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Gbureks Geld-GeklimperKursraketen für später gesucht

Aktienspezialitäten entfalten ihr ganzes Kurspotenzial üblicherweise erst nach den Aktien aus der ersten Reihe. Doch das spricht nicht dagegen, sich schon jetzt intensiv mit ihnen zu beschäftigen.Manfred Gburek 08.05.2014 - 06:21 Uhr

Dividendenrendite sinkt

Fast 9800 Punkte Mitte Januar: Über die vergangenen zwölf Monate ist der Dax zu neuer Höchstform aufgelaufen. Doch kaum eines der großen deutschen Unternehmen wird die Dividende je Aktie im gleichen Maß anheben, wie die Kurse angezogen sind. Nach Berechnungen der Commerzbank (Stichtag 20.1.2014) ist die Dividendenrendite, das Verhältnis von der Ausschüttung je Aktie zum Kurs, im Dax flächendeckend gesunken. Und mit K+S, Eon oder RWE liegen gerade solche Unternehmen vorn, deren Kurse sich weniger berauschend entwickelt haben. Die Dividende dagegen schwankt nicht so stark, sie kann gleich bleiben oder nur leicht zurückgehen.

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Platz 1: Munich Re

Aktionäre des größten weltweiten Rückversicherers können sich freuen: Voraussichtlich wird kein anderer Dax-Konzern 2014 relativ zum Aktienkurs mehr ausschütten. Zum 20.1. errechnet die Commerzbank eine Dividendenrendite von 4,59 Prozent. Damit kommen Anteilseigner jedoch schlechter weg als noch vor einem Jahr. Damals betrug das Verhältnis von Dividende zu Kurs mehr als fünf Prozent. Grund: Munich Re könnte laut Studie mit 7,25 Euro nur 25 Cent mehr ausschütten als noch 2013. Das wäre ein geringer Anstieg angesichts satter Kursgewinne (+12 Prozent) im vergangenen Jahr.

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Platz 2: Eon

Dividendenrenditen von mehr als sieben Prozent wie im vergangenen Jahr kann auch der Energieversorger Eon seinen Aktionären nicht mehr liefern. Atomausstieg und Erneuerbares Energiegesetz (EEG) hat dem Versorger zugesetzt. Nach einem Gewinneinbruch von mehr als 50 Prozent, schaffte der Aktienkurs auf Jahressicht lediglich ein Plus von 1,76 Prozent. Laut Commerzbank könnte Eon daher die Dividende von 1,10 Euro auf 60 Cent kürzen. Dennoch bietet das Unternehmen Aktionären im Dax-Vergleich mit 4,39 Prozent Rendite noch den zweitgrößten Ertrag im Verhältnis zum Aktienkurs.

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Platz 3: K+S

Wegen politischer Querelen zwischen Russland und Weißrussland hat der Aktienkurs des Düngemittel-Herstellers im vergangenen Jahr eine rasante Talfahrt durchgemacht. Als die beiden Großkonzerne Uralkali (Russland) und Belaruskali (Weißrussland) ihr Kartell beendeten und damit einen Preisverfall auf dem Markt für Düngemittel auslösten, riss es auch die K+S-Aktie nach unten. In den vergangenen zwölf Monaten büßten K+S-Papiere rund 33 Prozent ein. Die Dividende allerdings könnte weniger stark nachgeben: die Commerzbank rechnet mit Kürzungen von 40 Cent je Aktie – oder 28 Prozent. Dann würde die Dividendenrendite insgesamt nicht fallen, sondern im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht anziehen, von vier auf 4,07 Prozent.

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Platz 4: Deutsche Telekom

Aktionäre der Deutschen Telekom können über 3,98 Prozent Dividendenrendite freuen, schätzt die Commerzbank. Das wäre das viertbeste Verhältnis zwischen Ausschüttung je Aktie und Kurs. Die meisten dürfte das dennoch enttäuschen: im Vorjahr konnten Anteilseigner noch 8,14 Prozent Dividendenrendite einstreichen. Grund für den starken Rückgang: Während die Telekom ihre Dividende je Aktie laut Commerzbank für 2014 von 70 auf 50 Cent sogar senken könnte, war der Aktienkurs binnen eines Jahres um 42,6 Prozent gestiegen.

