhen wird. Am 19. August lag dieser Wert bei 22 Prozent und im späten Juni nach der Brexit-Entscheidung der Briten tatsächlich bei null Prozent. Die Wetten auf eine Erhöhung bis Dezember sind Bloomberg-Daten zufolge von einem Tief bei acht Prozent am 27. Juni auf 65 Prozent geklettert. Beobachter der US-Wirtschaft werden in dieser Woche ihre Aufmerksamkeit auf den US-Arbeitsmarktbericht richten, um zu sehen, ob die Stärke hält.

Die Vorsitzende „wollte keine wirklichen Neuigkeiten sagen, und sie war erfolgreich“, schrieb Richard Clarida, globaler Stratege beim Vermögensverwalter Pimco in Newport Beach, Kalifornien, in einer Mitteilung für Kunden. Yellens Äußerungen hätten kein Licht auf den kurzfristigen Pfad der Normalisierung der Zinsen und das längerfristige Programm zur Erreichung des Inflationsziels geworfen.


US-Arbeitsmarktbericht steht im Rampenlicht

Die Rendite zweijähriger US-Staatspapiere kletterte bis auf 0,85 Prozent – der höchste Stand seit dem 3. Juni – und lag Montagmorgen wenig verändert bei 0,84 Prozent, zeigen Daten von Bloomberg Bond Trader. Damit verringerte sich der Renditeaufschlag der 30-jährigen Treasuries gegenüber den zweijährigen auf bis zu 1,43 Prozent. Das wäre das niedrigste Schlussniveau seit Ende 2007. Die 30-jährige Rendite gab einen Basispunkt nach auf 2,28 Prozent. Bei den zehnjährigen Treasuries gab die Rendite am Montagmorgen um zwei Basispunkte nach auf 1,61 Prozent. Am Freitag nach Yellens Rede war sie hingegen noch um bis zu sechs Basispunkte gestiegen.

Die Fed-Präsidentin stellte den Arbeitsmarktbericht für August, der am Freitag vorgelegt wird, ins Rampenlicht. Schätzungen zufolge hat die Wirtschaft 180.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, nach einem Anstieg von 255.000 im Juli. Die monatlichen Zahlen hatten bei den beiden letzten Terminen die Erwartungen übertroffen, was auf eine neuerliche Vitalität am Arbeitsmarkt hindeutet.

„Solange uns die Zahlen am Freitag nicht um die Ohren fliegen, und wir starke Zahlen von jetzt an bis zur Sitzung im September bekommen, werden sie wahrscheinlich im Dezember handeln“, sagte John Gorman, Leiter Nicht-Yen-Zinshandel Asien und Pazifik bei Nomura Holdings in Tokio. „Das kurze Ende der Kurve befindet sich leicht auf der gefährlichen Seite, weil die Märkte immer noch zu entscheiden versuchen, ob die Fed im September oder im Dezember erhöhen wird. Das bedeutet, es kann bei den Zweijährigen zu einem gewissen Ausverkauf kommen.“

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