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Fußgängerzonen-Depot Aktien-Check in der Einkaufsmeile

Einkaufsstraßen kennt jeder, welche Aktiengesellschaften hinter den Läden stecken, wissen aber nicht alle. Von welchen Konsumgüteraktien Anleger lieber die Finger lassen sollten und wo sich zugreifen lohnt.

Auch Zara-Mutter Inditex gehört zu den börsennotierten Stars der Fußgängerzone. Quelle: REUTERS

Einkaufen macht Spaß - zumindest, wenn nicht dringend etwas gebraucht wird. Warum also beim Gang durch die Fußgängerzone nicht mal die Sicht des Anlegers einnehmen. Denn in Deutschlands Shoppingzonen lauern einige Aktien mit Potenzial.

Los geht es beim neuen Liebling der preisbewussten Modefans, Primark. Obwohl es nur ein Laden ist, prägt er das Bild der gesamten Frankfurter Einkaufsmeile Zeil. Egal ob jung oder alt, zahllose Besucher der Fußgängerzone haben eine altpapierfarbene Tüte mit hellblauem Primark-Logo in der Hand. Ganze Busgruppen werden von nah und fern nach Frankfurt gefahren, um den Primark-Laden zu durchstöbern. Das Modeunternehmen, welches Klamotten im Stil von H&M zu Preisen von Discounter KiK anbietet, hat nicht nur in der Frankfurter Innenstadt eingeschlagen wie eine Bombe. Ähnlich ist das Bild an den anderen Standorten der britischen Kette, wie Dortmund oder Essen.

Beim Bummel durch die Regale wissen allerdings die wenigsten Shopaholics, dass hinter der Modekette ein börsennotierter britischer Konzern steckt – Associated British Foods (ABF). Primark-Anhänger können also auch an der Börse vom Boom des Unternehmens profitieren. Denn die Käufer mit den altpapierfarbenen Tüten haben den Erfolg von ABF deutlich angekurbelt. Seit März 2011 hat der britische Mischkonzern, zu dem neben Primark vor allem Unternehmen aus dem Nahrungsmittelbereich zählen, seinen Wert fast verdoppelt. Erst am Dienstag veröffentlichte ABF vielversprechende Zahlen für das erste Quartal dieses Jahres. Dank der Erfolgsgeschichte von Primark stieg das operative Ergebnis um 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf umgerechnet knapp 280 Millionen Euro.

