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FXDirekt "Bumslisten verschwinden lassen"

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Banken handelten blauäugig

Eine Mail des Management zum erstellen gefälschter Accounts

Die Staatsanwaltschaft Münster bestätigt, dass im Mai 2009 eine Strafanzeige wegen "Fälschung beweiserheblicher Daten" eingegangen sei (61 UJs 427/09). Geschädigter sei die GmbH von Ernsting gewesen. Zunächst ging es gegen Unbekannt, dann wurde gegen mutmaßlich Verantwortliche der FXdirekt Bank ermittelt (61 JS 1557/09). Namen sind der Redaktion bekannt. Das Verfahren wurde im September 2009 wegen Geringfügigkeit eingestellt.

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Nachdem der FX-Skandal nun öffentlich ist, haben renommierte Banken offenbar erkannt, wie blauäugig sie ihren Namen für Kooperationen hergegeben haben. Die BNP-Paribas-Tochter Cortal Consors und die zum Bankhaus Jungholz gehörige Direkt-Anlage Österreich haben über ihre Internet-Seiten Kunden für FXdirekt geworben. Consors vermittelte 1300 Anleger, zehn Prozent handeln angeblich noch heute aktiv bei FXdirekt. Consors verdient dank Provision an jedem Trade mit. Nach eigenen Angaben haben Consors und die Direkt-Anlage die Kooperation mit FXdirekt nun vorläufig gestoppt.

"Von einem neutralen Partner bewacht"

Eine Kooperation mit der Bayerischen Börse läuft weiter. Zwar hat die Börse den Link zu FXdirekt von ihrer Startseite genommen. Wer weiterklickt, kann aber ein Konto in Oberhausen eröffnen. Unter dem Produktnamen "Contrex" will die Handelsüberwachungsstelle der Münchner Börse die Preise für CFDs der Oberhausener kontrollieren. Für Kunden, die ein Contrex-Konto eröffnen, bleibt FXdirekt jedoch Market Maker, gibt also die Kurse vor. Die Kurse werden aber wohl nachträglich nach München geschickt, wo Mitarbeiter der Handelsüberwachung draufschauen sollen. FXdirekt wirbt deshalb kräftig damit, dass die Kursstellung "von einem neutralen Partner überwacht" werde.

Ehemalige FXdirekt-Mitarbeiter sind heute auch bei Wettbewerbern aktiv. Einer, dessen Name in den Chat-Protokollen auftaucht, ist bei der Commerzbank-Tochter Comdirect. Ein Marketingmanager, der für die Brokerwahl trommeln musste, arbeitet für den Devisenbroker Alpari.

Beide Herren beteuern, dass sie in Oberhausen Erlebtes auf keinen Fall bei ihrem neuen Arbeitgeber anwenden würden.

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