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Gbureks Geld-Geklimper

Aktien zwischen Dichtung und Wahrheit

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Ansparen mit Aktien macht keinen Sinn

Diese Aktien aus der BCG-Analyse sind kaufenswert

Zwei besonders markante Beispiele hat Andreas Beck, Vorstand des Instituts für Vermögensaufbau, am vergangenen Dienstag beim 3. Asset Management Forum der Analystenvereinigung DVFA vorgetragen: Zum einen konzentrieren sich Investmentgesellschaften viel zu sehr auf das Marketing von Fonds, die in der Vergangenheit gut abgeschnitten haben, was jedoch nur wenig über ihre Ergebnisse in der Zukunft aussage. Dadurch würden nachhaltige Renditebringer unter den Fonds vernachlässigt. Zum anderen mangele es bei Fondsmanagern am richtigen Verständnis für Risiken und deren Komplexität. Die weit verbreitete Orientierung primär am Schwankungsrisiko sei fehl am Platz. Stattdessen sollten fünf Risiken mitsamt ihren Interdependenzen im Vordergrund stehen: Zins-, Ausfall-, Liquiditäts-, Währungs- und Managementrisiken. Darüber hinaus zieht Beck ein niederschmetterndes Fazit: „Die Regulierung ist aktienfeindlich.“

Ideal wäre eine Anleitung zur Spekulation

Was den zuletzt genannten Punkt angeht, wird es spannend sein, zu beobachten, wie private Anleger - außer auf dem Umweg über niedrige Zinsen – von der kommenden Bundesregierung auch über die Steuern weiter enteignet werden. Die vom Deutschen Aktieninstitut seit Jahren erfolglos bejammerte Doppelbesteuerung der Aktien ist offenbar in Stein gemeißelt.

Die Anfang 2009 eingeführte Abgeltungsteuer auf ein Viertel der gesamten Wertpapiererträge (also auch aller Kursgewinne) plus Soli, sofern die Wertpapiere nach 2008 gekauft wurden, erscheint so manchem Politiker nicht nur im linken Lager ausbaufähig. Das Ansparen von Vermögen mit Aktien macht so gesehen immer weniger Sinn, da mögen die Dividendenrenditen noch so sehr die Zinsen auf dem Konto ausstechen.

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Abgesehen davon gleiten Aktienkurse immer wieder mal für eine kurze, mal für eine längere Phase in die Verlustzone; 20 oder 30 und manchmal sogar noch mehr Minusprozente sind dann nicht ungewöhnlich. Dagegen erscheinen Dividendenrenditen von 4 Prozent wie zurzeit – und höher, falls die Kurse fallen – wie ein Tropfen auf den heißen Stein; im Übrigen können sie gestutzt werden wie zuletzt bei RWE oder ganz ausfallen. So weit die Dividendenpraxis als Kontrast zur eingangs beschriebenen Theorie.

Ob die Mehrheit der Aktionäre den Mut aufbringt, nach zweistelligen Kursverlusten Aktien zu kaufen oder nachzukaufen, müsste erst noch nachgewiesen werden – und ob die Mehrheit im aktuellen Umfeld bereits stark gestiegener Kurse genug Käufermut hat, ebenfalls. Machen wir uns nichts vor, was Aktien betrifft, besteht die vom Deutschen Aktieninstitut eingeforderte „finanzielle Allgemeinbildung breiter Bevölkerungskreise“ idealerweise in einer handfesten Anleitung zur Spekulation.

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