Das sind die Top-Einzelhändler der Welt
USA – Platz 2 – TargetDer US-Discounter hat sich im vergangenen Jahr modernisiert und die ersten „City Targets“ in Chicago, Los Angeles und Seattle gegründet. Das Unternehmen plant außerdem, 125 Geschäfte in Kanada zu eröffnen. Im Vergleich zum Jahr zuvor hat die Marke Target den Experten der Agentur Interbrand zufolge ein Plus von sieben Prozent erzielt. Der Wert liegt im aktuellen Ranking bei 25 Milliarden Dollar. Quelle: AP
USA – Platz 1 – WalmartDie Supermarktkette bleibt auch weiterhin der größte Einzelhändler in den USA – trotz eines massiven Reputationsschadens. Die „New York Times“ hatte herausgefunden, dass Walmart 24 Millionen Dollar Schmiergelder zahlte, um neue Geschäfte in Mexico bauen zu dürfen. Die Kunden interessierte diese Geschichte offenbar nur am Rande: Walmart konnte seinen Markenwert im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozent steigern – und steht mit einem Wert von 141 Milliarden Dollar weiterhin unangefochten an der Spitze der amerikanischen Einzelhändler. Wie wertvoll ein Einzelhändler ist, bewerten die Experten der Agentur Interbrand anhand von drei Kriterien: den finanziellen Kennzahlen der Unternehmens, der Wirkung der Marke auf die Kaufbereitschaft der Kunden und der Markenstärke im Vergleich zur Konkurrenz. Zur internationalen Vergleichbarkeit sind alle Werte in US-Dollar angegeben. Quelle: dapd
Kanada – Platz 2 – Shoppers Drug MartTrotz großer Konkurrenz wächst die Drogeriekette immer weiter. Mit einem Markenwert von 3,3 Milliarden Dollar schafft es das Unternehmen in Kanda auf den zweiten Platz. Das liegt sowohl an der klaren Ausrichtung des Unternehmens auf Gesundheit- und Schönheitsprodukte als auch auf den Verbraucher selbst. Ein Beispiel dafür ist die Reaktion von Shoppers Drug Mart auf Kundenbeschwerden. Im November monierten mehrere Verbraucher via Social Media, dass in den Geschäften der Kette bereits Weihnachtsmusik gespielt wurde. Die Drogeriekette nahm die Kritik ernst und schaltete die Lieder wieder ab. Quelle: RUETERS
Kanada – Platz 1 – Lululemon AthleticaDer kanadische Sportausrüster hat 2012 deutlich aufgerüstet. Sowohl in Europa als auch in Asien eröffnete Lululemon neue Niederlassungen. Zudem steigerte es seine Bekanntheit dadurch, dass es einige Mitglieder des US-Teams bei den olympischen Spielen in London ausstattete. Der Markenwert wird mit 3,5 Milliarden Dollar beziffert. Quelle: RUETERS
Mexiko – Platz 2 – Bodega AurreraDie mexikanischen Billigsupermärkte gehören zum Einzelhändlerriesen Walmart. Seinen Markenwert von 942 Millionen Dollar hat es besonders seiner erfolgreichen Positionierung zu verdanken. Als „Champions der kleinen Preise“ spricht Bodega Aurrera besonders Familien an. Quelle: GNU
Mexiko – Platz 1 – OXXO „Immer bereit, immer da“: Mit seinen 9.000 Geschäften, die rund um die Uhr geöffnet sind, erfüllt die Supermarktkette OXXO ihren Slogan und sichert sich den Spitzenplatz innerhalb Mexikos. Täglich kaufen rund acht Millionen Menschen in den Geschäften ein. Der Markenwert liegt laut Interbrand bei 3,7 Milliarden Dollar. Quelle: GNU
Großbritannien – Platz 2 – Marks & SpencerMit M&S Food haben sich die Briten eine Premiumnische im Supermarktbereich geschaffen. Auch in anderen Bereichen will Marks & Spencer nun aufholen. Ein Beispiel: Dessous. Um dort aufzuholen, engagierte das Unternehmen eine frühere Victoria's-Secret-Managerin für die eigene Dessous-Sparte. Außerdem stellte Marks & Spencer mit der Unterwäschelinie des Models Rosie Huntington-Whiteley einen internen Verkaufsrekord auf. Auch dieser dürfte für das Markenwert-Plus von fünf Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar mitverantwortlich sein. In Zukunft will das Unternehmen vor allem auf Nachhaltigkeit setzen. Quelle: dapd

Davon profitieren auch die Aktionäre. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Kurs des Papiers um satte 55 Prozent zugelegt. Für die kommenden Jahre haben die Briten eine sukzessive Erhöhung ihrer Dividende auf umgerechnet über 40 Cent je Aktie angekündigt. Allerdings ist das Papier bereits jetzt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 20 relativ teuer. Sie kostet damit etwa den 20-fachen Jahresgewinn. Einige Analysten fürchten auch, dass der Primark-Aufwind für ABF in der nächsten Zeit zu Ende sein könnte. Credit Suisse-Analyst Charles Mills etwa stufte die Aktie vor einigen Tagen auf „halten“ und warnte, Anleger sollten sich nicht von der außergewöhnlich guten Performance der vergangenen Monate täuschen lassen. Auf- und Abschwünge lägen in der Natur eines Konzerns wie ABF, ein ewiger Weg nach oben wäre also unwahrscheinlich.

Um auf der Welle des Primark-Booms mitzuschwimmen, hätten wir möglicherweise schon früher investieren müssen. Kein Problem, schließlich sind noch viele weitere Modeunternehmen nicht nur in der Fußgängerzone, sondern auch an der Börse zu finden. Als nächstes verschlägt es uns zur schwedischen Modekette Hennes & Mauritz (H&M). Das aktuelle Angebot in den Regalen weckt Interesse, vielleicht lauert also hier ein gutes Mode-Investment an der Börse.

Das schwedische Label ist bereits seit 1964 an der Stockholmer Börse gelistet, das war immerhin 16 Jahre vor der Eröffnung des ersten Ladens in Deutschland. Der aktuelle Kursverlauf zeigt allerdings, dass das Unternehmen zurzeit nicht so richtig vom Fleck kommt, auf Jahressicht konnte die Aktie nicht nennenswert zulegen. Das liegt zum einen daran, dass die Schweden im unteren Preissegment des Modemarktes immer mehr Konkurrenz bekommen. Nicht nur Newcomer wie Primark, sondern auch Ketten wie Zara oder Mango schnappen den Skandinaviern die Kunden weg.

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