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Finanzmärkte in Panik Ist die Trump-Rally vorbei?

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Ist die Korrektur mit dem Kurssturz abgeschlossen?

Doch taugt diese „Zinsangst“ allein als Erklärung für den Absturz? „Natürlich werden bei diesem Kollaps wieder viele Fragen zum automatisierten Handel aufgeworfen“, sagt Craig Erlam vom Online-Broker Oanda. Ein Großteil der Finanzmärkte ist inzwischen durch Computer-Programme gesteuert und quasi auf Autopilot. Werden bestimmte Kursmarken durchbrochen, werfen die „Algo-Trader“ weitere Papiere auf den Markt und verstärken so den Kursverfall. Das „Flash Crash“ genannte Phänomen sieht Erlam auch diesmal am Werk.

Ist die Korrektur mit dem Kurssturz abgeschlossen? Die Finanzprofis halten sich bedeckt. „Die 'Risk-Off'-Stimmung könnte anhalten“, sagt Win Thin vom Geldhaus Brown Brothers Harriman.

Fest steht: Präsident Trump würde die Angeberei über „seinen“ Aktien-Aufschwung dann schmerzhaft auf die Füße fallen. Denn er hat die steigenden Aktien bislang stets voll und ganz als sein eigenes Werk und als Gradmesser für seine politische Leistung verkauft. Die Börsenkurse seien seine eigentlichen Meinungsumfragen, argumentierte er, der sich gerne als Macher der Wirtschaft, als Antreiber und Wegbereiter sehen würde.

Diese US-Aktien trifft der Crash am stärksten

Tatsächlich konnte jeder, der unter Wirtschaft nicht nur die Eckkneipe nebenan versteht, sich an drei Fingern abzählen: Ein Präsident, der ein Jahr im Amt ist, kann solche Ausschläge nicht bewirkt haben. Eine Steuerreform, die erst ein paar Wochen alt ist, kann die Werte der US-Unternehmen nicht wie von Zauberhand um acht Billionen Dollar steigern.

Dass Trump die Kursrally als persönliches Verdienst ansieht, könnte nun zum Bumerang werden. „Wenn Du den Anstieg für Dich reklamierst, gehört Dir auch der Fall“, schrieb Barack Obamas Berater Jay Carney am Montag auf Twitter.

Zudem sei der Aktienmarkt ohnehin nicht mit dem Zustand der Wirtschaft gleichzusetzen. Deshalb sei in der vorigen Regierung auch nie mit den Aktienmärkten geprahlt worden, so Carney.

Doch auch die Töne aus dem Weißen Haus fielen am Montag plötzlich ungewohnt sachlich aus. Der Fokus liege auf den langfristigen wirtschaftlichen Fundamentaldaten, die weiterhin „außergewöhnlich stark“ seien, sagte Sprecherin Sarah Sanders. Auch Trump selbst verkniff sich Verbalgetöse, wie stark seine Politik auf die Finanzmärkte eingewirkt habe, diesmal weitgehend. Bei einer Rede in Ohio sprach der Präsident nur noch über Steuern und ließ Anhänger aufsagen, was sie alles mit den Ersparnissen, die er ihnen gebracht habe, anstellen wollen.

Möglicherweise ist Trump sogar mehr für die Kurskorrektur an den Börsen, als für ihren Anstieg verantwortlich. Ein Grund für die Angst vor höherer Inflation und schnell steigenden Zinsen ist seine Steuerreform, die die Wirtschaft in Zeiten von Vollbeschäftigung und brummender Konjunktur noch weiter befeuern soll.

Und erst jüngst hatte Trump auf einen starken Dollar gepocht. Auch dies müsste wohl durch steigende Zinsen eingelöst werden. Das könnte vor allem für Jerome Powell, Trumps neuen Mann an der Spitze der US-Notenbank, zur Herausforderung werden. Am Montag übernahm er den Job von der als extrem vorsichtig geltenden Janet Yellen. „So dürfte er sich seinen Amtsantritt nicht vorgestellt haben“, sagt Experte Erlam.

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