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Platz 5: Allianz

Auch die Allianz hat mit geschätzten 3,95 Prozent eine niedrigere Dividendenrendite vorzuweisen als im vergangenen Jahr (4,29 Prozent). Trifft die Einschätzung zu, würde das Verhältnis zwischen Dividende und Aktienkurs etwa auf dem Stand von 2007 liegen. Der Aktienkurs des Versicherers ist um rund 19,5 Prozent gestiegen. Bei der absoluten Dividende erwarten die Analysten der Commerzbank einen Anstieg von 4,5 Euro auf 5,25 Euro je Aktie.

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Platz 6: RWE

Mit RWE findet sich ein weiterer Versorger unter den Dax-Konzernen mit der höchsten Dividendenrendite. Sie soll für das Jahr 2013 bei 3,71 Prozent liegen und ist damit rund 2,7 Prozent niedriger als im Vorjahr. Wie Eon und EnBW hatte auch RWE mit der Energiewende und den daraus entstehenden Verlusten zu kämpfen. Die Commerzbank erwartet, dass der Versorger seinen Anlegern einen Euro pro Aktie statt zwei Euro wie im vergangenen Jahr zahlt. Der Kurs der RWE-Aktie hat im vergangenen Jahr rund 4,1 Prozent verloren.

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Platz 7: Deutsche Börse

Vorsitzender der Deutsche Börse AG Reto Fracioni wird seinen Anlegern wenig Neues in Bezug auf ihre Dividende zu berichten haben: Die Gesellschaft belässt sie bei 2,10 Euro pro Anteilsschein. Weil der Aktienkurs im vergangenen Jahr satte 16,4 Prozent gewonnen hat, sinkt die Dividendenrendite im Vergleich zum Vorjahr von 4,54 auf geschätzte 3,5 Prozent.

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Platz 8: BMW

Für den Autobauer war 2013 ein gutes Jahr. 1,96 Millionen Fahrzeuge der Marke BMW, Mini und Rolls Roys verkauften die Bayerischen Motoren Werke. Das sind rund 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 3,48 Prozent soll die Dividendenrendite ungefähr auf dem Vorjahres-Niveau bleiben (3,43 Prozent). Absolut soll die Dividende aber steigen von 2,50 Euro auf drei Euro. Die Aktie stieg im vergangenen Jahr um 9,84 Prozent.

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Platz 9: BASF

Mit 3,38 Prozent Ausschüttungsrendite könnte der Chemiekonzerns BASF seine Anlegern locken, schätzen die Analysten der Commerzbank. Das sind 0,27 Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr. Insgesamt hat sich die Aktie des Chemiekonzerns wenig bewegt. Im letzten Jahr stieg sie um 5,45 Prozent. Auch die absolute Dividende soll kaum steigen, von 2,6 auf 2,7 Euro pro Aktie.

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Platz 10: Daimler

Aktionäre des Autobauers Daimler können sich über eine Dividendenrendite von 3,3 Prozent freuen. Das sind rund zwei Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr. Grund für den Rückgang: Während die Daimler-Aktie auf Jahressicht 45 Prozent gutmachen konnte, schätzt die Commerzbank, dass der Autobauer die absolute Dividende bei 2,20 Euro pro Aktie belässt.

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Platz 11: Siemens

Die Dividendenrendite des Technologiekonzerns soll 2013 bei 2,99 Prozent liegen. Im Vergleich zum Vorjahr (3,37 Prozent) ist sie gesunken. Absolut wird der Konzern die Dividende wie auch im Vorjahr bei drei Euro pro Aktie belassen, glauben die Analysten der Commerzbank. Der Kurs der Aktie ist auf Jahressicht um mehr als ein Viertel gestiegen.

