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Fondsgigant BlackrockSuperbillige Studie, megamäßiger Einfluss

Ausgerechnet der stark in fossile Energien investierte US-Fondsgigant soll im Auftrag der EU-Kommission eine Studie zu Green Finance erstellen. Neue Details zum niedrigen Preis für die Studie werfen Fragen auf.Silke Wettach 17.06.2020 - 13:48 Uhr aktualisiert

Der US-Fonds soll im Auftrag der EU-Kommission eine Studie zu Green Finance erstellen.

Foto: REUTERS

Bei der umstrittenen Auftragsvergabe für eine Studie zu Green Finance für die EU-Kommission an Blackrock sind neue, irritierende Details bekannt geworden. Blackrock hat der EU-Kommission ein Angebot unterbreitet, das mit 280.000 Euro um 120.000 Euro billiger war als das nächsthöhere Angebot. Die sieben weiteren eingereichten Angebote lagen über 500.000 Euro. Dies geht aus der Antwort der EU-Kommission an eine Anfrage aus dem Europäischen Parlament hervor – in Brüssel gibt es Stimmen, die vermuten, dass Blackrock sich durch Preis-Dumping den Zuschlag sichern wollte.

„Das Angebot von Blackrock ist erstaunlich billig“, sagt der Grüne Europa-Abgeordnete Daniel Freund. „Damit zwingt der US-Investor die EU-Kommission dazu, ein fürchterliches politisches Signal zu senden: dass einer der größten Investoren in fossile Energieträger jetzt die Strategie bei Green Finance vorgibt.“

Die interne Evaluierung der insgesamt neun Angebote, die die EU-Kommission für die Studie vorgenommen hat, zeigt einen großen Vorsprung für Blackrock bei den Qualitätskriterien. Von 100 möglichen Punkten hat Blackrock 94 erhalten, alle anderen Angebote lagen unter 80 Punkten, das am schlechtesten bewertete kam sogar nur auf 58 Punkte. Die Kommission hatte fünf Aspekte berücksichtigt, darunter die Qualität und Relevanz der vorgeschlagenen Methodologie und die Maßnahmen zur Qualitätskontrolle. Hier stellt sich die Frage, ob die EU-Kommission das Angebot von Blackrock auffällig wohlwollend beurteilt hat. Die Namen der anderen Anbieter veröffentlicht die EU-Kommission nicht. In Finanzkreisen ist jedoch bekannt, dass es sich um europäische Unternehmen handelt. „Warum die Studie ausgerechnet an ein US-Unternehmen ging, erschließt sich uns nicht“, heißt es in Finanzkreisen.

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