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Gbureks Geld-Geklimper

Gold und Silber im Fünferpack

Manfred Gburek Freier Finanzjournalist

Die Kurse der Edelmetallaktien ziehen seit Dezember, von der Öffentlichkeit kaum beachtet, unter Schwankungen an. Fünf Minenaktien erscheinen besonders reizvoll – allerdings nur für Anleger mit starken Nerven.

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Was Sie über Goldminenaktien wissen müssen
Sicherer Hafen Gold?Gold gilt seit langem als sicherer Hafen in der Krise – als Absicherung gegen die expansive Geldpolitik der Notenbanken. Diesen Status hat das Edelmetall trotz des Kurssturzes im vergangenen Jahr kaum eingebüßt. Aber nicht jeder möchte in physisches Gold investieren. Es gibt aber Alternativen.  Quelle: dpa
Keine LagerkostenWer nicht in Münzen oder Barren investieren möchte, kann auf Goldminenaktien zurückgreifen. Das spart auch die Kosten für die Lagerung, etwa ein Bankschließfach. Trotzdem sind Investments in Minenaktien oft riskant. Auf welche Faktoren Anleger achten müssen. Quelle: dpa
GoldpreisEine wichtige Rolle für den Kurs der Aktien spielt der Goldpreis. Seit der Kurs des Edelmetalls nach seinem Höchststand 2011 deutlich eingebrochen ist und mittlerweile etwas über der 1200-Dollar-Marke seitwärts läuft, kriselt es auch bei den Minenaktien. Denn die Goldminen haben Probleme. Als die Preise noch hoch waren, haben sie ihre Kapazitäten stark ausgebaut, jetzt leiden die Minenbetreiber unter den niedrigen Preisen, die sie für das Gold nur noch bekommen. Quelle: dpa
StandortAuch der Standort der Mine kann für die Entwicklung der Aktie von Bedeutung sein. Denn einige Förderer liegen in instabilen Regionen wie beispielsweise Mali. Quelle: REUTERS
WährungsrisikenIn Südafrika liegen ebenfalls einige der Minen, beispielsweise die tiefste Goldmine der Welt, die Mponeng-Mine. Auch in Südafrika gibt es Risiken. Immer wieder kommt es beispielsweise zu Streiks der dortigen Arbeiter um die vorherrschenden Arbeitsbedingungen. Zudem besteht in Südafrika das Währungsrisiko. Da die Förderkosten in südafrikanischen Rand entstehen, steht und fällt die Rendite mit dem Kurs des Rand. Wertet beispielsweise der Rand gegenüber dem Dollar auf, macht das die Gewinne durch einen Goldpreisanstieg schnell wieder zunichte. Deshalb raten Experten dazu, die Investments nach Währungsräumen zu streuen.   Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Index HUIEine gute Übersicht über alle Goldmineninvestments bieten Goldminenindizes wie der NYSE Arca Gold BUGS Index. Dort sind insgesamt 17 der größten internationalen Goldförderer gelistet. Der Index, auch HUI genannt, wird in Dollar gehandelt. Es handelt sich um einen Kursindex, Dividenden fließen nicht mit ein.   Quelle: REUTERS
Höhere StreuungAnleger müssen nicht in einzelne Minenaktien investieren. Es gibt auch die Möglichkeit, einen Minen-ETF zu kaufen. Die Commerzbank bietet beispielsweise den ComStage Goldminenaktien-ETF. Dieser bezieht sich auf den Goldminenindex NYSE Arca Gold BUGS Index SM. Auf diesen Index stützen sich auch andere ETFs wie der Market Vectors Gold Miners ETF (GDX). Welches die wichtigsten Minengesellschaften sind. Quelle: REUTERS

Die Preise von Gold und Silber haben im Dezember nach oben gedreht, die Kurse der meisten Minenaktien aus diesem Segment ebenfalls. Es gibt allerdings große Unterschiede in der relativen Stärke beim Anstieg. Während etwa die Kurse führender nordamerikanischer Goldkonzerne, wie Barrick Gold, Newmont Mining oder Goldcorp, und die Kurse der südafrikanischen Top 3, Anglogold Ashanti, Gold Fields und Harmony Gold, den Goldpreis eher zögerlich nach oben begleiten, gilt für andere eher das Gegenteil. Hierbei handelt es sich zum Großteil um kanadische Minen, die zwar über nachgewiesene Goldreserven verfügen, sie aber aus verschiedenen Gründen noch nicht abbauen. Eine Auswahl:

  • Detour Gold, Wertpapier-Kennnummer (WKN) A0LG70, Kurs am 29. Januar 4,39 €, Höchst-/Tiefstkurs (H/T) der vergangenen zwölf Monate 16,73/2,25 €. Nur eine Mine in Ontario, wegen hoher Kosten extrem vom Goldpreis abhängig, womit sich die starken Kursschwankungen erklären. Internet: detourgold.com
  • Guyana Goldfields, WKN A0D975, Kurs 1,60 €, H/T , 2,71/0,89. Auf Guyana in Südamerika konzentriert, wo die politischen Verhältnisse relativ stabil sind; ebenfalls starke Kursschwankungen. Die Aktie gehört oft zu den Tagessiegern, wenn der Goldpreis steigt. Internet: guygold.com
  • Mc Ewen Mining, WKN A1JS7T, Kurs 1,83, H/T 2,35/1,27. Großaktionär ist mit 25 Prozent Rob McEwen. Das Unternehmen produziert, entwickelt und exploriert Gold und Silber in Argentinien, Mexiko und Nevada. Internet: mcewenmining.com
  • NovaGold Resources, WKN 905542, Kurs 2,10, H/T 3,39/1,48. Herzstück ist der 50-Prozent-Anteil am Donlin-Goldprojekt in Alaska, dem größten unerschlossenen Goldlager der Welt. Eine Art Option auf steigende Goldpreise, weil zurzeit erst das Genehmigungsverfahren für den späteren Abbau läuft. Internet: novagold.com
  • Tahoe Resorces, WKN A1C0RA, Kurs 12,79, H/T 14,42/9,27. Gold und Silber mit sehr hoher Konzentration, außerdem Zink und Blei, alles in Guatemala; Produktionsbeginn für dieses Jahr geplant, politisches Risiko. Internet: tahoeresourcesinc.com

Hohe Kursgewinne dank Hebelwirkung

Günstig zu haben: Goldminenaktien

Die fünf Aktien werden zwar auch an deutschen Börsen gehandelt, in erster Linie am offenen Markt (Tradegate), aber bei so geringem Volumen, dass Limits dringend zu empfehlen sind. Deshalb sind Aufträge in Toronto oder New York ratsam. Die Kurse haben unter starken Schwankungen zum Teil schon kräftig angezogen, sind danach aber immer wieder etwas zurückgekommen. Das bietet die Gelegenheit, Abstauberlimits in den den Markt zu legen. Voraussetzung für Kursgewinne ist allemal der Anstieg der Edelmetallpreise. Im Übrigen eignen sich die hier genannten Aktien nur für Anleger, die nicht gleich die Nerven verlieren, falls die Kurse vorübergehend fallen.


Das Fünferpack schließt natürlich nicht Anlagen in anderen Edelmetallaktien aus. Zum Beispiel sind die eingangs erwähnten Aktien der führenden Konzerne so tief gefallen, dass bei ihnen zumindest Erholungspotenzial besteht. Oder wenn man niedrige Personal- und damit Gesamtkosten als Maßstab ansetzt, sind Aktien sogenannter Royalty- oder Streamingunternehmen (Beteiligung an der Ausbeute fremder Minen) besonders unter Sicherheitsaspekten interessant, wie Franco-Nevada, Royal Gold oder Silver Wheaton. Doch den fünf vorgestellten Aktien ist gemeinsam, dass sie von einem Anstieg des Gold- und des Silberpreises mehr profitieren, weil die betreffenden Unternehmen – bei nachgewiesenen Reserven - sich überwiegend erst im Vorstadium der Produktion befinden. Das heißt, die Hebelwirkung sorgt für überdurchschnittliche Kursgewinne (jedoch auch für entsprechende Verluste, wenn es mit den Kursen abwärts geht).

Ein paar Ratschläge zur Anlagestrategie

Edelmetallaktien führen per se ein Eigenleben, die hier vorgestellten fünf wegen der Hebelwirkung noch mehr als die anderen. Anleger mit starken Nerven sollten im Zweifel nicht alles auf eine Karte setzen, sondern alle fünf kaufen. Und zwar, wie erwähnt, am besten limitiert. Außerdem zeitlich gestreckt, weil das genaue Timing nur selten gelingt. Wer gern Charts interpretiert, ist gut beraten, für die fünf – aber auch für andere – Minenaktien solche in Kanada- oder US-Dollar heranzuziehen, weil sie im Gegensatz zu Euro-Charts nicht nur die Kursentwicklung unverfälscht, weil repräsentativ wiedergeben, sondern auch die für die Interpretation wichtigen Börsenumsätze. Solche Charts lassen sich unter anderem den Internetseiten von Direktbanken und Finanzmedien entnehmen.
Anleger, die ihre Kursverluste mit Aktien der führenden nordamerikanischen und südafrikanischen Goldkonzerne bis heute durchgezogen haben, verfahren am besten so: Kommende Kursgewinne dieser Aktien ebenfalls durchziehen, aber für neue Käufe die fünf mit der großen Hebelwirkung vorziehen, gegebenenfalls ergänzt um die eine oder andere genannte Royalty- bzw. Streamingaktie. Auf diese Weise verbilligt man mittelbar die Einstandskurse.

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Hier drängt sich die Frage auf: Warum nicht gleich alle Konzernaktien verkaufen und mit dem Verkaufserlös die wahrscheinlich interessanteren Aktien mit dem großen Kurshebel kaufen? Doch das hieße, schon im Voraus die Möglichkeit auszuschließen, dass bei den Konzernaktien noch etwas gehen könnte. Das würde sich indes für den Fall als Fehler erweisen, dass doch etwas ginge. Zum Beispiel der Einstieg eines Investors bei Barrick Gold oder Newmont Mining einfach nur deshalb, weile deren Kurse so tief stehen. Oder ein Übernahmekampf, wie er gerade in der Goldindustrie während der 90er und Nullerjahre bereits mehrmals stattgefunden hat.

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