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Platz 12: Deutsche Post

Die Post ist einer der 18 Dax-Konzerne, die für 2013 ihre Dividende erhöhen werden von 70 auf 75 Cent pro Anteilsschein, schätzt die Commerzbank. Mit einem Plus von rund 44,5 Prozent hat der Kurs der Post-Aktie 2013 jedoch deutlich stärker zugelegt. Die Folge: die Dividendenrendite sinkt von 4,22 auf 2,82 Prozent.

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Platz 13: Heidelberg Cement

Seit 2009 verbucht der Baustoff-Hersteller jedes Jahr Umsatzsteigerungen. Auch die Aktie hat profitiert: Im vergangenen Jahr gewann sie fast 24 Prozent. Weil die Dividende aber noch mehr steigen soll, um 57 Prozent auf 1,30 Euro, macht auch die erwartete Dividendenrendite einen Sprung: mit 2,26 Prozent könnte sie mehr als doppelt so hoch sein wie im Vorjahr.

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Platz 14: Volkswagen

Mit plus 5,69 Prozent haben Volkswagen-Aktien im vergangenen Jahr nur mäßig an Wert gewonnen. Weil der Autobauer seine Dividende dennoch ordentlich erhöht, von 3,56 auf geschätzt 4,55 Euro, ist der Titel für Anteilseigner dennoch attraktiv: Die Dividendenrendite würde dann von 2,04 auf geschätzt 2,24 Prozent steigen.

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Platz 15: Bayer

Absolut betrachtet könnte der Leverkusener Chemie-Konzern seinen Anteilseigner in diesem Jahr eine höhere Ausschüttung zu Teil werden lassen als noch vergangenes Jahr, Die Commerzbank geht von einer Dividende von 2,10 Euro statt 1,90 Euro aus. Weil der Kurs aber stärker gestiegen ist als die Ausschüttung es vermutlich tun wird, liegt Bayer mit einer Dividendenrendite von 2,06 Prozent (Vorjahr: 2,64 Prozent) nur im Mittelfeld der Dax-Unternehmen.

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Platz 16: Deutsche Bank

Hohe Strafen von Aufsichtsbehörden und die damit verbundenen Rückstellungen machten 2013 der Deutschen Bank das Leben schwer. Trotzdem wird das Geldhaus seine Dividende bei 75 Cent pro Aktie belassen, glaubt die Commerzbank. Bei einem Kurs von rund 37 Euro pro Aktie macht das eine Dividendenrendite von 2,02 Prozent, rund 0,2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

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Platz 17: Linde

Auch für die Anleger in die Aktien von Linde tut sich wenig bei der Dividendenrendite. Lag sie im vergangenen Jahr bei 2,05 Prozent, sollen es in diesem Jahr 1,94 Prozent werden. Der Hersteller von Industriegasen erhöht die absolute Dividende um 20 Cent von 2,70 auf 2,90 Euro. Die Aktie stieg im vergangenen Jahr um 8,9 Prozent.

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Platz 18: Lufthansa

2013 war kein leichtes Jahr für den Luftfahrtkonzern. Wie kaum ein anderes Unternehmen ist Lufthansa den Forderungen von Branchengewerkschaften ausgeliefert. Hinzukam die schwierige Suche der Nachfolge für den Vorstandsvorsitzenden Christoph Franz. Für die Aktionäre verheißt das Jahr dennoch eine Besserung. Während sie sich im Vorjahr mit einer Nullrunde begnügen mussten, gibt es nun immerhin 30 Cent Dividende pro Aktie. Mit einer Kurssteigerung von 15,26 Prozent ergibt das eine Dividendenrendite von 1,65 Prozent.

