WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Globale Kapitalmärkte Das-Einmal-um-die-Welt-Depot für Anleger

Seite 2/4

Bleibt Europa Mittelmaß?

Eins fällt auf beim Blick rund um die Welt: „Die eine Boomregion gibt es nicht mehr“, sagt Bernhard Esser, Schwellenländer-Analyst bei HSBC in Deutschland. Der Welthandel komme nicht richtig in Schwung, weil die Bestellvolumina aus Europa und Asien unter den historischen Vergleichswerten liegen, aber jeweils für ein Drittel des Welthandelsvolumens verantwortlich seien.

So verdienen Sie Geld an der Börse
Illustration Aktienkurs Quelle: Fotolia
Anlageberatung Quelle: Fotolia
Broker-Vergleich Quelle: Fotolia
Tastatur Quelle: Fotolia
Mann mit Boxhandschuhen Quelle: Fotolia
Börsentafel Quelle: dpa
Aktienhandel Quelle: Fotolia

Ähnlich sieht das Alexander Krüger, Chefvolkswirt vom Bankhaus Lampe: „Die höheren Wachstumsraten für die USA und China sind vorerst passé“, sagt Krüger. Es mache sich eben immer noch bemerkbar, dass die Finanzkrise weltweit viele Jobs vernichtet hat. Beide Analysten rechnen in diesem Jahr mit einem Weltwirtschaftswachstum von unter vier Prozent. „Das ist eher niedrig“, sagt Krüger.

Ein Blick auf die einzelnen Weltregionen zeigt, wo sich Anlagechancen bieten, und wo Chancen und Risiken liegen.

Europa

Die alte Tante Europa hängt am Tropf ihrer Zentralbank. Darüber sollten sich Anleger im Klaren sein. Analysten sprechen von einer „künstlichen Normalität“, die die Notenbank mit ihren Geldspritzen geschaffen hat. Hätte es das geldpolitische Experiment der Europäischen Zentralbank nicht gegeben, wäre die Euro-Zone vermutlich eine Welt aus Schuldenschnitt und Aufspaltung. Ausgeschlossen ist das auch für die Zukunft nicht, Anleger müssen das Restrisiko einkalkulieren.

Das Problem: selbst Zugpferde wie Deutschland können nicht mit einer langfristigen Wachstumsperspektive überzeugen. Zum einen spitzen sich die demografischen Probleme weiter zu – laut einer aktuellen Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und des Wirtschaftsprüfers BDO werden in keinem Land so wenige Kinder geboren wie in Deutschland. In den vergangenen fünf Jahren waren es lediglich 8,2 Kinder je 1000 Einwohner. In anderen EU-Ländern wie Frankreich oder Großbritannien sind es mit im Schnitt 12,7 Kindern deutlich mehr.

Diese Dax-Aktien sind jetzt noch kaufenswert

Das können auch Einwanderer nicht ausgleichen, es drohen hohe Lohnnebenkosten und Fachkräftemangel. „Ohne starke Arbeitsmärkte als zentralen Standortfaktor kann Deutschland seinen wirtschaftlichen Vorsprung auf Dauer nicht aufrechterhalten“, sagt BDO-Vorstand Arno Probst. „Deutschland darf sich nicht ausruhen“, meint auch Volkswirt Alexander Krüger. Mehr Reformen und Investitionen seitens der Regierung seien nötig, wenn das Wachstumstempo anhalten soll.

Die langfristigen Aussichten sind also auch hierzulande nur Mittelmaß. Kurzfristig sorgt allerdings die expansive Geldpolitik der EZB dafür, dass Anleger für ihr Rund um die Welt-Depot zumindest in Europa kaum um Aktien herumkommen – allein aufgrund des Mangels an rentierenden Alternativen.

Wer es gern bequem hat, investiert in einen ETF, beispielsweise auf den Dax. Wer vor drei Jahren dort investiert hat, kann sich über ein Plus von rund 80 Prozent freuen. Sicherlich, der Wert wurde durch die Geldpolitik künstlich nach oben gedrückt. Wer aber Schwankungen aussitzen kann und die Aktionen der EZB gut beobachtet, kann mit dem Papier wenig falsch machen.

