Finanzmärkte Notenbanken ruinieren die Weltwirtschaft

Die Krise in den Schwellenländern ist das makroökonomische Äquivalent zur Subprime-Krise.

Diese Volkswirtschaften hinken hinterher
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Gerade noch rechtzeitig vor dem Zusammenbruch seines monetären Kartenhauses hat Ben Bernanke den Chefposten bei der US-Notenbank Fed geräumt und an Janet Yellen übergeben. Inzwischen reicht bereits ein um monatlich zehn Milliarden Dollar reduziertes Ankaufvolumen von Staats- und Hypothekenanleihen durch die Fed aus, um Schwellenländer in schwere Krisen zu stürzen. Die Währungskrisen in Argentinien, Südafrika, der Türkei und anderen Schwellenländern sind - neben hausgemachten Problemen - im Wesentlichen die direkte Folge einer nur marginal geänderten US-Geldpolitik. Bisher mündete jeder Versuch von Zentralbanken, die zur Krisenbekämpfung neu geschaffene Liquidität wieder einzudämmen, stets in einer neuen Krise. Weil es sich um kumulative Krisen handelt, wird die nächste Krise aber immer noch gefährlicher als die vorherige. Durch neue Liquidität lassen sich die angehäuften Probleme vertagen, aber am Ende kracht es dann umso heftiger.

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hatten einige Zentralbanker zwar behauptet, die Eurozone hätte ihre Probleme gelöst und die Finanzkrise sei ausgestanden. Doch diese Ansicht zeugt eher von Realitätsverweigerung. So sitzt etwa die britische Regierung fünf Jahre nach dem größten Bail-out in der britischen Geschichte immer noch auf einer Beteiligung von 81 Prozent an der Royal Bank of Scotland. Die Großbank steuert gerade auf den größten Verlust seit 2008 zu.

Analysten rechnen nach Steuern mit einem Minus von acht Milliarden Pfund, davon knapp zwei Milliarden Pfund wegen Rückstellungen für Prozesskosten und Strafzahlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren (Mortage Backed Securities, MBS) im Volumen von 91 Milliarden Dollar. Andere Großbanken wie etwa die Deutsche Bank, JP Morgan Chase und UBS waren hier ebenfalls dick im Geschäft. Allein die in den Bankbilanzen steckenden MBS-Bestände garantieren die Fortsetzung der Finanzkrise. So liegt in den USA der Wert von jedem fünften Haus unter der Hypothekenschuld. Insgesamt 9,3 Millionen Häuser stehen wertmäßig gar mindestens 25 Prozent unter Wasser. Irgendwann werden diese Hypotheken notleidend und damit auch die MBS.

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