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Platz 19: Adidas

1,65 Prozent Dividendenrendite stehen bei dem Sportkleidungshersteller für 2013 voraussichtlich auf dem Programm ein Rückgang um 0,39 Prozentpunkte. Die Adidas-Aktie verzeichnete einen Kursanstieg von rund 23 Prozent binnen eines Jahres. Damit hält die Dividende nicht Schritt. Sie stieg von 1,35 Euro auf 1,50 Euro pro Aktie.

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Platz 20: Infineon

12 Cent Dividende pro Aktie sollen Infineon-Anleger in diesem Jahr bekommen, glauben die Analysten der Commerzbank. Das sind zwei Cent mehr als im Vorjahr. Teilt man die Dividende durch den Aktienkurs (7,7 Euro zum Stichtag), so ergibt das eine Dividendenrendite von 1,56 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr (1,62 Prozent) ist sie leicht gesunken.

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Platz 21: Continental

Der Reifenhersteller gehört zu denjenigen Konzernen, die ihre Dividende voraussichtlich erhöhen um 25 Cent pro Aktie auf 2,50 Euro. Jedoch fällt diese Erhöhung angesichts des steigenden Aktienkurses mager aus. So legte die Conti-Aktie im vergangenen Jahr 89,9 Prozent zu. Die starke Performance ist auch für den Rückgang der Dividendenrendite von 2,57 Prozent auf 1,52 Prozent verantwortlich.

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Platz 22: SAP

Der IT-Riese SAP wird seinen Anlegern für 2013 voraussichtlich 90 Cent Dividende pro Anteilsschein zahlen, fünf Cent mehr als im Vorjahr. Weil der Aktienkurs im vergangenen Jahr gesungen ist (Minus 3,6 Prozent), würde so die Dividendenrendite klettern von 1,40 Prozent auf 1,48 Prozent.

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Platz 23: Fresenius Medical Care

Die Aktionäre des Herstellers für Dialyse-Produkte müssen sich für 2013 wohl mit einer Dividendenrendite von 1,44 Prozent begnügen (Vorjahr: 1,87 Prozent), so die Commerzbank. Während der Kurs 2013 um moderate 3,54 Prozent anstieg, könnte die Dividende etwas mehr steigen.

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Platz 24: Merck

Die Dividende des Tablettenherstellers Merck soll von 1,70 Euro auf 1,90 Euro pro Aktie steigen. Wie bei vielen der Konzerne schlägt sich das aber nicht auf die Dividendenrendite nieder, ein Kursplus von 30,85 Prozent drückt die nach unten auf 1,44 Prozent (Vorjahr: 1,70 Prozent).

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Platz 25: Henkel

Innerhalb eines Jahres hat die Henkel-Aktie rund 29,5 Prozent gewonnen. Die starke Performance drückte die Dividendenrendite um 0,3 Prozentpunkte auf 1,23 Prozent.

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Platz 26: Beiersdorf

Am unteren Ende des Dividendenrendite-Rankings findet sich der Kosmetikhersteller Beiersdorf. Der Analyse der Commerzbank zufolge werden sich seine Anleger mit 1,12 Prozent begnügen müssen. Die Dividendenrendite bleibt damit fast auf dem Vorjahresniveau (1,13 Prozent). Absolut soll die Dividende von 70 auf 85 Cent pro Aktie steigen.

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Platz 27: Lanxess

1,04 Prozent Dividendenrendite wird Lanxess für seine Investoren für das Jahr 2013 voraussichtlich abwerfen (Vorjahr: 1,51 Prozent). Der Spezialchemie-Konzern litt unter den Folgen der Absatzkrise und musste seinen Investoren schon zur Jahresmitte eine Gewinnwarnung erteilen. Die Dividende wird sich der Commerzbank zufolge mit 50 Cent pro Aktie im Vergleich zum Vorjahr halbieren und sinkt damit mehr als der Kurs (Minus 30,65 Prozent in 2013).