Das sind die Verkaufsschlager von Airbus
Platz 15 - A330-200F - 24 bestellte FlugzeugeDas am wenigsten verkaufte Flugzeug von Airbus ist die Frachtversion der A330-200. Am 5. November 2009 erfolgte der Erstflug vom Flughafen Toulouse-Blagnac aus. Der neue Frachter hat eine etwas höhere Nutzlast als das bisherige A300-Frachtmodell sowie eine größere Reichweite. Bei den Passagierversionen der A330 ist der Kabinenboden beim Aufenthalt am Boden leicht abschüssig, da das Bugfahrwerk etwas kürzer als das Hauptfahrwerk ist. In der Frachtversion ist das Fahrwerk leicht versetzt, damit der Boden eben ist. Anders als in der Passagierversion wurde die Technologie der A380 verbaut. Im Juli 2010 wurde der erste Airbus A330-200F im Rahmen der Farnborough International Airshow an Etihad Crystal Cargo ausgeliefert. Stand: August 2013
Platz 11 - A350-1000 - 145 bestellte FlugzeugeMit der größten Version des A350 wollte Airbus eigentlich der Boeing 777-300ER Konkurrenz machen, doch ist mittlerweile eines der Sorgenkinder des Airbus-Konzerns. Nachdem Airbus radikale Veränderungen vorgenommen hatte, kam es zu Problemen in der Entwicklung. Im Januar zog Etihad Airways die Bestellung von sechs Airbus A350-1000 zurück. Airbus überarbeitet derzeit die Konstruktion des Modells: Neben einem breiteren Rumpfquerschnitt, aus Verbundwerkstoffen gefertigten Flügel, sollen auch stärkere Triebwerke von Rolls-Royce verbaut werden und dadurch 20 Prozent weniger verbrauchen.
Platz 14 - A318-100 - 79 bestellte FlugzeugeDie A318-100 fasst in der normalen Ausstattung rund 107 Passagiere und ist die kleinste Version des A320. Kurz nach dem Erstflug am 15. Januar 2002 sorgten Probleme mit den Triebwerken für Negativschlagzeilen, einige Bestellungen wurden storniert. Daraufhin wurde die Technik überarbeitet. Ein Airbus A318 kostet etwa 44,9 Millionen US-Dollar, die Entwicklungskosten beliefen sich auf rund 300 Millionen US-Dollar. Da leichtere Konkurrenz insbesondere von Embraer deutlich wirtschaftlicher ist, fallen die Verkaufszahlen des kleinen Airbus-Jets relativ gering aus. Der sogenannte „Baby-Bus“ wird von Air France, British Airways und LAN Airlines eingesetzt.
Platz 13 - A350-800 - 89 bestellte FlugzeugeDie A350 ist eigentlich nur eine Weiterentwicklung A330. Auf der Luftfahrtmesse in Farnborough im Jahr 2006 kü ndigten der damalige Airbus-Chef Christian Streiff und Airbus-Verkaufsmanager John Leahy an, den bisherigen A350-Entwurf zu verwerfen und statt dessen ein vollständig neues Flugzeug mit der Bezeichnung A350 XWB zu entwickeln. In ihrer kleinsten Variante wird die A350 allerdings nur wenig nachgefragt. Zu den größten Nachfragern gehören Qatar Airways und US Airways.
Platz 12 - A340-500 - 131 bestellte FlugzeugeDie Ultralangstreckenversion des A340 wird unter anderem auf dem längsten Linienflug der Welt eingesetzt. Singapore Airlines fliegt die 16.668 Kilometer zwischen Singapur und New York in in 18 Stunden und 18 Minuten. Damit das Flugzeug genug Treibstoff für diese Reichweite hat, ist im Rumpf ein zusätzlicher Tank eingebaut. Bester Abnehmer der Modells ist Emirates. Der Listenpreis beträgt rund 250 Millionen Dollar.
Platz 10 - A340-200 - 246 bestellte FlugzeugeDie A340-200 rund fünf Meter kürzer als die Grundversion und wird vor allem auf Langstrecken eingesetzt. Entwickelt wurde das Modell ab 1987, im Jahr 1993 nahm die erste Maschine bei der Lufthansa ihren Dienst auf. Bis heute gehört die deutsche Airline zu den wichtigsten Nachfragern des A340-200. Durch sein leichtes Gewicht hat der Flieger eine Reichweite von durchschnittlich 14.000 Kilometern. 1994 stellte eine Maschine sogar einen Reichweitenrekord für vierstrahlige Passagiermaschinen auf und flog bei einem Testflug von Paris nach Auckland 19.000 Kilometer weit. Doch wegen der hohen Betriebskosten ist die Nachfrage gering.
Platz 8 - A380 - 262 bestellte FlugzeugeDas größte Modell der zivilen Luftfahrt machte zuletzt immer wieder mit Haarrissen in den Tragflächen negative Schlagzeilen. Auch in der Entwicklungsphase musste Airbus immer wieder Rückschläge hinnehmen. Mittlerweile verkauft sich der Riesenflieger besser. Allein die arabische Airline Emirates hat 90 Maschinen geordert. Der Listenpreis liegt derzeit bei 390 Millionen Dollar pro Maschine, allerdings können die meisten Fluggesellschaften mit deutlichen Rabatten rechnen.

Wer es etwas riskanter mag, setzt auf Einzelwerte europäischer Vorzeigeunternehmen. Zumindest an der Börse gehörte dazu zuletzt Flugzeugbauer Airbus. Der Kurs legte in den vergangenen sechs Monaten um gut 30 Prozent zu. Selbst die Probleme mit dem Militärflieger A400M konnten den Konzern nicht bremsen. Daraus folgende Kursrücksetzer sind laut JP Morgan-Analyst David Perry eher eine Gelegenheit zum Kauf, dank der „guten Entwicklung bei den kommerziellen Flugzeugen und der weiterhin vorteilhaften Wechselkursverhältnisse“, so Perry.

Auch für sein Flaggschiff, den Riesenairbus A380, hofft der Konzern auf mehr Käufer. „Ich erwarte dieses Jahr einige Bestellungen“, sagte Verkaufschef John Leahy am Donnerstag in Toulouse. Die Aussichten für Anleger sind also gut, allerdings zahlen sie mit dem knapp zwanzigfachen des geschätzten Gewinns schon einen recht hohen Preis.      

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Benachrichtigung aktivieren
Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche informieren? Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft
Erlauben Sie www.wiwo.de, Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert
Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche auf dem Laufenden. Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%