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Geldanlage Was die besten Vermögensverwalter kaufen

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Tabelle: Die besten Profi-Anleger 2010 (zur Vergrößerung bitte klicken)

„Das Verlustpotenzial ist sehr gering, es liegt im einstelligen Prozentbereich“, erklärt Schmiel, „und nur in zehn Prozent der Fälle geht man im Spruchverfahren leer aus und muss die Aktien zum Abfindungsangebot beim Käufer einliefern.“

Etwa ein Viertel des Sieger-Depots investiert Schmiel in solche Übernahmeprozesse; daneben favorisiert er kleine Aktien, zu denen Banken keine Studien erstellen. Etwa ein Drittel hält er in kurz laufenden Anleihen und Cash.

Nur eine halbe Stunde von Frankfurt ist jede Hektik der Finanzmetropole verflogen. In Usingen, umgeben von Fachwerkhäusern, dichten Wäldern und Hügeln, kann Klaus Burkhart mit seiner Firma GAP seit 1985 das machen, was er am besten kann: In Ruhe an seinen Wertpapierdepots arbeiten. Zurückgezogen und ohne öffentliche Auftritte ist er ein stiller, jedoch äußerst erfolgreicher Beobachter der Märkte (siehe Porträt).

Aktuell betrachtet er den Aktienboom insgesamt mit "einigem Unbehagen“, weil viele Anleger auf Gewinnen säßen, die sie jederzeit realisieren könnten. Seine Aktienquote von 85 Prozent will er bald zurückfahren.

Anleger sollten mobil bleiben

Er rät Anlegern, mobil zu bleiben. „Im Parteiprogramm der Grünen ist eine Vermögensabgabe angedacht, die dem Lastenausgleich nach dem Zweiten Weltkrieg ähnelt, über den besonders Immobilienbesitzer zur Kasse gebeten wurden“, schaudert es Burkhart. Aktien bleiben für ihn als „transportable Sachwerte“ deshalb ideal im unsicherem Gelände.

Von Burkharts Usingen nach Wehen, wo Thomas Käsdorf mit seiner Plutos Vermögensverwaltung im ehemaligen Rathaus residiert, sind es nur knapp 40 Kilometer. Und auch in ihren Ansichten liegen die beiden Männer nicht besonders weit auseinander. Käsdorf misstraut den gängigen Trends und erwartet, dass dem aktuellen Aufschwung bald die Puste ausgeht.

In seinem kargen Büro plätschert ein Zimmerspringbrunnen, im winzigen Fernseher läuft Bloomberg-TV. Die Bundesbank meldet, das Geldvermögen der Deutschen habe im vergangenen Jahr deutlich zugelegt.

Das von Käsdorfs rund 200 Kunden auch – um 25 Prozent. Wie er das geschafft hat, erscheint ein bisschen rätselhaft, denn eigentlich ist er der klassische konservative Risikomanager – um nicht zu sagen: Sicherheitsfanatiker. Weil an diesem Morgen Glatteis herrscht, ist er die sechs Kilometer von zu Hause ins Büro mit höchstens 20 Stundenkilometer gefahren; 16 statt wie sonst 5 Minuten hat er gebraucht; aber Hauptsache, sicher.

Ähnlich verfährt Käsdorf mit dem Geld seiner Kunden. Aktien sichert er mit engen Stopp-Kursen ab. Steigen die Kurse, wie zurzeit, ist er ständig mit dem Nachziehen der Stoppkurse beschäftigt. „Seit Kanzlerin Angela Merkel im Oktober 2008 eine Garantie für alle Sparguthaben abgegeben hat, reden wir mit unseren Kunden erst recht nur noch über Sicherheit“, sagt er.

Es gibt aber keine absolute Sicherheit mehr, auch nicht mit Anleihen, meint Käsdorf. Papiere mit langer Laufzeit hält er angesichts des Risikos steigender Zinsen für viel zu riskant. Bei kurzen Laufzeiten und erstklassigen Schuldnern sind die Erträge mau.

Kaum Sicherheit - nicht mal bei den Lebensversicherungen -, kaum noch Anleihen – dass so einer Gold kauft, scheint nur logisch. Käsdorf legt aber Wert auf die Feststellung, dass er dies bereits seit 2001 tue. „Viele Experten haben versucht, mir Gold auszureden; es gebe keinen ökonomischen Grund für einen steigenden Goldpreis“, sagt Käsdorf. Die Skeptiker hätten eben das psychologische Moment unterschätzt. Was die Anleger umtreibe, lasse sich gut am Goldpreis ablesen.

Was Käsdorf antreibt, wie er das Geld seiner Kunden investiert, welche Trends er aus den Kurskurven abliest und welche Risiken die Zukunft aus seiner Sicht mit sich bringt, erfahren Sie in unserer ausführlichen Reportage über den Vermögensverwalter.

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