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Platz 28: Fresenius

Fresenius dagegen plant wie die Mehrheit der Dax-Konzerne eine leichte Dividendenerhöhung. 1,20 Euro statt 1,10 Euro sollen die Anleger pro Aktie 2013 bekommen. Die Dividendenrendite würde 1,02 Prozent betragen. Im vergangenen Jahr waren es noch 1,26 Prozent. Der Gesundheitskonzern verbuchte eine Kurssteigerung von 31 Prozent.

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Platz 29: Commerzbank

Den Investoren der Commerzbank blüht in diesem Jahr eine Nullrunde. Das ist nichts Neues für sie. Seit 2008 zahlt die Bank keine Dividende. Mit einem Plus von 5,45 Prozent ist auch die Kurs-Performance den meisten wohl ein schwacher Trost.

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Platz 30: Thyssen Krupp

Auch die Investoren des Duisburger Stahlkonzerns gehen in diesem Jahr leer aus. Nach Skandalen der vergangenen Jahre kam das Unternehmen auch 2013 einfach nicht zur Ruhe und erlitt einen Milliardenverlust - zum dritten Mal in Folge. Immerhin: Die Aktie des Stahlriesen ist mit einem Plus von 3,95 Prozent binnen eines Jahres noch nicht ganz unten.

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Shareholder Value ist eine Beteiligungsgesellschaft. Das hört sich zunächst nicht gerade berauschend an. Ihre Aktien werden an der Börse gehandelt. Das klingt schon besser. Ihr Kurs hat sich seit Anfang 2009 verfünffacht. Na bitte, offenbar gibt es in Deutschland noch so etwas wie eine Aktienkultur. Um das zu unterstreichen, lud die Analystenvereinigung DVFA zu ihrer diesjährigen Konferenz mit dem Schwerpunkt Aktienspezialitäten als Hauptredner den Shareholder Value-Vorstand Frank Fischer ein. Sein Thema „Vom Unsinn effizienter Kapitalmärkte“ ließ scheinbar einen theoretischen Vortrag darüber erwarten, ob man mit Aktien Geld verdienen kann oder nicht, also die Kernfrage im besonders unter Akademikern verbreiteten Streit um die Effizienz - an sich schon eine absurde Fragestellung, denn jede(r) kann das, vorausgesetzt, er oder sie hat den richtigen Riecher. Damit entzieht sich das Thema der akademischen Effizienz-Diskussion.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln
Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.
Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.
Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.
Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.
Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.
Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.
Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!
Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie aktuell zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Entscheidende Wahlen wie jüngst in Russland und in diesem Jahr noch in Frankreich und den USA sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.
Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.
Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Fischer ließ denn auch von Beginn an keinen Zweifel daran, wie und wo es mit Aktien langgeht: Anleger sind getrieben von Angst und Gier. Doch bevor jemand im Publikum daraus schließen konnte, an der Börse gehe es nur irrational zu, behauptete er: Aktien sind historisch betrachtet langfristig die beste Geldanlage, unter ihnen ganz besonders Spezialitäten aus der zweiten, dritten und vierten Reihe. Es gelte, deren Kursschwankungen als Chance zu begreifen. Solche Schwankungen ergeben sich in der Regel daraus, dass Aktien zu bestimmten Zeiten unterbewertet, in anderen Zeiten dagegen überbewertet sind. Geht es nach dem aktuellen Cash-Bestand von Shareholder Value in Höhe von 40 Prozent des Vermögens, sind sie derzeit offenbar überbewertet.

Blick in die Glaskugel

Selten waren Analysten bei ihrem jährlichen Blick in die Börsen-Glaskugel so optimistisch wie in diesem Jahr. Im Schnitt erwarten die Banken, dass der deutsche Leitindex Dax am Ende des Jahres bei rund 10.120 Punkten steht. Die größten Optimisten, in diesem Jahr die Analysten von Barclays, erwarten sogar einen Sprung auf 11.000 Punkte.

