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Fusionspläne Deutsche Börse und LSE machen Ernst

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Kengeter soll TopCo leiten

Kengeter betonte, auch bei einem negative Votum werde nicht an den Bedingungen für die Fusion gerüttelt. Ein „Brexit“ könnte allerdings zu einer Umverteilung der Geschäfte in der neuen Gruppe führen. Ein gemeinsames Beratungsgremium soll die die Auswirkungen eines möglichen britischen EU-Austritts beleuchten.

Die neue europäische Superbörse soll ihren rechtlichen Sitz in London und Hauptsitze in der britischen Hauptstadt sowie in Frankfurt haben. Eine Verlagerung von Geschäften sei nicht vorgesehen, betonte Rolet. Die Vorteile lägen etwa darin, dass das fusionierte Unternehmen die jeweils besten IT-Systeme nutzen werde. Die Unternehmen erklärten, weiterhin ihre Steuern in den jeweiligen Gründungsländern zu zahlen.

Kengeter, der den Dax-Konzern Deutsche Börse seit Juni 2015 führt, soll das Gemeinschaftsunternehmen leiten. Rolet will sich zurückziehen, wenn der Deal glückt. LSE-Verwaltungsratschef Donald Brydon wird nach den Plänen diesen Posten auch im fusionierten Unternehmen übernehmen. Als sein Stellvertreter ist der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Börse, Joachim Faber, vorgesehen.

Angestrebt ist, dass nach dem Umtausch der Aktien die Anteilseigner der Deutschen Börse mit 54,4 Prozent eine Mehrheit an der fusionierten Börse halten. Die LSE-Aktionäre sollen 45,6 Prozent des Grundkapitals der britischen Holdinggesellschaft „UK TopCo“ halten.

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    Die Konzerne zeigten sich zuversichtlich, dass alle zuständigen Wettbewerbs- und Aufsichtsbehörden grünes Licht für die Mega-Fusion geben werden. Angebote, welche Bereiche die Börsen aus Wettbewerbsgründen abstoßen könnten, machten sie zunächst nicht. Analysten hatten zuletzt etwa im Geschäft mit der Abwicklung von Handelsgeschäften (Clearing) eine zu große Marktmacht befürchtet.

    Kengeter wies das zurück. Er betonte, dass ein gemeinsames Geschäft zu niedrigen Gebühren führen werde. Zudem müssten die Aufseher ein Interesse an einem großen Clearingpool haben, weil dieser mit mehr Liquidität ausgestattet sei und so die Finanzstabilität erhöhe.

    Die beiden Börsenbetreiber hatten nach Marktgerüchten am 23. Februar ihre Pläne öffentlich gemacht. Für die Deutsche Börse ist es der dritte Anlauf in Sachen LSE nach 2000 und 2005. Es wird erwartet, dass die beiden US-Schwergewichte ICE und CME versuchen werden, den Zusammenschluss mit Gegenangeboten zu torpedieren. Die ICE hatte bereits angekündigt, eine eigene Offerte für die LSE zu prüfen.

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