Es gibt aber auch skeptische Stimmen. Die Helaba und die National Bank aus Essen rechnen damit, dass der Schlussstand 2014 etwas unter dem von 2013 liegen wird. "Das war eine ziemlich unglaubliche Rally und irgendwann werden wir eine Korrektur sehen müssen, wenn voraussichtlich auch noch nicht im Januar", prognostizierte Aktienstratege Peter Garnry von der Saxo Bank.

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Geldpolitischer Kurstreiber

Grund zur Skepsis gibt es. Denn es sind weniger die fundamentalen Daten, die die Kurse in die Höhe schießen lassen, als die Handlungen der Notenbanker. Mit ihrer ultra-expansiven Geldpolitik haben EZB-Chef Mario Draghi und Fed-Chef Ben Bernanke den Grundstein für die Börsen-Rally 2013 gelegt. Bernanke kündigte kurz vor Weihnachten an, die Wertpapierkäufe der Fed langsam um 10 Milliarden Euro zurückzufahren. Damit sorgte er für ein Jahresend-Feuerwerk an den Börsen, der Dax kletterte auf über 9600 Punkte und damit auf den höchsten Stand aller Zeiten.

Auch 2014 wird vieles an den Börsen von Draghi und Co. abhängen. Zieht die Fed ihr Tapering durch? Schafft auch die EZB die Kehrtwende? Oder senkt Draghi die Zinsen noch weiter? Genug Unruhepotenzial gibt es auf jeden Fall.

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Einstieg verpasst?

Um rund 25 Prozent hat der Dax im vergangenen Jahr zugelegt. Das Problem: Viele Privatanleger in Deutschland konnten davon nicht profitieren. Die Furcht vor Blasen am Aktienmarkt ist noch so präsent wie nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes. Nur langsam kehren Anleger an die Börse zurück, an den globalen Aktienmärkten war 2013 das erste Jahr seit 2006 mit einem Nettozufluss. Laut dem deutschen Fondsverband BVI wurden zwischen Januar und Oktober sogar über sechs Milliarden Euro aus Aktienfonds abgezogen. Dabei gibt es auch für sicherheitsbewusste Anleger passende Aktieninvestments.

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Für Sicherheitsfans

Auch sicherheitsbewusste Anleger müssen nicht auf Aktien verzichten. Allerdings birgt die Auswahl einzelner Aktien höhere Risiken, gewisse Marktkenntnisse sind erforderlich. Einfacher haben es Anleger mit Indexzertifikaten. Deren Entwicklung ist nicht an einzelne Papiere, sondern an jeweils einen ganzen Index wie beispielsweise den Dax geknüpft. Steigt der Leitindex, ist auch das Zertifikat mehr wert. Zwar ist mit einer Mischung aus Einzelaktien im Zweifel eine noch höhere Rendite drin, dafür ist das Risiko bei Indexzertifikaten aufgrund der Mischung vergleichsweise gering. Hinzu kommt, dass die Papiere im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds günstig sind.

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Überschaubares Risiko

Wer dennoch Geld für einen aktiv gemanagten Fonds investieren will und Wert legt auf ein überschaubares Risiko, setzt am besten auf Mischfonds. Hier wird nicht nur in Aktien, sondern auch in festverzinsliche Papiere wie Anleihen investiert. Bekannt für ausgewogene Mischfonds ist der Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch von Bert Flossbach und Kurt von Storch. Ihr Fonds Multiple Opportunities R investiert neben Aktien und Anleihen auch in Edelmetalle. Die Manager haben dabei keine Beschränkungen, was den Anteil von Aktien oder Anleihen angeht. Was zählt, ist die positive absolute Rendite. Auch DWS-Fondsmanager Klaus Kaldemorgen ist für seinen ausgewogenen Mischfonds bekannt.

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Dividendenjagd

Wer als sicherheitsverliebter Anleger auf Aktien setzen will, stürzt sich mit Vorliebe auf dividendenstarke Titel. Grundsätzlich kann die Strategie zum Erfolg führen. Allerdings ist auch da Vorsicht geboten. Denn nicht immer bedeutet eine hohe Dividende gleichzeitig ein florierendes Geschäftsmodell. Wird die Dividende aus der Substanz gezahlt statt aus erwirtschafteten Gewinnen, ist das kein gutes Zeichen. Dennoch gibt es einige Papiere, die sich auch aufgrund ihrer stabilen Ausschüttungen lohnen. Im Dax gehört dazu die Allianz. Die Versicherung ist für eine stetige Ausschüttungspolitik bekannt, außerdem ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von weniger als dem zehnfachen des Jahresgewinns vergleichsweise günstig. Ähnlich sieht es beim Rückversicherer Munich Re aus.

Wem die Auswahl einzelner Aktien zu kompliziert ist, kann auch hier auf einen Fonds setzen. Einige investieren gezielt in Papiere mit hoher Dividendenrendite, etwa der DWS Top Dividende oder der M&G Global Dividend A.

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Mittleres Risiko

Wer mit Zukäufen ins neue Jahr starten will und etwas risikofreudiger ist, kann auf einzelne Aktien setzen. Dabei muss immer auf den Preis geachtet werden. Gerade lukrative Papiere im MDax, der zweiten Börsenliga, sind oft schon sehr teuer - Anleger zahlen ein Vielfaches des Jahresgewinns für eine Aktie. Es gibt aber auch noch Aktien großer Dax-Konzerne, die erschwinglich sind. Dazu zählt unter anderem die VW-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter zehn. Sollte die globale Konjunktur 2014 wie erwartet weiter anziehen, dürften die Wolfsburger davon profitieren. Insbesondere die Entwicklung in China ist entscheidend. Auch Vorzugsaktien von BMW punkten bei Privatanlegern mit einem niedrigen KGV bei gleichzeitig attraktiver Dividendenrendite.

Wem die Rendite bei Mischfonds zu niedrig ausfällt, der kann auch auf spezialisierte Fonds setzen, die beispielsweise gezielt in deutsche, europäische oder US-Aktien investieren.

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Für Mutige

Wer auf eine hohe Rendite spekuliert, muss ein höheres Risiko in Kauf nehmen. Mutige Anleger können im neuen Jahr gezielt auf die Verlierer des alten Jahres setzen und niedrige Kurse für Zukäufe nutzen. Beispielsweise bei der Commerzbank. Zwar ist die Aktie noch längst kein Dividendentitel. Dafür sind bei positiven Nachrichten immer wieder überraschende Kurssprünge drin, die für gewinnbringende Verkäufe genutzt werden können.

Ebenfalls spekulativ geht es bei ThyssenKrupp zu. Das Papier gehörte ebenfalls zu den großen Verlierern 2013. Der Verkauf des verlustreichen Stahlwerks in Alabama (USA) war allerdings ein erster Lichtblick. Erholt sich die Konjunktur, dürfte das auch dem Stahlkocher zu Gute kommen.

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Warum es sich am Ende dennoch – auch für private Anleger – auszahlen dürfte, jetzt Aktien auf die Beobachtungsliste zu setzen, ohne sie allerdings schon zu kaufen, hat einen einfachen Grund: Nur wer rechtzeitig mit ihren – zum Teil irrationalen - Kursschwankungen vertraut ist, entwickelt ein Gespür dafür, wie diese sich am besten nutzen lassen. Was da zunächst wie eine harte Nuss erscheint, ist indes mit einigen Überlegungen zu knacken: Die DVFA hat laut Jahresbericht 2013 stattliche 1402 persönliche Mitglieder, überwiegend Analysten, die sich neben Aktien auch Anleihen und anderen Geldanlagen verschrieben haben. Was Aktien betrifft, widmen sie sich primär den 30 Dax-Werten, also der ersten Reihe, vielfach auch noch den 50 MDax-Werten aus der zweiten Reihe. Für die dritte und vierte Reihe, 50 SDax- und 30 TecDax-Werte, bleibt nicht mehr allzu viel Analysekapazität übrig.

Damit sind wir bei insgesamt 160 Aktien angelangt. Hinzu kommen noch unzählige aus General und Entry Standard sowie sonstige mit derart dünnen Börsenumsätzen, dass ihre Kurse alles andere als effizient sein können. Schon unter den 160 Aktien dürfte nur ein Bruchteil dauerhaft im Visier der Analysten sein, weil es sich nicht lohnt, sie zu verfolgen. Das heißt, ihre Kursentwicklung bleibt weitgehend dem Zufall überlassen – oder eben der Angst und der Gier. Um diesen Effekt auszuschalten oder wenigstens zu dämpfen, lassen die Manager kleiner und mittlerer Aktiengesellschaften wie aus Anlass der eingangs erwähnten jährlichen DVFA-Konferenz ihre Muskeln spielen. Die es tun, verschaffen sich bei institutionellen und privaten Anlegern einen Vorsprung. Insofern dürfte besonders unter ihnen die eine oder andere kommende Kursrakete zu finden sein. Wer diese Aktien kennenlernen will, klickt im Internet dvfa.de an, dann Konferenzen und Foren, Small Cap Forum/Frühjahrskonferenz und scrollt nach unten, wo alle Namen auftauchen.

Die Vorarbeit anderer kann für Anleger von Nutzen sein

Das ist eine von mehreren Methoden, um auf interessante Aktien zu stoßen, die man vorsorglich schon jetzt ins Visier nehmen sollte, um sie später zu kaufen, wenn - womöglich im Zuge einer allgemeinen Abwärtsbewegung - auch ihre Kurse für kurze Zeit Federn lassen sollten. Bei dieser Methode verlässt man sich darauf, dass die Initiative der Manager von Aktiengesellschaften in Verbindung mit positiven Analystenurteilen auf Dauer gut für die kommende Kursentwicklung sein dürfte. Also auf die Vorarbeit anderer. Um gleich einige Aktien zu nennen, die während der DVFA-Konferenz diesbezüglich besondere Aufmerksamkeit erregten: aap Implantate, Alphaform, bmp media, con.don Daldrup, Francotyp-Postalia, ifa systems, Manz, Nanogate und Sanochemia.
Sich auf die Vorarbeit anderer zu verlassen, gelingt nicht immer. Beispiel Fonds: Ein Fondsmanager einschließlich des ihm zuarbeitenden Analystenstabs mag noch so gute Arbeit leisten. Geht es an den Börsen allerdings abwärts und geraten Anleger in Panik, zwingen sie mit der massiven Rückgabe von Fondsanteilen auf niedrigem Kursniveau ihre Fondsmanager, Aktien zur Unzeit zu verkaufen. Umgekehrt, wenn an der Börse Euphorie vorherrscht, zwingen Anleger ihre Fondsmanager, indem sie ihnen Geld nur so zuschaufeln, zu Aktienkäufen auf hohem Kursniveau.

Daran und dementsprechend an Übertreibungen nach oben wie nach unten wird sich nichts ändern, solange es Börsen gibt. Und wenn Kurse – bei allem kurzfristigen Hin und Her – tendenziell seitwärts gerichtet sind wie zurzeit der Durchschnitt der 30 Dax-Aktien, ist der Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung erfahrungsgemäß so gut wie programmiert – je später, desto heftiger. Nach oben oder nach unten? Falls EZB-Chef Mario Draghi den Geldhahn noch einmal massiv aufdreht, ist nach oben noch etwas Luft. Falls er allerdings nach wie vor nur auf die Kraft seiner Worte baut, dürften Börsianer ihm das für übel nehmen und zu umfangreichen Aktienverkäufen schreiten. In beiden Fällen empfiehlt sich für Anleger das Abwarten – nicht zuletzt im Bewusstsein, dass es genug Aktien aus der zweiten, dritten und vierten Reihe gibt, die man später immer noch zu günstigen Kursen kaufen kann und die das Zeug zu Kursraketen in sich haben.

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